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Tristes Oktoberfest: Bier? Wer hat Hunger? Wiesn-Kellner müssen vor dem Zelt Gäste anwerben

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Von: Leoni Billina, Phillip Plesch

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Auf Gäste-Fang: Bedienung Simon (M.) versucht, mit Schildern Besucher in die Bräurosl zu locken.
Auf Gäste-Fang: Bedienung Simon (M.) versucht, mit Schildern Besucher in die Bräurosl zu locken. © Achim Frank Schmidt

Die Wiesn 2022 ist verregnet und kalt - dementsprechend wenige Menschen sind manchmal unterwegs. Einige Kellner werden beim Gästefang kreativ.

München - Die Straßen sind leer, viele Buden sind vormittags noch verschlossen. In anderen Standln frieren die Schausteller tapfer vor sich hin. Das 187. Oktoberfest gibt diese Woche – zumindest mittags – ein ziemlich tristes Bild ab. Und auch vor den großen Zelten: Dort, wo sich sonst Menschentrauben sammeln und um den Einlass kämpfen, ist kaum etwas los.

Stattdessen stehen Bedienungen vor den Eingängen – auf Gäste-Fang. Besonders einfallsreich ist Simon aus der Bräurosl: Zwei italienische Touristen heben die gut gelaunte Bedienung hoch, er hält dabei zwei große Tabletts in den Händen, auf die er geschrieben hat: „Wer hat Hunger?“ Und: „Bier?“

Simon sagt: „Es kommt schon immer mal wieder vor, dass wir mittags unter der Woche an unseren Tischen ein paar Plätze frei haben.“ Dann gehe einer aus dem Team raus, mache ein bisschen Stimmung und fische sich so die fehlenden Gäste an die Tische – „Eine Mords-Gaudi und es klappt immer.“

Kellner aus der Ochsenbraterei: 30 Prozent weniger Einnahmen als sonst

Auch auf der Suche nach Gästen war am Mittwoch Tobi aus der Ochsenbraterei, der bereits das fünfte Mal auf dem Oktoberfest in München arbeitet. Dass man mittags unter der Woche mal vor den Zelten nach Gästen angelt, sei normal, sagt er. Allerdings habe er es so extrem wie dieses Jahr noch nie erlebt. „Auch vor den anderen Zelten sieht man immer wieder Bedienungen, die versuchen die Leute gleich abzufangen.“ Wenn sie das nicht machen würden, könnte es sein, dass die Tische teilweise leer bleiben, sagt er. Noch bleiben ein paar Tage Wiesn, trotzdem schätzt er, dass er wohl etwa dreißig Prozent weniger verdienen wird als sonst (alles zu den Wiesn-Reservierungen).

Anders ist es bei Josef vom Marstall-Festzelt. Er ist schon das zwölfte Jahr als Bedienung auf der Wiesn. Er sagt zur laufenden Wiesn: „Es ist sehr gut.“ Wegen des Wetters sei tagsüber mal weniger los, aber ein Problem gebe es nicht. Sein Verdienst sei vergleichbar mit den früheren Festen. Auf Gäste-Fang muss er daher nicht gehen. pp, leo

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