Seit Jahrzehnten mit prachtvollem Gespann 

Serie zum Einzug der Wiesn-Wirte: Lernen Sie Sepp kennen, den Kutscher des Hackerzelts

Josef Pawlik und seine Kaltblüter sind auf der Wiesn ein unzertrennliches Gespann

O‘zapft is‘ heißt es am 22. September zum Anstich der 185. Wiesn. In unserer Serie stellen wir die wichtigen Protagonisten vor. Diesmal: Zwei Kutscher des Hacker-Festzelts.

München - Die Vorfreude steigt: Am 22. September startet das 185. Oktoberfest. Zur Einstimmung verlost die tz gemeinsam mit dem Münchner Merkur 3600 Freimarken. Die Wirte der 14 großen Wiesn-Zelte, die drei der Oidn Wiesn und das Wiesnzelt am Stiglmaierplatz spendieren je 100 Bier und 100 halbe Hendl. In unserer Oktoberfest-Serie beschäftigen wir uns heuer mit dem Einzug der Wiesn-Wirte am ersten Samstag.

Er markiert den Beginn des Oktoberfests. Die Festwirte ziehen mit ihren geschmückten Kutschen und Wagen auf die Theresienwiese ein. Mit dabei: die Brauereien, Musikkapellen, Bedienungen und die Schausteller und Marktkaufleute. Heute stellen wir Ihnen zwei Kutscher des Hacker-Festzelts vor. Josef Pawlik fährt seit 29 Jahren die Bedienungen auf die Wiesn, Karl Holl darf heuer erstmals die Wirtefamilie Roiderer zum Zelt kutschieren.

Seit fast 50 Jahren ist der Sepp mit seinen Kaltblütern im Wiesn-Einsatz

„Erst kommen die Pferde und dann lange nichts“, sagt Josef Pawlik, den Freunde eigentlich nur Sepp nennen. Seit fast 50 Jahren ist der heute 72-Jährige aus Höhenkirchen mit seinen süddeutschen Kaltblütern als Kutscher auf der Wiesn im Einsatz. Im zarten Alter von 22 Jahren kam er über einen Bekannten auf das größte Volksfest der Welt. Zunächst zog er mit seinen vier Pferden jahrelang den Bedienungswagen des Hippodrom-Zelts. 1989 übernahm Wirtelegende Toni Roiderer (72) dann das Hackerzelt. Ein Jahr später kutschierte Sepp Pawlik seine Bedienungen zum Zelt – quasi im 4-PS-Taxi. Seit 29 Jahren geht das so, 2019 feiert er sein großes Jubiläum. Ans Aufhören denkt Pawlik aber noch lange nicht.

„Der Einzug der Wiesnwirte“, sagt der Rentner aus Siegertsbrunn und hält kurz inne. „Dieses Gefühl ist unbeschreiblich.“ Den früheren Bierwagen, mit 20 Bedienungen besetzt ungefähr viereinhalb Tonnen schwer, ziehen seine kräftigen Pferde fast mühelos von der Kreuzstraße in der Altstadt bis zur Theresienwiese. Rund eine Dreiviertelstunde dauert die Fahrt durch die Innenstadt. Immer an seiner Seite: „Mein treuer Co-Pilot, der Dörfler Heini aus Brunnthal“, sagt Sepp Pawlik. Überhaupt ist der Wiesnstart für Pawlik jedes Jahr ein Treffen mit alten Bekannten. „Ich kenne Bedienungen teilweise über zehn Jahre. Die haben eine Gaudi auf dem Wagen. Sie singen, dass es eine wahre Freude ist. Die Wiesn ist auch ein großes Wiedersehen.“

Für Sepp Pawlik ist die Fahrt durch das Spalier von Schaulustigen auch Arbeit unter höchster Konzentration. „Vor allem auf dem Wiesngelände wird‘s eng“, sagt Pawlik. „Da stehen die Buden teilweise nur 20 bis 30 Zentimeter vom Wagen entfernt.“ Bislang sei ihm aber noch kein Missgeschick passiert. Wohl auch ein Grund, warum ihm die Roiderers schon fast drei Jahrzehnte das Vertrauen schenken. „Der Toni hat zu mir gesagt: ‚Sepp, solange ich Wirt bin, bleibst du Kutscher‘“, erzählt Pawlik. „Das freut mich natürlich.

Sepp Pawlik ist ein Pferdefreund, seit er denken kann. Er selbst ist zwar nicht in einer Landwirtschaft aufgewachsen, erklärt er. Aber dafür haben ihn Pferde schon immer mehr interessiert als jeder Traktor. Wie lange er noch Kutscher sein will, weiß Pawlik ganz genau: „Bis ich vom Bock (Sitzbank, Anm. d. Red.) runterfalle.“

Neben Pawlik der zweite Kutscher des Hacker-Zelts: Karl Holl (links) und seine prächtigen Pferde

Viel Routine bringt auch Roiderers zweiter Kutscher, Karl Holl aus Peißenberg, mit. Der 49-jährige Schmied fährt mit seinem Vierspänner schon seit 12 Jahren beim Trachten- und Schützenumzug auf der Wiesn mit. Heuer darf er zum ersten Mal die Wirtefamilie Roiderer zum Zelt fahren. Holl übernimmt damit die Nachfolge von Günter Ortner, der die Roiderers nach 29 Jahren aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr kutschieren kann. Seine süddeutschen Kaltblüter züchtet Holls Familie seit Jahrzehnten selbst. Erfahrungen hat Karl Holl schon im Alter von 17 Jahren beim Leonhardi-Ritt in Peißenberg gesammelt.

Am 22. September wird Karl Holl nicht alleine auf seiner Kutsche sitzen. Auch seine Frau und die beiden Söhne (18, 20) fahren mit. Holl: „Gerade für die jungen Leute ist der Einzug der Wiesnwirte eine Motivation.“

Das Zelt in Kürze

Bierpreis: 11,40 Euro

Die Brauerei: Hacker-Pschorr

Halbes Hendl: 11,80 Euro

Schmankerl: Sehr zu empfehlen im Hackerzelt: das frische Tatar mit Ei, Kapern, Zwieberl, Gurken, Butter und Brot für 16,80 Euro. An den Familientagen (dienstags) gibt’s außerdem ein vergünstigtes Kindergericht: gebackenes Truthahn-Schnitzel mit Pommes und Ketchup für 8,50 Euro.

Hier gelangen Sie zur großen Übersicht der Essenspreise in allen Festzelten

Günstig essen: Montag bis Freitag gibt’s ein täglich wechselndes Mittagsgericht für 11,80 Euro. Hier legt die Wirtsfamilie besonderen Wert auf traditionell bayerisches Essen wie etwa die altbayerische Spezialität Böfflamott mit hausgemachtem Semmelknödel.

Sitzplätze: 6850 Plätze innen, 2500 im Garten

Raucher: Es gibt keinen speziellen Raucherbereich

Musik: Die Kirchdorfer Musi unterhält die Gäste von 12 bis 18.30 Uhr und wieder ab 20 Uhr. Von 18.30 Uhr bis 20 Uhr spielen die Cagey Strings auf.

Die Wirtefamilie 

Seit fast 30 Jahren, nämlich seit 1989, hält die Familie Roiderer die Zügel im Hackerzelt fest in den Händen. Toni Roiderer (72) und seine Frau Christl (72) führten das Zelt 26 Jahre lang. Im vergangenen Jahr feierte Sohn Thomas (38) seine offizielle Premiere als Wiesnwirt. Doch die Eltern haben sich nicht zur Ruhe gesetzt, arbeiten im Zelt weiter fleißig mit. Der schwere Schicksalsschlag 2011, damals starb Thomas‘ Bruder Markus im Alter von nur 33 Jahrn an einem Gehirntumor, hat die Familie noch stärker zusammenrücken lassen. Unterstützung bekommt Wirt Thomas Roiderer von seiner Ehefrau Janina (38), die sich während der Wiesn vor allem um den Gasthof zum Wildpark in Straßlach kümmert.

Lesen Sie Teil 1 unserer Wiesn-Serie: Bei Wirtin Elke gibt‘s die erste Mass zwei Minuten nach Anstich.

Machen Sie mit bei der Wiesn-Verlosung! Hendl- und Mass-Gutscheine

Die tz bietet Ihnen mit dem Münchner Merkur Münchens größte Wiesn-Verlosung! Wir spendieren Ihnen zusammen mit den Wirten 3600 Freimarken. Pro Zelt sind das 100 Mass Bier und 100 halbe Hendl. Täglich gewinnen bei uns 25 tz- und 25 Merkur-Leser je zwei halbe Hendl und zwei Mass Bier. An diesem Wochenende ist das Hacker-Festzelt an der Reihe. Rufen Sie unter 01378/80 66 38 an und sprechen Sie das Lösungswort Hacker, Ihren Namen und Ihre Adresse aufs Band – oder schicken Sie eine SMS mit dem Kennwort tz win Hacker. Wenn Sie gewonnen haben, schicken wir Ihnen die Freimarken zu. Viel Erfolg!

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