Wiesn-Hit-Text: „Hey Baby“

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„Heeeeeee, hey Baby“ - Wenn der Ösi-Ötzi-Hit auf der Wiesn erklingt, ist für die Bierbänke Alarmstufe Rot angesagt.

München - Jetzt alle: Uh! Ah! - Bei DJ Ötzi kann keiner sitzenbleiben. „Hey Baby“ gehört zu den größten Wiesn-Hits. Der Text gibt Rätsel auf. Doch lesen Sie den ebenso sinn- wie schmerzfreien Text.

DJ Ötzi: Hey Baby

Okay, Señorinas et Caballeros
et Ladies and Gentlemen!
Meine Damen und Herren:
„Hey, Baby!“ from the seventies!
Okay, put your hands up in the air!
Die Hände in die Höhe und everybody sing now:

Hey hey Baby! I wanna know if you’ll be my girl …

When I saw you walking down the street
I said „That’s the kind of girl
I’d like to meet!“
She’s so pretty, looks just fine
I’m gonna make her mine all mine.

Hey hey Baby …

Hey Baby Nr.1 in Großbritannien und Australien

Der ebenso sinn- wie schmerzfreie Text gibt nicht viel Rätsel auf. Außer einem vielleicht, und der steht in der vierten Zeile des Liedtextes: „Hey, Baby! from the seventies!“ heißt es da.

Und das dürften jüngere Semester auch nicht wissen, und DJ Ötzi übrigens auch nicht: Denn das originale Hey, Baby! erschien 1961 und wurde für den damaligen Interpreten Bruce Channel zum größten (und einzigen) Hit.

Geschrieben hatte ihn Bruce Channel (bürgerlich Bruce McMeans) schon zwei Jahre zuvor zusammen mit Margaret Cobb. Der 1940 geborene Texaner kann sich immerhin auf die Fahne schreiben, dass sein Nr.-1-Hit jahrelang in den Vereinigten Staaten bei Sport-Ereignissen als Anfeuerung gespielt wurde.

Womit wir wieder in der heutigen Zeit wären, speziell morgen, auf der Bierbank in einem Wiesn-Zelt: Denn wenn DJ Ötzis Version erklingt, dann bleibt keiner auf der Bank sitzen. Das Ding fährt mit seiner Einfachheit unmittelbar ins Gebein – und eben auch in die Lungen.

Nach ein Riesenhit

Ähnlich wie bei Alice, bei dem das unvermeidliche Alice? Who the fuck is Alice? Tausende Stimmbänder an den Rande der Zusammenbruchs bringt, so hat auch Hey Baby einen völkerverbindend einfachen Kommunikationsfaktor: Auf ein langgezogenes Heeeeyy Baby! das Uh! und Ah! Möglichst kurz, möglichst laut, möglichst die Kehlen trocknend. Dann schmeckt nach getaner Arbeit das Bier gleich noch mal so gut.

Dass DJ Ötzi tatsächlich ein zweiter Riesenhit gelang, konnte man kaum glauben. Sein Anton aus Tiroldavor war bereits an der Grenze des Wahnsinns, und was sollte danach noch kommen? Eben das Baby. DJ Ötzi wurde als Gerhard Friedle am 7. Januar in Tirol (St. Johann) geboren und hat mittlerweile über 16 Millionen CDs verkauft. Damit ist der Wandler zwischen den leichten Stilen – Schlager, Pop, volkstümliche Musik – einer der erfolgreichsten Musiker aus dem deutschsprachigen Raum.

Vor genau zehn Jahren begann der Aufstieg des DJ Ötzi, der übrigens bei Pflegeeltern, später bei seiner Großmutter aufwuchs, dann Koch lernte und auch einige Jahre obdachlos war.

Der Anton aus Tirol brachte den Durchbruch, und ein Jahr später, 2000, veröffentlichte der Ösi-Ötzi sein zweites Album Love, Peace & Vollgas. Sah gar nicht nach Erfolg aus – bis sein damaliger Plattenfirmenchef die Veröffentlichung des Albums in anderen Ländern durchsetzen konnte.

Hey Baby schlug in Großbritannien und Australien ein wie eine Bombe: Nummer 1! Gold und Platin auf der Insel für einen Tiroler. Und so kommt’s, dass Hey Baby seinen Weg vom Land des Fish & Chips zurück zu Hendl und Wiesn-Bier fand.
Übrigens: Sogar in Frankreich verkaufte sich Hey Baby fast eine Million Mal. Üh! Ah!

M. B.

Quelle: Oktoberfest live

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