Abschlussbericht zeigt Schattenseiten

Das sind die Problemzonen der Wiesn

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An Spitzentagen wie dem 3. Oktober wird es in der Wirtsbudenstraße oder in der U-Bahn bedenklich eng.

München - Rund 6 Millionen Menschen feiern jedes Jahr auf der Theresienwiese eine Riesenparty. Doch das Oktoberfest hat auch seine Schattenseiten.

Das Oktoberfest ist mit regelmäßig über sechs Millionen Gästen das mit Abstand größte Volksfest der Welt. Und der allergrößte Teil von ihnen kommt wieder wohlbehalten nach Hause. Das heißt aber nicht, dass es auf der Wiesn überhaut keine Probleme gibt. Am Dienstag wird Bürgermeister und Wiesn-Chef Josef Schmid dem Stadtrat den Abschlussbericht des Oktoberfestes 2014 vorlegen. Und da kann man auch etwas über die Schattenseiten des Festes erfahren.

  • An Spitzentagen wie dem 3. Oktober war vor allem die Wirtsbudenstraße total überfüllt. „Die Möglichkeit einer raschen Räumung eines Zeltes dürfte kaum gegeben sein“, heißt es in dem Bericht. Sprich: Wäre etwas in einem Zelt passiert, wäre eine Evakuierung unmöglich gewesen. In Zukunft soll mehr über die Medien appelliert werden, an solchen Tagen die Wiesn nicht zu besuchen.
  • In der U-Bahn ist ebenfalls nicht nur an solchen Tagen kein Platz mehr. Die MVG berichtet, kritische Situationen habe man nur „weitgehend vermeiden“ können. Der U-Bahnhof Theresienwiese sei oft „an der Grenze zur Überbelastung“. Ein Lösungsvorschlag: vom Hauptbahnhof den Fußweg zur Wiesn noch besser beschildern.
  • Vorglühen vor den Zelten: Vor allem am ersten Wiesn-Tag, aber auch an anderen Samstagen und Sonntagen stehen junge Besucher an den Zelten Schlange, um Einlass zu bekommen. Die Spaten-Biertanker hatten Probleme durchzukommen. Das Veranstaltungsbüro der Wiesn schlägt vor, die Zelte statt wie voriges Jahr um 9 erst wieder um 10 Uhr zu öffnen.
  • Besorgniserregend: Am Security Point der Aktion sichere Wiesn für Mädchen und Frauen meldeten sich mit 221 Besucherinnen 41 Prozent mehr als im vorigen Jahr. Allerdings wird das auch darauf zurückgeführt, dass die Polizei verstärkt vermittelte. Außerdem wurden 2013 20 alkoholisierte Jugendliche aufgegriffen.

Das sagt der Wiesn-Chef

Josef Schmidt.

Brenzlige Situationen auf dem Festgelände und in der U-Bahn: Stößt das Oktoberfest an seine Grenzen? „Nein“, sagt Wiesn-Chef Josef Schmid zur tz. „Die Lage wird jeden Tag und ständig neu eingeschätzt. Und wenn es brenzlig werden sollte, können wir die U-Bahn durchfahren lassen oder auch Wege auf dem Gelände vorübergehend sperren.“ Was die U-Bahn betrifft, solle die neue U9 den U-Bahnhof entlasten. Was man gegen die Warteschlangen am Morgen unternehmen kann? „Meine Verwaltung schlägt eine spätere Öffnung vor, um so manchen Disco-Gast doch noch zum Heimgehen vor dem Wiesn-Besuch zu bringen. Die Wirte meinen, die frühe Öffnung der Zelte mache Platz davor frei.“ Wie es weitergeht, solle der interfraktionelle Arbeitskreis beschließen.

Johannes Welte

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