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„Layla“-Text extra für die Wiesn entschärft: „Wir lachen uns jetzt schon schief“

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Von: Lukas Schierlinger

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Oktoberfest München das vollbesetzte Festzelt Hacker
Wie würden Wiesn-Besucher auf einen geänderten „Layla“-Text reagieren? © IMAGO / Ralph Peters

„Layla“ beherrschte schon weit vor dem Oktoberfest-Anstich die Debatte. Gibt‘s in den Zelten jetzt eine spezielle Wiesn-Version zu hören?

Update 15. September, 8.31 Uhr: Der Autor des umstrittenen Partysongs „Layla“, Schürze, sieht Pläne für einen neuen Text auf dem Münchner Oktoberfest gelassen. „Ich denke, dass 99 Prozent des Publikums „Layla“ in der Originalversion mitsingen werden, deswegen rege ich mich nicht auf“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. „Wenn die Wiesn-Wirte der Meinung sind, den Song umdichten zu müssen, sollen sie das machen. Die Fans feiern den Song und singen ihn trotzdem mit.“

Schlagersänger Ikke Hüftgold nimmt das Ganze mit Humor: „Wir applaudieren aus der Ferne und lachen uns jetzt schon schief, wenn das ganze Zelt Kopf steht und trotzdem „Puff“ singt“, sagte der Produzent, der eigentlich Matthias Distel heißt und dessen Plattenfirma auch „Layla“ herausgebracht hat. 

„Layla“-Debatte vorm Oktoberfest: „Kapellmeister bereitet anderen Text vor“

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München - „Layla“ - ja oder nein? Das seit diesem Sommer heftig diskutierte Lied hat auch den Oktoberfestwirten Kopfzerbrechen bereitet. Einerseits hatten sich die Gastronomen darauf geeinigt, dass das Lied in den Wiesn-Zelten nicht gespielt werden soll. Das sei die vorherrschende Meinung und eine Empfehlung, sagte Wirte-Sprecher Peter Inselkammer. Andererseits: Was, wenn die Gäste im Zelt - und das sind Tausende - es plötzlich selbst anstimmen?

„Das werden wir nicht verhindern können“, sagt Inselkammer, der das Armbrustschützenzelt auf dem Volksfest betreibt. Man habe sich aber darauf eingestellt: „Unser Kapellmeister hat sich da etwas überlegt. Er bereitet einen anderen Text vor, der nicht sexistisch ist.“ Das sei besser, „als wenn wir es ignorieren“. Der Text des Songs von DJ Robin & Schürze, der es auf den ersten Platz der deutschen Charts schaffte, war unter anderem wegen der folgenden Zeilen massiv in die Kritik geraten: „Ich hab‘ ‚n Puff - und meine Puffmama heißt Layla. Sie ist schöner, jünger, geiler.“

Würzburg untersagte das Abspielen von „Layla“ auf dem Kiliani-Volksfest. Das wollte die Festleitung der Wiesn nicht tun, auch Münchner Stadträte zeichneten diesbezüglich kein geschlossenes Bild. „Wir sind weder Kultur- noch Sprachpolizei“, sagte kürzlich Wiesnchef Clemens Baumgärtner (CSU), der persönlich das Lied nicht mag. Der „Layla“-Song habe wirklich einen „blöden Text“, findet auch Inselkammer.

Wiesn-Verbot für „Layla“ wurde diskutiert: „Thema wird mir zu hoch gehängt“

Aber: „Das Layla-Thema ist mir zu hoch aufgehängt. Die Leute, die das Lied singen, sind keine Frauenhasser.“ Nicht zuletzt wurden auf der Wiesn schon immer Lieder gespielt, die etwas derb daherkommen - aber bisher keinen Anstoß erregten: „Zicke Zacke, Prost, ihr Säcke“, klingt nicht gerade nett.

Der Song „Joana“ wiederum wurde teils vom Publikum mit Einschüben wie „du geile Sau“ auf Ballermann-Niveau gebracht. „Manchmal wollen die Leute im Bierzelt ein bisschen über die Stränge schlagen“, meint Inselkammer. „Das gehört auch bei den jungen Leuten dazu: die Grenzen austesten.“ (lks/dpa)

In einer Woche startet in München das Oktoberfest. Mit dabei ist zum ersten Mal eine Band aus Fürstenfeldbruck. „Saustoi“ spielt an 17 Abenden im Ammer-Bierzelt auf der Wiesn - „Layla“ soll dabei „natürlich zu ihrem Repertoire gehören.

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