Friede, Freude, Stichelei

Masskrugvorstellung: Seitenhiebe gegen Wiesn-Wirte wegen der Bierpreise

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Tradition wird großgeschrieben beim neuen Wiesn-Krug. Abgebildet sind klassische Oktoberfest-Symbole. 

Die Stadt hat den offiziellen Oktoberfest-Krug vorgestellt – Der Wiesn-Stadtrat und ein Kabarettist haben das zum Anlass genommen die Wirte mit Spitzen zum Bierpreisdeckel zu necken.

München - Eine Mass Bier, eine Brezn und ein Hendl. Dazu ein Trachtenhut, das Riesenrad und Edelweißblüten. Auf dem Lebkuchenherz steht „O’zapft is“. Der neue offizielle Wiesn-Krug der Stadt vereint die klassischen Symbole für das Oktoberfest. Nur beim Spruch hätte man „etwas mehr in die Tiefe gehen können“, witzelte Kabarettist Maxi Schafroth am Rande seiner Rede. Ansonsten sei der Krug aber minimalistisch und „zeitgenössisch-ikonografisch“.

Nicht einmal mehr vier Wochen sind es noch bis zum Anstich. Traditionell war die gestrige Masskrugvorstellung mit Rede im Hackerzelt von Wirt Toni Roiderer einer der Höhepunkte der Vorbereitung. Und was wäre eine ordentliche Masskrugvorstellung ohne ein paar Seitenhiebe.

Wiesn-Stadtrat Otto Seidl spielte auf die gescheiterte Bierpreisbremse des zweiten Bürgermeisters und Wiesn-Chefs Josef Schmid (CSU) an. Den neuen Krug gebe es mit (32 Euro) oder auch ohne Deckel (16 Euro), sagte Seidl in seiner Ansprache. „Ich war ganz überrascht, dass es auf der Wiesn auch was mit Deckel gibt.“ Über seinen Witz musste der CSU-Mann jedoch alleine lachen. Die meisten Wiesn-Wirte fanden ihn mäßig lustig.

So schaut der Wiesn-Masskrug 2017 aus

Auch Kabarettist Schafroth, Gewinner des Bayerischen Kabarettpreises und bekannt aus Filmen von Marcus H. Rosenmüller, ging auf den Streit um den Bierpreis ein. In Hinblick auf seine Heimat, das Allgäu, meinte er: „Ich kann Sie nur warnen. Wir Allgäuer sind ein zähes Bergvolk. Wir sind in der Lage, Flüssigkeiten über weite Strecken zu transportieren.“ Gar in einem Güllefass wollte der Kabarettist das Bier nach München schaffen. Da musste der ein oder andere Wirt doch schmunzeln. Der stellvertretende Wirtschaftsreferent Richard Quaas (CSU) vertrat bei dem Termin Wiesn-Chef Josef Schmid, der derzeit im Urlaub ist. Angespannt sei die Stimmung trotz der Sticheleien nicht, beteuerte Quaas. Der Bier-Kas, der sei bissn.

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Lesen Sie hier den Gastbeitrag „Ich gehe seit 40 Jahren auf die Wiesn – früher war NICHT alles schöner“

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