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Yes, we camp! In Thalkirchen schlagen Wiesn-Gäste aus der ganzen Welt ihre Zelte auf

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Gäste aus Neuseeland: Die Besucher von der Südhalbkugel der Erde loben das gute Essen auf der Wiesn.
Gäste aus Neuseeland: Die Besucher von der Südhalbkugel der Erde loben das gute Essen auf der Wiesn. © Michaela Rehle

München und die Wiesn - das sind beides teure Pflaster. Wer zumindest weniger für die Unterkunft ausgeben will, für den könnte Camping in Thalkirchen eine Option sein. Wir haben uns umgesehen.

München - Im Minutentakt kommen Gruppen mit strahlenden Gesichtern vom Gelände neben der Floßlände. Das Wetter: greislig. Die Stimmung: gigantisch! Die Wolken stören kaum, bunte Dirndl und Hemden sorgen für die nötige Farbe. So geht es in diesen Tagen zu am Campingplatz Thalkirchen. Die Gäste sind meist jung. „Das ist jedes Jahr so“, erklärt der Campingplatzbetreiber Klaus Bartl. „Wir sind vor allem Anlaufstelle für Besucher mit einem kleineren Budget“, weiß er. Fast alle wollen auf die Wiesn, einige machen erst eine Tour durch München und stürzen sich dann in die große Wiesn-Gaudi, standesgemäß eingekleidet mit Lederhosen, Dirndl und Co. (alles zu den Wiesn-Reservierungen).

Heuer kommen besonders viele Touristen aus Übersee, die eine längere Anreise hatten und damit auch gleich einen längeren Aufenthalt geplant haben: USA, Australien, Neuseeland. Allerdings hat es auch einige kurzfristige Absagen gegeben. Ob es am dauerhaft schlechten Wetter liegt, oder doch an der Skepsis gegenüber der steigenden Inzidenz, kann Bartl nicht einschätzen. An der Stimmung auf dem Campingplatz liegt es aber sicher nicht. Denn hier geht die Wiesn täglich bis spät in die Nacht in die Verlängerung.

„Natürlich gibt es auch immer Besucher, die es übertreiben“

„Natürlich gibt es auch immer Besucher, die es übertreiben, aber der überwiegende Teil ist sehr anständig und weiß sich zu benehmen“, sagt Bartl. Auch nach langen Nächten geht es am nächsten Tag meist munter weiter. Manche nehmen ihr Bier in der Dose schon als Wegzehrung mit, es werden lustige Bilder vor Zelten und Wohnwagen geschossen. Auch Geburtstagsfeiern mit bunten Luftballons sind hier schon über die Bühne gegangen. Damit auch niemand ohne Tracht auf die Wiesn gehen muss, können die Besucher in einem Extra-Zelt Dirndl, Lederhosen und T-Shirts und Pullis mit Oktoberfest-Aufdruck kaufen. Ein perfekter Rundum-Service.

Bethany und Mateo zum Beispiel sind mit ihren Kindern Anja, Ludo und Eva nach langer Zugfahrt aus Kopenhagen angekommen – und haben sich über die Party bis 4 Uhr in der Früh gewundert. Daheim in den USA gibt es auch ein Oktoberfest, „aber das ist viel kleiner“.

„Wir machen es immer so, wenn wir auf die Wiesn gehen.“

Nicole und Hartmund sind mit ihrem Wohnwagen aus Künzelsau in Baden-Württemberg angereist. „Wir machen es immer so, wenn wir auf die Wiesn gehen.“ Dieses Jahr hatten sie ganz besonderes Glück: An einem Tisch von Freunden sind zwei Plätze im Festzelt frei geworden, „da haben wir gleich die Gelegenheit genutzt“. Heuer sind die beiden besonders dankbar, dass sie ein festes Dach über dem Kopf haben. „Im Zelt wäre es jetzt schon arg kalt.“ Sie zahlen mit dem Wiesnzuschlag 50 Euro pro Nacht.

In einer großen Gruppe sind gleich mehrere Neuseeländer angereist. Geschlafen wird in zwei Zelten. Sie loben vor allem das gute Essen auf der Wiesn. Es sei aber besonders in den Festzelten „sehr teuer“. Zu schaffen macht ihnen auch die Kälte. „Manche von uns haben heute schon vier Tassen Tee getrunken.“ Es sei aber trotzdem „sehr lustig“. Die meisten Dirndl haben sie im Internet bestellt, die original-bayrischen seien aber „viel schöner“.

Jack, Will, Graham und Jake sind Amerikaner, studieren aber derzeit verteilt in ganz Europa. Sie sind zum ersten Mal auf dem Oktoberfest. Und es macht ihnen riesig Spaß. „Das Bier ist super, das beste Bier, das wir je getrunken haben.“ Sie campen, weil es für sie die günstigste Möglichkeit zum Übernachten ist. „Wir sind Studenten und da ist es auch nicht so dramatisch, mal in einem Zelt zu schlafen. Außerdem seien die Zelte, die hier extra aufgebaut wurden, „sehr gemütlich“. M. WANDINGER

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