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Wiesn-Premiere nach kometenhaftem Aufstieg: Junge Band aus Oberbayern vor großem Durchbruch?

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Von: Peter Loder

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Spielen als „Saustoi“ auf der Wiesn (v.l.): Fabian Eckmann, Flo Reimer, Chris Rind, Kleo Leike und Sascha Pakai.
Spielen als „Saustoi“ auf der Wiesn (v.l.): Fabian Eckmann, Flo Reimer, Chris Rind, Kleo Leike und Sascha Pakai. © saustoi

In einer Woche startet in München das Oktoberfest. Mit dabei ist zum ersten Mal eine Band aus Fürstenfeldbruck. „Saustoi“ spielt an 17 Abenden im Ammer-Bierzelt auf der Wiesn.

Fürstenfeldbruck – Für die Gruppe ist es ein kometenhafter Aufstieg. Noch vor wenigen Jahren waren die Musiker lediglich eine Schulband. Eigentlich steht das Ammer-Bierzelt auf dem Oktoberfest seit 1885 für frisch zu verputzendes Bio-Geflügel. Doch heuer wird in der ältesten Hühnerbraterei der Welt die Sau raus gelassen. Und das gleich an allen 17 Abenden, wenn täglich von 19 bis 23 Uhr die an Brucks Ferdinand-von-Miller-Realschule geborene und in Aich aufgewachsene „Saustoi“-Band mit ihrem Partysound das Zelt rockt.

Oktoberfest in München: Band aus Fürstenfeldbruck tritt in Bierzelt auf

Für die vor sieben Jahren gegründete fünfköpfige Gruppe ist das „so eine Art Ritterschlag“, wie Bandleader Florian Reimer den rauschenden Aufstieg beschreibt. Der 23-jährige IT-Techniker ist das Sprachrohr der Gruppe, die 2015 als Schulband gegründet wurde und bei der Abschlussfeier im Brucker Veranstaltungsforum derart auftrumpfte, dass es selbst den Ministerialbeauftragten vom Hocker riss. „Ihr müsst weitermachen“, muntere Ernst Fischer damals das Quintett auf.

Saustoi tritt auf Oktoberfest auf: Erster Band-Auftritt beim Weinfest

Womit er nicht nur Reimer, den Sohn eines in Aich ansässigen Elektromeisters, unter Strom setzte, sondern auch dessen ebenfalls im ländlichen Stadtteil-Ort lebenden musikalischen Kumpel Christoph Rind (24). Mit an Bord sind seitdem die in Bruck wohnende Sängerin Kleo Leichl (20), Fabian Eichmann (21) und Drummer Sascha Pakai, der als einziges Bandmitglied auch Musikprofi ist. Der 21-Jährige ist Inhaber des in Bruck ansässigen „Enter-our-Age“-Tonstudios. Zur Crew gehören auch die Techniker Tobias Reimer sowie Ralf Vonhausen, Jakob Ludwig und Maxi Kuhn.

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Ihren ersten Auftritt außerhalb der Schule hatten die Fünf beim Weinfest-Heimspiel in Aich, wo sie auch am 8. Oktober wieder dabei sind. Damals probte die Gruppe noch im Keller von Reimers Mehr-Generationen-Elternhaus am Ebnerweg. Dort wurde auch der Bandname geboren: „Der Opa kam immer runter und grummelte, was wir für einen Saustall hinterlassen haben.“ Der Name ist Programm geblieben und „Saustoi“ in der Partyszene ein Begriff geworden.

Wiesn-Premiere für Band aus Fürstenfeldbruck: Saustoi - Durchbruch beim Altstadtfest

Der Durchbruch fürs „Saustoi“ kam 2017 beim Brucker Altstadtfest. Den Weg ins Hendl-Zelt von Ammer-Festwirt Josef Schmidbauer hat Kaltenbergs Brauerei-Manager Oliver Lenz geebnet, der beste Kontakte zur Wiesn-Szene hat, obwohl Brucks Königlich-Bayerischer Bierstätte seit Jahrzehnten die Oktoberfest-Präsenz verwehrt wird. Bei einem Auftritt in der heimischen Marthabräuhalle wurde „Saustoi“ von Schmidbauers Crew live begutachtet und sofort verpflichtet.

Die Abende müssen die Musiker nach alter Ammer-Tradition mit der Bayernhymne eröffnen. Danach darf aber gerockt werden, was das 80 Songs umfassende Band-Repertoire hergibt. „Anfangs noch gesitteter als Begleitmusik zum Hendl-Schmaus“, erklärt Reimer, doch ab 21 Uhr soll das gesättigte Volk in dem für Wiesn-Verhältnisse kleinen 450-Personen-Zelt auf den Bänken stehen. Ob Skandal oder nicht, an einem Lied führt auf der Wiesn kein Weg vorbei: „Natürlich spielen wir jeden Abend die ,Layla’“, kündigt Reimer an. Der finale Rausschmeißer steht auch sonst fix in der Setlist: Robbie Williams Ohrwurm „Angels“.

Saustoi: Das große Sprungbrett?

Um fit zu bleiben gilt: „Kein Bier in Massen, sondern Radler in Maßen.“ Noch bezeichnen sich die fünf „Saustoi“-Interpreten als Musikamateure, waren aber schon geschäftstüchtig genug, um sich als GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts) registrieren zu lassen. Ganz ausschließen will Reimer eine Karriere als Musikprofi nicht. „Das werden die nächsten zwei Jahre zeigen. Aber der Schritt dorthin ist groß.“

Dass es nach dem Ritterschlag unter der Bavaria noch zu einer Fernseh-Krönung vor einem Millionenpublikum kommt, ist der große Traum. Weshalb Florian Silbereisen oder Stefan Mross vielleicht mal im Ammer-Zelt vorbeischauen sollten, denn die TV-Shows der beiden Schlager-Größen betrachtet der junge Aicher als das große Sprungbrett.

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