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Vorsicht vor dem Volksfest-Virus - Experten rechnen mit steigender Inzidenz

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Von: Phillip Plesch

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Oktoberfest-Besucher feiern in einem Festzelt.
Oktoberfest-Besucher feiern in einem Festzelt. © Sven Hoppe/dpa

Am Samstag geht´s los, das Oktoberfest beginnt. Neben vollen Festzelten und ausgelassener Stimmung gibt´s dann wohl auch wieder steigende Corona-Zahlen.

Die Corona-Lage in München scheint sich zu beruhigen. Für Montag meldete das RKI 1015 neue Corona-Fälle und acht weitere Todesfälle. Die Sieben-Tage-Inzidenz betrug gestern 175,7. „Insbesondere die Anzahl an schwer kranken Covid-19 Patienten in den Kliniken ist niedrig und nimmt nicht zu“, sagt Corona-Experte Dr. Christoph Spinner. Eine Momentaufnahme, denn mit Wiesn-Beginn erwartet der Infektiologe und Pandemiebeauftragte des Uniklinikums rechts der Isar eine Veränderung.

„Das Oktoberfest wird sehr wahrscheinlich zu einer Steigerung der Infektionsinzidenz führen“, sagt Dr. Spinner. „Von anderen Volksfesten wissen wir, dass ein Anstieg um das Zwei- bis Dreifache kommen kann.“ Die gute Nachricht: Im Zusammenhang mit anderen Volksfesten wird bisher nicht von einer relevanten Zunahme schwerer Covid-19-Verläufe berichtet. Spinner mutmaßt, dass die Immunkompetenz durch Impfung und Genesung zwischenzeitlich gestiegen sei.

Oktoberfest: Gesundheitsreferat wirbt für Schutzimpfung

Um die Corona-Folgen möglichst gering zu halten, wirbt die Stadt dafür, zum Impfen zu gehen. Neben einer Werbekampagne an öffentlichen Plätzen wurden alle Alten- und Pflegeheime von der Stadt telefonisch kontaktiert, um auf mobile Teams aufmerksam zu machen.

Dr. Christoph Spinner
Dr. Christoph Spinner, Pandemiebeauftragter am Klinikum rechts der Isar der TU München. © Angelika Warmuth/dpa/Archiv

Die Entwicklungen auf der Wiesn hat der 2020 gegründete Stab für Außergewöhnliche Ereignisse im Auge. „Darüber hinaus gibt es während des Oktoberfestes eine Koordinierungsrunde, die unabhängig von Corona täglich die Lage auf der Wiesn beurteilt“, teilt das Gesundheitsreferat mit. Notwendige Entscheidungen werden hier in enger Kooperation mit den beiden Krankenhauskoordinatoren für München getroffen. Doch der Rahmen ist begrenzt: „Behördliche Auflagen, wie Zugangsbeschränkungen und verpflichtende Hygienekonzepte, sind nach derzeitiger Gesetzeslage nicht möglich.“

Das spielt neben Corona auch für die Grippe eine Rolle. Aktuell ist die Influenza-Aktivität laut RKI niedrig. „Dennoch kann mit Blick aufs Oktoberfest, insbesondere für Risikopersonen, eine Impfung sinnvoll sein“, sagt Dr. Spinner. Das Gesundheitsreferat schließt nicht aus, dass die saisonale Influenzawelle heuer heftiger ausfallen werde als 2021/22, also mit hohen Fallzahlen und einer erheblichen Belastung der medizinischen Versorgungssysteme.

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