Klare Meinung von neuem Leiter

Neuer Oktoberfest-Chef macht Ansage: „Wiesn darf nicht reduziert werden auf Essen und Trinken“

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Trinken und Feiern - ein wichtiger Bestandteil der Wiesn. Doch der neue Chef fordert: Das darf nicht alles sein.

Eine Maß und ein halbes Hendl - daraus besteht für viele ein Besuch auf der Wiesn. Doch jetzt sagt der neue Oktoberfest-Chef: Das darf nicht alles sein.

München - Keine Reduzierung der Wiesn auf ein kollektives Trinkgelage - das fordert der neue Leiter der Wiesn, Clemens Baumgärtner. Auch wenn er sich sein erstes Oktoberfest erst einmal in Ruhe anschauen will - er will weg von der Wahrnehmung, dass es bei der Wiesn nur um Essen und Trinken gehe.

„Es ist meine erste Wiesn als Festleiter und nicht als Gast. Da schau ich mir alles erst einmal genau an. Und überlege dann, ob Änderungen angezeigt sind“, sagt er. „Den Volksfestcharakter zu bewahren - das ist die Überschrift über allem.“ Schließlich sei die Wiesn ein Aushängeschild für München und für Bayern, „aber auch für ganz Deutschland, weil sie im Ausland sehr stark wahrgenommen wird“. Für ihn als gebürtigen Münchner sei es eine besondere Ehre, nun das größte Volksfest der Welt zu leiten.

Neuer Wiesn-Chef: Image als Trinkgelage greift zu kurz

Auf „gar keinen Fall“ sei an dem Grundkonzept etwas zu ändern. „Aber an der oft unzutreffenden ‚Vertonung‘ muss man etwas tun“, sagt er. „Die Wiesn darf nicht reduziert werden auf Essen und Trinken.“ Das Image als reines Trinkgelage greife zu kurz. „Es gibt einen guten Teil der Gäste, die gehen gar nicht ins Festzelt.“ Schließlich bietet die Wiesn Hightechgeräte ebenso wie hundert Jahre alte Nostalgie-Karussells. „Es gibt junge Leute, die gehen auf die Wiesn und fahren zehnmal den Fünferlooping, weil sie es schön finden.“

Baumgärtner war vom Stadtrat Ende vergangenen Jahres zum Nachfolger von Josef Schmid (CSU) gewählt worden, der in den Landtag einzog. „Mein Ansatz als Wirtschaftsreferent wird sich von dem meines Vorgängers nicht wesentlich unterscheiden“, sagte er.

Die Rezeptur für das Volksfest: Brauchtum erhalten und mit Bedacht Neuerungen einführen. Erstmals sollen etwa in diesem Jahr chinesische Gäste über das Online-Bezahlsystem Alipay ihre Maß oder ihr Hendl zahlen können. Allerdings gebe es auf der Wiesn Grenzen für die Digitalisierung. Unvorstellbar sei etwa, dass im Bierzelt „alle nur noch mit dem Kopfhörer herumsitzen und jeder seine eigene Musik hört“.

Wiesn-Chef hat klare Meinung zu aktuellen Bierpreisen

Beim „Politikum“ Bierpreis geht der Neue mit den Wirten nicht allzu hart ins Gericht. Drei Prozent Erhöhung sei „noch akzeptabel“. Die Debatte um die angeblich zu hohen Preise auf der Wiesn ärgere ihn. Sowohl das Bier als auch das Essen sei nicht erheblich teurer als in Gastronomie-Betrieben in der Innenstadt. Dafür garantiere die Wiesn höchste Qualität.

Wer wird das neue tz-Wiesn-Madl? Wir zeigen Fotos der Teilnehmerinnen und geben Ihnen alle Infos.

dpa

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