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Der große Wiesn-Bußgeldkatalog

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Von: Julia Anton, Anna Farwick

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Plakat
Masskrug-Klau ist kein neues Phänomen und wird geahndet. Hier hängt Wiesn-Wirt Günther Steinberg 1997 ein Plakat auf, dass darauf hinweist. © mzv-mm

München - Im Wiesn-Fieber hat man oft abenteuerliche Ideen - nicht immer die besten. Diese Dinge sollten Sie nicht tun, wenn Sie kein dickes Bußgeld zahlen möchten.

Wenn ich meine Tischreservierung schon nicht wahrnehmen kann, kann ich sie doch wenigstens mit Gewinn weiterverkaufen. Und der Masskrug wäre doch auch ein schönes Souvenir! Nach zwei Mass kann ich doch auch noch heim radeln, oder nicht? 

Nichts da: Das sollten Sie sich lieber verkneifen. In Zusammenarbeit mit dem Kreisverwaltungsreferat und der Münchner Polizei haben wir für Sie einen Bußgeldkatalog erstellt. Schauen Sie lieber genau hin - das Geld lässt sich besser in Mass und Hendl investieren. 

Vor der Wiesn:

Wer meint, er kann sich an den vielen Wiesn-Touristen bereichern, dem kann Böses blühen. Wer ohne Erlaubnis seine Wohnung untervermietet, riskiert eine Kündigung und auch ein hohes Bußgeld. Gleiches gilt für nicht genehmigte Taxifahrten. Wer eine Hotelübernachtung oder eine Tischreservierung übrig hat, sollte diese besser stornieren - sonst übernimmt der das Wirt nämlich selbst.

TatStrafe
Weiterverkauf von TischreservierungenStornierung der Reservierung durch die Wirte, aber auch ein Bußgeld bis 1000 Euro ist möglich
Verkauf von gefälschten Gutscheinen/ReservierungenAnzeige wegen Betrug und hohe Geldstrafe
Weiterverkauf von HotelübernachtungenBußgeld bis 1000 Euro
Wohnungen ohne Erlaubnis untervermietenBußgeld bis 1000 Euro / Bußgeld bis zu 50000 Euro und Wohnungskündigung
sich illegal als Taxi anbietenBußgeld bis 20000 Euro

Auf dem Festgelände:

Offizielle Statistiken gibt es zwar nicht, aber das Wildbiseln gilt als das häufigste Vergehen der Wiesn-Sünder. Aber auch öffentlicher Geschlechtsverkehr kommt unter den anbandelnden Gästen häufiger vor, als man denkt. Und auch wenn sich mancher Besucher aufführt, wie ein wild gewordenes Tier - im Gegensatz zu echten Tieren darf er sich erst mal auf dem Festgelände aufhalten. Alle lebenden Tiere sind auf dem ganzen Festgelände verboten. Und selbst die kleinste Prügelei ist eine nicht gern gesehene Sache.

TatStrafe
WildbiselnVerwarn- oder Bußgeld bis 1000 Euro, im Durchschnitt um die 100 Euro
Öffentlicher Geschlechtsverkehrabhängig vom Einkommen der Beteiligten; Strafen um die 1000 Euro sind der Normalfall, auch eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr kann verhängt werden
sich in der Öffentlichkeit entblößenBußgeld bis zu 1000 Euro
sich in der Öffentlichkeit prügelnim Fall einer Anzeige kann es Geld- oder Freiheitsstrafe geben
Beleidigungen aussprechenbei einer Anzeige drohen Geld- oder Freiheitsstrafe
Widerstand gegenüber der Polizeieine Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahre oder eine hohe Geldstrafe
Gaffen, gegebenenfalls unterlassene HilfestellungStrafanzeige und individuelle Geld- oder sogar Freiheitsstrafe möglich
Aufenthalt auf der Festwiese nach 1.30 Uhr nachtszwischen 25-35 Euro
Kinderwagen am Samstag, sowie jeden Tag nach 18.00 Uhr35 Euro
Fahrräder am Zaun ankettenKeine Strafe, aber Fahrrad wird von der Stadt entfernt

Im Zelt:

Einmal im Zelt drin, kann man sich alles erlauben? Falsch gedacht. Die Ordner im Zelt sind aufmerksamer, als Sie denken. Lassen Sie die Zigarette lieber aus. Der minderjährigen Bekanntschaft eine Mass zu spendieren, ist ebenfalls kein Kavaliersdelikt. Und auch wenn das Bier viel kostet: Für den Masskrug haben Sie nicht mitbezahlt. 
StrafeZeche prellenEs kann zu einer Geldstrafe und einer Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren kommen. Es ist aber immer der Einzelfall zu beachten.Masskrug klauenEine Anzeige durch den Wirt und eine Sicherheitsleistung muss gezahlt werden.Bierbank beschädigen oder Masskrug runter werfenSchadensersatzforderungen durch den Wirt möglich, Bußgeld wegen SachbeschädigungAlkoholausschank an Minderjährige von Seiten der Wirte ausBußgeld bis zu 50000 EuroAlkoholweitergabe an Minderjährige von Familienmitgliedern oder FreundenBußgeld bis zu 50000 EuroRauchen im Zeltes gibt keine Geld- oder Freiheitsstrafe, aber die Wirte sind berechtigt, Rauch-Sünder des Festzeltes zu verweisen.Falschalarm auslösenBußgeld bis 1000 Euro, gegebenenfalls die Einsatzkosten tragen

Strafe
Zeche prellenEs kann zu einer Geldstrafe und einer Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren kommen. Es ist aber immer der Einzelfall zu beachten.
Masskrug klauenEine Anzeige durch den Wirt und eine Sicherheitsleistung muss gezahlt werden.
Bierbank beschädigen oder Masskrug runter werfenSchadensersatzforderungen durch den Wirt möglich, Bußgeld wegen Sachbeschädigung
Alkoholausschank an Minderjährige von Seiten der Wirte ausBußgeld bis zu 50000 Euro
Alkoholweitergabe an Minderjährige von Familienmitgliedern oder FreundenBußgeld bis zu 50000 Euro
Rauchen im Zeltes gibt keine Geld- oder Freiheitsstrafe, aber die Wirte sind berechtigt, Rauch-Sünder des Festzeltes zu verweisen.
Falschalarm auslösenBußgeld bis 1000 Euro, gegebenenfalls die Einsatzkosten tragen

Auf dem Heimweg:

Die Polizei kontrolliert gerade zur Wiesn-Zeit vermehrt Auto- und Radfahrer. Alkohol ist nicht nur hinter dem Steuer verboten. Und kümmern Sie sich am besten vor dem Heimweg um Ihr Ticket für den Heimweg. Eine logische Argumentation, warum Sie schwarzfahren, wird Ihnen auch nicht im alkoholisierten Zustand einfallen. Und wenn Ihnen das alles zu wild wird im Auto oder der Bahn, dann laufen Sie lieber nach Hause. Bei einem Spaziergang werden Sie viel schneller wieder nüchtern.

Strafe
alkoholisiert Autofahren ab 0,3 PromillePunkte, eine Geld- und Freiheitsstrafe und eventuell ein Fahrverbot
alkoholisiert Autofahren 0,5-1,09 Promille2 Punkte, 500 Euro Strafe und einen Monat Fahrverbot
alkoholisiert Autofahren ab 1,1 Promille3 Punkte, Freiheits- oder Geldstrafe ab 1500 Euro, ein Fahrverbot variiert ab drei Monaten
alkoholisiert Fahrradfahren (schon ab 0,3 Promille bei auffälligem Verhalten)3 Punkte, Anordnung einer Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU), Bußgeld in Höhe eines Monatsgehalts
Radfahren ohne Licht20 Euro
Handy auf dem Fahrrad benutzen15 Euro
freihändig Radln5 Euro
Falschparken15 Euro und wenn der Wagen abgeschleppt werden muss, werden die Kosten auf den Fahrzeughalter weiter gegeben.
Schwarzfahren60 Euro
auf dem Gleis laufenEingriff in den Schienenverkehr: Hohe Geldbußen und sogar Freiheitsstrafe möglich, eventuell Schadensersatzforderungen
ins Taxi speibenDie Taxi-Reinigung kann bis zu 1500 Euro kosten, die Versicherung zahlt hier meist nicht.
Leute belästigenBußgeld bis 1000 Euro

Sonstiges:

Die Wiesn von oben sehen - das möchte jeder gern. Und mit einer Drohne ist das auch für jeden möglich - zumindest theoretisch. Praktisch ist davon abzuraten: Suchen Sie lieber im Internet nach "Wiesn von oben". Das ist nämlich kostenlos.
Strafemit Drohne über die Wiesn fliegnEine Strafanzeige wegen eines Verstoßes gegen das Luftverkehrsgesetz, Bußgeld ab 500 Euro

Strafe
mit Drohne über die Wiesn fliegnEine Strafanzeige wegen eines Verstoßes gegen das Luftverkehrsgesetz, Bußgeld ab 500 Euro

Oktoberfest 2016: Öffnungszeiten, Wiesn im TV und Übersichtsseite

Beim Oktoberfest 2016 gibt es erstmals Eingangskontrollen und ein Rucksackverbot. Was Sie mit aufs Festgelände nehmen dürfen, erfahren Sie hier. Was kostet heuer die Mass Bier und welche Öffnungszeiten hat die Wiesn? Hier beantworten wir Ihnen alles, was Sie zum Oktoberfest wissen müssen. Sie schaffen es selbst nicht aufs größte Volksfest der Welt? Kein Problem: Hier läuft die Wiesn im TV und im Stream. Natürlich gibt es auf der Theresienwiese einige Regeln - hier erklären wir Ihnen, was Sie niemals auf dem Oktoberfest tun sollten. Alle News zur Wiesn finden Sie auf unserer Übersichtsseite.

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ja/af

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