Fall könnte neu aufgerollt werden

Neue Ermittlungen zum Wiesn-Attentat?

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Der verwüstete Tatort nach dem Oktoberfest-Attentat im Jahr 1980.

München - Die Bundesanwaltschaft erwägt einem Medienbericht zufolge, die Ermittlungen zum Oktoberfest-Attentat vor 34 Jahren neu aufzurollen.

Die Entscheidung soll noch danach noch in diesem Jahr fallen. „Wenn sich zureichende, tatsächliche Anhaltspunkte für weitere Tatbeteiligte ergeben sollten, werden wir die Ermittlungen wieder aufnehmen“, sagte ein Sprecher der Bundesanwaltschaft der „Süddeutschen Zeitung“ (Montag).

Die Grünen im Bundestag verlangten unterdessen, die Bundesregierung solle die Wiederaufnahme der Ermittlungen anordnen. Es müssten alle Akten auf den Tisch. Der Vizefraktionschef Konstantin von Notz und Hans-Christian Ströbele fordern von der Bundesregierung Auskunft darüber, ob ein früherer Waffensammler, der möglicherweise ein Hintermann sein könnte, als V-Mann einer Sicherheitsbehörde diente. „Wir werden deshalb in der kommenden Woche auch den Innenausschuss des Deutschen Bundestages mit dem Vorgang befassen.“

Zudem hatte der Opferanwalt Werner Dietrich zum Jahrestag des Attentats am 26. September erneut einen Wiederaufnahmeantrag in Karlsruhe eingereicht, sein vierter nach 1983, 1984 und 2008. Darin führt er eine neue Zeugin an. Die Frau soll am Tag nach dem Anschlag Flugblätter mit einem Nachruf auf den Attentäter Gundolf Köhler gefunden haben - noch bevor dessen Name öffentlich bekannt war. „Die dazu erforderlichen Abklärungen dauern an“, sagte der Sprecher der Karlsruher Behörde. „Wir werden die Öffentlichkeit zu gegebener Zeit über das Ergebnis unterrichten.“ Einen Zeitrahmen nannte er nicht.

Bei dem Wiesn-Anschlag im Jahr 1980 waren 13 Menschen getötet worden, darunter der Täter - der 21-jährige Gundolf Köhler, Anhänger der rechtsextremen „Wehrsportgruppe Hoffmann“. Die Ermittler sahen ihn bisher als Einzeltäter. Daran werden aber immer wieder Zweifel laut.

Schon seit Ende 2013 prüfen die Bundesanwälte in Karlsruhe, ob eine Wiederaufnahme infrage kommt. Einen aktuellen Anlass biete der Antrag des Opferanwalts Werner Dietrich, in dem dieser eine neue Zeugin angeführt habe, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“.

Die Bundesanwaltschaft habe die Zeugin vernommen, sie habe einen angeblichen Mittäter namentlich benannt. In dessen Spind wolle die Frau am Tag nach dem Anschlag Flugblätter mit einem Nachruf auf Gundolf Köhler gefunden haben - noch bevor dessen Name bekannt war. Derzeit prüfe Karlsruhe die Verlässlichkeit der Aussage.

dpa

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