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Corona-Hygienevorschriften auf der Wiesn? Stadt schildert, wie kompliziert die Lage ist

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Von: Michelle Brey

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So voll war das Oktoberfest einst vor der Corona-Pandemie. 2022 findet die Wiesn nach zwei Jahren Pause statt.
So voll war das Münchner Oktoberfest einst vor der Corona-Pandemie. 2022 findet die Wiesn nach zwei Jahren Pause wieder statt. © Heinz Gebhardt/imago

Das Oktoberfest findet 2022 wieder statt - ohne Hygienemaßnahmen. Wiesn-Wirte und Schausteller können selbst über Schutzmaßnahmen gegen Corona bestimmen.

München - Lederhose und Dirndl liegen bei vielen schon bereit: Am 17. September beginnt das Oktoberfest in München. Zwei Jahre Wiesn-Pause, bedingt durch die Coronavirus-Pandemie, gehören dann der Vergangenheit an.

Doch nicht bei allen ist die Vorfreude so groß: Wie eine Umfrage zeigte, machen sich bei einigen auch Bedenken breit. Eine Rolle spielt hierbei - noch immer - Corona. Denn auch rund zweieinhalb Jahren nach Beginn der Pandemie ist das Virus noch präsent. Ein Faktor, der neben den Wiesn-Gästen auch eine Rolle für Wirte und Schausteller eine Rolle spielt. Gibt es auf dem Oktoberfest Corona-Schutzmaßnahmen?

Oktoberfest 2022: Corona-Hygienevorschriften bei der Wiesn rechtlich gar nicht möglich

Das aktuelle Infektionsschutzgesetz lasse Vorgaben hinsichtlich Hygienemaßnahmen oder Ähnlichem nicht zu, wie das Referat für Arbeit und Wirtschaft (RAW) als Veranstalter des Oktoberfestes auf Anfrage von tz.de mitteilte. „Die letzten Änderungen des Infektionsschutzgesetzes haben den rechtlichen Handlungsrahmen für Infektionsschutzmaßnahmen deutlich limitiert, sodass behördliche Auflagen, wie beispielsweise Zugangsbeschränkungen, verpflichtende Hygienekonzepte etc., nach derzeitiger Gesetzeslage nicht möglich sind.“

Der Einfluss der Stadt München als Veranstalter beschränke sich auf die Straßen auf dem Festgelände unter freiem Himmel, hieß es weiter. „Die Schausteller und Gastronomiebetriebe üben das Hausrecht auf den ihnen überlassenen Flächen aus“, so das RAW. Im Umkehrschluss bedeutet das: Schausteller und Gastronomiebetriebe bestimmen über etwaige Hygienemaßnahmen selbst. Das RAW fügte jedoch gegenüber tz.de noch an: „Die Zelte sind belüftbar. In den Toilettenanlagen werden Möglichkeiten für die Handhygiene bereitgestellt.“

Oktoberfest in München: Maskenpflicht auf der Wiesn - Söder verzichtet

Auch eine Maskenpflicht ist nach derzeitigem Stand (8. September) nicht für das Oktoberfest geplant. Nicht zuletzt sprach Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hinsichtlich dieser Thematik Klartext. Söder werde beim Wiesn-Besuch keine Maske tragen. „Ich komme ohne Maske“, sagte der CSU-Chef gegenüber Bild. Jeder Oktoberfest-Besucher solle „eigenverantwortlich entscheiden, ob und wie er die Wiesn besucht“, äußerte sich der Politiker weiter. Auf seine Ankündigung hin erhielt Söder in den sozialen Medien Gegenwind.

Oktoberfest: Schutzmaßnahmen in Zelten und bei Fahrgeschäften

Dementsprechend werde es „keine besonderen Maßnahmen“ in den Wiesn-Zelten geben, sagte Peter Inselkammer, Sprecher der Wiesnwirte gegenüber dem Bayerischen Rundfunk. Der Hintergrund: „Weil wir keine Maßnahmen sehen, die grundlegend was bringen würden.“ Stattdessen werde man so handeln, wie man in der Gastronomie den Sommer 2022 bewältigt habe. Laut Yvonne Heckl, Schausteller-Sprecherin, würden Mitarbeiter regelmäßig Corona-Tests machen und bekämen auf ihren Wunsch hin auch Masken. Heckl äußerte sich ebenfalls gegenüber dem BR.

Ein volles Zelt auf dem Oktoberfest: Nach zwei Jahren Pause wird es 2022 wieder so aussehen. (Archivbild)
Ein volles Zelt auf dem Oktoberfest: Nach zwei Jahren Pause wird es 2022 wieder so aussehen. (Archivbild) © McPHOTO/Jochen Müller/imago

Corona-Welle nach Wiesn erwartet: Volksfeste in Dachau und Straubing als Beispiele

Nach dem Ende der Wiesn am 3. Oktober prognostizieren Experten dann einen Anstieg an Corona-Infektionen. Diese Tendenz war zuletzt auch bei einigen Volksfesten, wie etwa in Dachau oder in Straubing, zu beobachten. Ähnlich wie nun auch beim Oktoberfest hatte es hier keine besonderen Vorgaben hinsichtlich des Coronavirus gegeben. (mbr)

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