Eigentlich verboten

Wiesn-Unsitte hört nicht auf - jetzt greifen Wirte strenger durch

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Der Mass-Exer lässt sich auch dieses Jahr wieder feiern.

Eine absolute Unsitte auf der Wiesn, die eigentlich verboten ist, setzt sich auch auf dem Oktoberfest 2018 fort. Die Wirte wollen nun härter durchgreifen.

Okotberfest 2018: Jetzt greifen die Wirte härter durch 

Update 6. Oktober: Auch in diesem Jahr ging es weiter: Immer wieder wollen sich Wiesn-Besucher beweisen und damit prahlen, dass sie eine Mass wegexen können. Diese Unsitte ist eigentlich verboten, und trotzdem ist sie laut dem Schottenhamel-Wirt Michael F. Schottenhamel nicht tot zu kriegen. Deswegen gibt es seit diesem Jahr im Schottenhamel und auch in anderen Zelten, wie die Süddeutsche berichtet, eine Sittenstreife oder Sittenhüter. Sie laufen durch das Zelt und halten Leute, die gerade dabei sind, eine Mass zu exen, auf und verwarnen sie. Ignorieren sie die Warnung oder machen später da weiter, wo sie zuvor aufgehört haben, werden sie aus dem Zelt geworfen. 

Eine wirkliche Abschreckung für die „Kampftrinker“ scheint es bisher dennoch nicht zu sein, denn seit dem ersten Wochenende geht die Unsitte der letzten Jahre weiter. Ob im nächsten Jahr ein Mittel dagegen gefunden werden kann?

Wiesn-Trend Mass-Exen: Update vom 22. September 2018

Schlechte Nachrichten: Auch 2018 setzt sich die Unsitte des Mass-Exens wieder fort. Das zeigt dieses Foto aus dem Hofbräuzelt: Ein Gast steht auf einem Tisch, nachdem er eine Mass Bier auf Ex getrunken hatte. Vielleicht gehen die Sicherheitskräfte ja doch irgendwann dazu über, das härter zu sanktionieren.

Oktoberfest 2018

Unser Artikel von 2017 zum Mass-Exen

München - Eine Mass. Ganz schön viel Bier. Das man als Wiesn-Besucher gerne genießen darf und soll. Aber es sich eben nicht ohne Sinn und Verstand reinpumpen. Doch eine absolute Oktoberfest-Unsitte scheint sich auch 2017 fortzusetzen: das Mass-Exen!

Das geht so: Jemand steigt auf den Tisch. Wartet, bis genügend Leute zuschauen. Zieht sich dann einen Liter Bier am Stück rein. Und lässt sich dafür im Anschluss feiern.

Der Mass-Exer lässt sich auch dieses Jahr wieder feiern.

Fotografen der dpa und von AFP haben schon in den ersten dreieinhalb Stunden nach Anstich gleich vier männliche Wiesn-Besucher abgelichtet, die ihre Mass geext haben. Und das waren vermutlich bei weitem nicht alle.

Es wirkt fast schon wie ein Sport. Und wie die Bilder zeigen, scheinen die Menschen auch noch von der Menge bejubelt zu werden - so werden Nachahmer angespornt.

Und noch einer! Ebenfalls 2017 aufgenommen.

Oktoberfest-Wirt: „Das Ex-Trinken ist eine Unsitte“

Was davon zu halten ist, da gibt es seitens der Wirte eine klare Meinung: Gar nichts! Schon 2013 hatten die ersten angekündigt, Ex-Säufer aus dem Zelt zu werfen. „Das Ex-Trinken ist eine ­Unsitte, die um sich greift“, sagt Löwenbräu-Wirt Wiggerl Hagn. Seinerzeit hätte es fünf solcher Fälle pro Tag gegeben. „Das Problem ist, dass der Jubel andere Gäste animiert, das nachzumachen. Es ist schwierig, das in den Griff zu kriegen.“ 

Noch einer!

Damals war die Ansage: Beim ersten Mal Ermahnung, beim zweiten Mal fliegt der ganze Tisch raus! Auch der Schottenhamel hat damals schon verfügt, dass der Sicherheitsdienst auf die Ex-Trinker zugeht. 

Die Menge jubelt ...

Promis schließen sich dem an. Alt-OB Christian Ude hat schon 2014 den Wunsch geäußert, "dass Sicherheitskräfte jeden rausschmeißen, der auf die Bank steigt und eine Mass auf Ex trinkt." Und Comedian Harry G. fordert: "Die Massen werden im Halbstundentakt erneuert, aber nie geext!"

Noch einer!

Gefruchtet haben all diese Maßnahmen und Appelle wohl leider nicht, wie die ersten Mass-Exer 2017 gezeigt haben.

2015 kam sogar der  Ekel-Trend auf, aus den Schuhen Bier zu trinken.

Auch unsere Kollegin Luisa Griesbaum steht gegen den Hype ein - sie hat 2016 ein Plädoyer gegen das Mass-Exen verfasst.

Video: Glomex

SL

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