Neues Sicherheitskonzept

Body-Cams und Videoüberwachung: Noch mehr Sicherheit für die Wiesn

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Erstmals werden Polizisten mit Bodycams ausgestattet. Zudem sollen einige Videokameras ausgetauscht werden.

Eine optimierte Videoüberwachung, erstmals Bodycams und ein interner Messenger-Dienst für die Beamten sollen das Oktoberfest in diesem Jahr noch sicherer machen.

Die Umzäunung des Festgeländes, wesentlich mehr Sicherheitskräfte und Zugangskontrollen, ein Taschen- und Rucksackverbot – aufgrund der latenten Terrorgefahr war das Sicherheitskonzept für das Oktoberfest 2016 verschärft worden. Mit Erfolg, wie Herrmann am Mittwoch betonte. Für die kommende Wiesn soll das Konzept leicht modifiziert werden. So wird die Video-Überwachung optimiert, der Fokus dabei vor allem auf die Zugangsbereich gelegt. Herrmann: „In vielen Fällen ist die Videoüberwachung ein entscheidendes Mittel zur Aufdeckung einer Straftat.“. Zehn der 33 Videokameras auf dem Festgelände werden durch moderne Kameras ersetzt, die mit höherer Auflösung Straftäter noch besser identifizierbar machen sollen.

Zum ersten Mal werden auf dem größten Volksfest der Welt Beamte mit Body-Cams unterwegs sein. Auf den Körperkameras können Vorfälle dokumentiert werden. Landespolizeipräsident Wilhelm Schmidbauer rechnet dabei nicht „mit einer hundertprozentigen Erfolgsstory“. Denn durch die Body-Cams ließen sich alkoholisierte Menschen wohl kaum beeinflussen. Mit einem Messenger-Dienst sollen Beamte Fotos und Videos schneller übermitteln können. Auch das soll der rascheren Aufklärung von Straftaten dienen. Optimiert werden sollen die Lenkung der Besucherströme sowie die Zufahrtskontrollen. Schmidbauer erinnerte an die Attentate mit Fahrzeugen in Nizza, auf einem Weihnachtsmarkt in Berlin und zuletzt in London.

Wie im Vorjahr sollen 600 Polizeibeamte auf der Wiesn im Einsatz sein. „Wir prüfen, ob eine Steigerung notwendig ist“, sagte Schmidbauer. Er sieht eine Erhöhung der Gefahr durch die Bundestagswahl am 24. September, am mittleren Wiesn-Wochenende. Die Stadt hatte die Zahl der Mitarbeiter von Sicherheitsdiensten 2016 von 150 auf 450 verdreifacht. Laut Schmidbauer dürfte die Koordinaton mit der Polizei einfacher werden: „Wir müssen nicht bei Null anfangen, weil es sich um die selbe Sicherheitsfirma handelt wie im Vorjahr.“

2016 war der neue Wiesn-Zaun noch Zankapfel im Stadtrat und darüber hinaus. Heuer wird er freilich erneut aufgestellt, zudem soll es Taschen- und Rucksackkontrollen geben. Das Konzept 2016 habe sich bewährt, sagte Innenminister Joachim Herrmann (CSU).

Die Anzahl der Straftaten auf der Wiesn ist gegenüber 2015 zurückgegangen – von 1261 auf 1110. Auch Körperverletzungen wurden weniger registriert: 348. Die Vergleichszahl 2015 lag bei 389, bei den gefährlichen Körperverletzungen mit Maßkrug waren es vor zwei Jahren 52 (43). Bei der Kriminalstatistik hatte Schmidbauer aber auch eine schlechte Nachricht: Die Anzahl der Sexualdelikte stieg von 21 auf 34. Das Oktoberfest 2016 hatte mit 5,6 Millionen Festgästen nahezu die schwächste Besucherzahl seit dem Wiesn-Attentat 1980. Damals waren nur 5,1 Millionen Menschen gekommen, 2015 waren es 5,9. Herrmann betonte, es wäre unverantwortlich, die Terrorgefahr zu unterschätzen. Wobei klar sei: „Hundertprozentige Sicherheit kann es nicht geben.“ Bei all dem stehe für ihn fest: „Die Wiesn ist und bleibt ein Aushängeschild bayerischer Lebensart. Das lassen wir uns nicht nehmen.“

Zufrieden mit dem Sicherheitskonzept war auch die Landtags-Opposition: „Kein Bürger muss Angst haben, aufs Oktoberfest zu gehen“, sagte Peter Paul Gantzer (SPD). Dass es in der Bevölkerung ein Unsicherheitsgefühl gibt, zeigt allerdings eine aktuelle Umfrage des Instituts YouGov. Demnach fühlen sich nach den Terroranschlägen der vergangenen zwei Jahre etwa 50 Prozent der Deutschen unsicherer als zuvor: 57 Prozent der Frauen, und 44 Prozent der Männer.

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