Johannes trinkt Alkohol, Matthias nur Wasser

Wiesn ohne Bier? Das haben wir getestet

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Unsere Redakteure Johannes Heininger (links) und Matthias Bieber machen den Test: Ersterer bleibt beim Bier, der andere trinkt nur Wasser. 

Die Wiesn endet am Dienstag, und das bedeutet für Feierwütige: Ernüchterung! Wie sich das anfühlt, haben wir schon mal vorgetestet – besser gesagt unsere Redakteure Johannes Heininger und Matthias Bieber. Ersterer bleibt beim Bier, der andere trinkt nur Wasser. Wie man da feiert?

Das sagt der Biertrinker

A Mass!Und schon kommt die erste Runde, gierige Hände und lustvolles Lächeln empfangen Mike, unseren Kellner im Augustinerzelt. Bier teilt er offensichtlich gern aus, mit dem Wasserservice hat er so seine Probleme (siehe Text rechts). „Oans, zwoa, Wassa!“, grinst er meinen Kollegen Bieber an. Denn der bleibt an diesem Abend alkoholfrei. Warum er sich das ernsthaft antut, will ich von ihm wissen. „Damit ich nachher nicht in die Gleise falle“, meint Bieber. Ich entgegne: „Saublöd wär es aber, wenn du stocknüchtern vor ein Taxi läufst.“ Nur vorneweg: Wir sind alle gesund heimgekommen, und wir sind nach Biebers Rückzug nach drei Mass Wasser auch aufgebrochen. 

Wir sitzen in der Augustiner-Galerie. Da ist es schön gemütlich, man hat einen bärigen Blick nach unten, aber man kann sich unterhalten, ohne zu brüllen. Und lauter werden wir auch nicht, auch wenn der Kollege das zu meinen glaubt. Nein, wir werden intensiver, die Gespräche leidenschaftlicher, und inhaltlich gibt es gar nichts auszusetzen. Wir kommen in Fahrt, und das ist auch gut so.

Die Masskrüge werden zunehmend leichter. Auch die vollen. Der Gerstensaft weckt Bizepskraft. Und schmiert offensichtlich Kehle und Stimmbänder. 

Denn unser Gesang könnte nicht besser sein, denke ich. Biebers mehrmaliges Stirnrunzeln lässt mich ab und zu zweifeln. Als kritischer Kulturredakteur hat er offensichtlich andere Maßstäbe…

Das sagt der Wassertrinker

Schock! Starre! Ungläubigkeit! Das sind die drei Ausdrücke, die sich gleichzeitig im Gesicht unseres Obers Mike zeigen. „Wasser?! A Mass?! Ab 0,7 Liter kriagst an Freischwimmer“, frotzelt er. „Aber es ist ja praktisch, weil du immer ein Waschbecken dabei hast.“ Wobei sich im Laufe des Abends, erst im Freien, dann im Augustinerzelt, keine Gewöhnung über meine Reservierung einstellt. Ich dürste teils lange Minuten, während an den Tischen um mich herum (und an unserem auch) die vollen Krüge helle Lächeln in die Gesichter meiner Kollegen zaubern. 

Die Stimmung steigt, der Pegel (Geräusch, Alkohol) auch. Und ich habe tatsächlich Spaß an der Mass. 

Wobei es schon ein kleines Problem gibt: Als Biertrinker gelang es mir schon mal, drei Mass ohne den obligatorischen Gang auf die Herrentoilette zu konsumieren. Fürs Wasser gilt: Vergessen Sie’s! Ich verspreche Ihnen: Spätestens nach dem ersten Liter ist Schluss. Dann fließen alle Bächlein. Zum Glück ist der Weg von der Galerie nicht weit. 

Das Anrempeln merkt man stocknüchtern natürlich stärker, aber es ist auch eine Gaudi – wenn’s nicht aggressiv wird. Der Humor der Kollegen wird mit zunehmender Hopfen-Huldigung, nun ja, direkter – das einarmige Reißen in der Literklasse wird hochfrequentig. Das Lächeln breiter. 

Und der Gesang: inbrünstiger. Während sich der Wasse rBariton im gleichbleibenden Schönklang durch die Hits singt, steigt das Ausdrucksvermögen der Spezl. Aber nicht die Treffsicherheit. Aber wen – außer mir – kümmert das an diesem Abend?

Was auf der Wiesn grad so los ist? Wir sind den ganzen Tag dabei mit unserem Wiesn-Ticker.

joh, mb

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