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Widerstand wegen Energiekrise formiert sich: „Macht dem Oktoberfest das Licht aus“

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Von: Miriam Haberhauer

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Die Münchner Wiesn scheint von den aktuellen Energiesparmaßnahmen nicht betroffen zu sein – zum Ärger vieler Bürger. Auf Twitter machten einige ihrem Unmut nun Luft.

München – Vor mehr als einem halben Jahr begann Russland unter Präsident Wladimir Putin seinen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg auf die Ukraine. Seine Konsequenzen haben Deutschland längst erreicht. Bürger und Unternehmen sind angehalten, Energie zu sparen. Einzig die Wiesn scheint von den Vorgaben befreit zu sein, ärgern sich einige.

Oktoberfest 2022: Volle Beleuchtung trotz Energiesparverordnung ?

Deutschlands Supermärkte drehen die Heizungen herunter, halten die Türen möglichst geschlossen und rufen auch ihre Kunden dazu auf, beim Einkauf bewusst Energie zu sparen. Mit diesen Maßnahmen folgen sie den Hinweisen der Energiesparverordnung vom 1. September.

Auch Privathaushalte sollen Teil der Lösung sein – immer wieder veröffentlichen Bund und Länder Tipps zum Energiesparen zu Hause. Möglichst jeder soll mitmachen, viele Menschen nehmen aktuell Einschränkungen auf sich, um Energie zu sparen.

Energiesparkrise – nicht auf dem Oktoberfest?

Nur das Oktoberfest scheint von den aktuellen Sparmaßnahmen nicht betroffen zu sein. Bis tief in die Nacht strahlen Riesenrad, Buden und Festzeltbeleuchtung in den Münchner Nachthimmel. So manch einer fragt sich, warum das größte Volksfest der Welt von der Anweisung zum Energiesparen ausgenommen scheint.

Dabei verbraucht die Wiesn in knapp zwei Wochen in etwa so viel Energie wie eine komplette Kleinstadt: Während des Oktoberfests 2019 wurden drei Millionen Kilowattstunden Strom verbraucht. „Das entspricht dem Jahresbedarf von 1200 Haushalten oder 15 Prozent des Münchner Tagesbedarfs“, erklärten die Stadtwerke München.

„Aus Solidarität“: Twitter-Nutzer fordern Wiesn-Energiesparmaßnahmen

Auf Twitter machten zahlreiche Nutzer ihrem Ärger nun Luft: Angesichts der Tatsache, dass Straßenbeleuchtungen abends abgeschaltet, Schwimmbäder heruntergekühlt und Saunen geschlossen werden, erscheint die strahlend helle Beleuchtung auf der Theresienwiese vielen wie ein Schlag ins Gesicht.

Ein Nutzer forderte deshalb: „Es sollte aus Solidarität auch kein Licht mehr auf dem Oktoberfest geben.“ Ein anderer formulierte es noch drastischer und forderte: „Macht dem Oktoberfest das Licht aus.“ Die Stadt München hatte bereits im Juli erste Sparmaßnahmen angekündigt: Sie wolle auf die Beleuchtung historischer Gebäude komplett verzichten, Straßenlaternen dimmen und nicht benötigte Ampelschaltungen und Brunnen abschalten. (mlh)

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