Chef einer Reinigungsfirma angeklagt

Schwarzarbeit im Wiesnzelt? Es geht um mehrere Millionen nicht gezahlter Abgaben

Nach einer Razzia im Winzerer Fähndl wurde ein Putzfirma-Chef festgenommen
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Nach einer Razzia im Winzerer Fähndl wurde ein Putzfirma-Chef festgenommen (Archivbild).

Im Wiesnzelt „Winzerer Fähndl“ ist der Chef einer Reinigungsfirma am 1. Oktober 2018 bei einer Razzia festgenommen worden. Es ging um Schwarzarbeit. Nun gibt es Neuigkeiten.

  • Der Chef einer Reinigungsfirma muss sich vor Gericht verantworten
  • Ali A. wurde bei einer Razzia im Wiesnzelt „Winzerer Fähndl“ 2018 festgenommen
  • Er soll mehr als 4,3 Millionen Euro Abgaben nicht gezahlt haben.

München -  Laut Anklage soll Ali A. von Anfang 2013 bis Mitte 2018 mehr als 4,3 Millionen Euro Abgaben – Sozialabgaben, Umsatz- und Gewerbesteuer – nicht gezahlt haben.

Die Staatsanwaltschaft nahm den Fall, der seit dieser Woche vor dem Landgericht München I verhandelt wird, zum Anlass, einen kleinen Einblick zu geben, wie sie Schwarzarbeit ermittelt und verfolgt.

Oktoberfest in München: Schwarzarbeit im Wiesnzelt? Angeklagter äußerte sich

„Ali A. kamen wir durch ein Insolvenzverfahren auf die Spur“, berichtete die Staatsanwältin Melanie Warnecke, am Donnerstag im Rahmen einer Presserunde. Denn der Mann soll immer wieder neue Reinigungsfirmen mit ähnlich klingenden Namen gegründet und so lange mit einer gearbeitet haben, bis er eine Umsatzsteuer-Prüfung befürchten musste. Dann ließ er die Firma insolvent gehen und gründete schnell eine neue. Der Angeklagte soll mit seiner Reinigungsfirma nicht nur auf dem Oktoberfest, sondern auch auf dem Nockherberg gearbeitet haben.

Ali A. hat mittlerweile ein Geständnis abgelegt. Im Rahmen einer Verständigung zwischen Gericht, Anklage und Verteidigung erwartet den 38-Jährigen nun eine Haftstrafe zwischen vier Jahren, vier Monaten und vier Jahren, neun Monaten. Ein Urteil wird in drei Wochen erwartet.

Schwarzarbeit im Wiesnzelt? - Fünf Staatsanwälte bearbeiten Schwarzarbeitsdelikte

Nach Angaben von Staatsanwältin Melanie Warnecke gehen seit dem Jahr 2017 jährlich etwa 600 neue Verfahren mit dem Sachgebiet „Vorenthalten und Veruntreuen von Arbeitsentgelt“ bei der Staatsanwaltschaft München I ein. Fünf Staatsanwälte bearbeiten schwerpunktmäßig Schwarzarbeitsdelikte. Ordnungswidrigkeitsverfahren wie beispielsweise Mindestlohnverstöße und Verstöße gegen Aufzeichnungspflichten bearbeitet der Zoll in eigener Zuständigkeit. 

Weitere Nachrichten vom Oktoberfest in München: Übernimmt der Freistaat künftig der Finanzierung der Wiesn-Sicherheit? Aussagen von Wirtschaftsminister Hubert Freiwang deuten darauf hin.

Im September startet das Oktoberfest wieder. Wie das offizielle Wiesn-Plakat 2020 aussehen wird, ist am 31. Januar öffentlich bekannt gegeben worden. Ein Detail überrascht.

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