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Bittere Reaktionen auf Söder-Tweet: „Nach sechs Bier nochmal auf Twitter?“

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Von: Lucas Sauter-Orengo

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Bayerns Ministerpräsident Markus Söder beim traditionelle Trachten- und Schützenzug am ersten Wiesn-Sonntag 2019.
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder beim traditionellen Trachten- und Schützenzug am ersten Wiesn-Sonntag 2019. © Ralph Peters/imago

CSU-Chef Markus Söder ist nicht bekannt für vorsichtige, leise Töne. Jüngstes Beispiel: Ein Tweet, bei dem sich der Ministerpräsident um die Bierzelt-Kultur kümmert.

München - Es ist zwar noch etwas hin, dennoch dürfte CSU-Chef Markus Söder die kommende Landtagswahl in Bayern im kommenden Jahr fest im Blick haben. Nicht früh genug, so könnte man meinen, kann man dafür auf Stimmenfang gehen. Der Ministerpräsident, der bereits durch zahlreiche Volksfest-Auftritte aufgefallen war, macht nun mit einem Twitter-Beitrag auf sich aufmerksam. Deutliche Gegenstimmen ließen jedoch nicht lange auf sich warten.

Twitter-Beitrag von Söder geht nach hinten los: „Nach sechs Bier nochmal auf Twitter?“

Doch um was geht es? Abgesetzt wurde der Tweet am Mittwoch, den 21. September. Dort schreibt Söder: „Wokeness ist illiberales Spießertum. Wir stehen für Freiheit und die bayerische Liberalitas Bavariae.“ Dann wird es „konkret“: „Jeder soll sich anziehen, essen und reden, wie er will. Wir wollen Polizisten auf der Straße, aber keine Sprachpolizei im Bierzelt!“ Damit steigt der CSU-Chef wiederholt in die schon seit geraumer Zeit laufenden Debatten ein, die sich fleißig etwa mit dem Gendern oder der Richtigkeit von Karl-Mai-Filmen beschäftigten. Böse Zungen könnten behaupten, dass besonders der Bierzelt-Absatz eine direkte Ansprache an die Volksfest-Stimmung auf dem Oktoberfest ist, um die Ausgelassenheit in potentielle CSU-Sympathie umzumünzen.

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Doch der Tweet bleibt nicht frei von Kritik, im Gegenteil. Der Berliner Journalist Florian Neuhof etwa kommentierte süffisant: „Wer kennt es nicht, nach sechs Bier nochmal auf Twitter?“ Doch auch „Mareile“, Leiterin digitale Kommunikation bei polisphere, lässt Söders Worte auf Twitter nicht unkommentiert: „Sie wollen nur Kreuze aufhängen, Cannabis und Gendern verbieten und Anton Hofreiter glauben Sie aufgrund seines Haarschnitts nix. Sie sind ein freischwingender Schaumschläger und Opportunist. Das ist das einzig Freie hier.“ Der Kommentar sackte über achttausend Likes ein. Ein Zeichen dafür, dass die „Strategie“ des Ministerpräsidenten nach hinten losgehen kann? Bleibt abzuwarten, ob der CSU-Chef die feucht-fröhliche Bierzelt-Stimmung auf dem Oktoberfest für sich gewinnen kann. Spätestens im kommenden Jahr wird darüber Klarheit herrschen.

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