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Schild in der Fischer-Vroni führt zu „Rosi“ - „Sage allen, dass sie jederzeit zu mir kommen können“

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Von: Leoni Billina

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Roswitha Hageneder steht auf der Empore in der Fischer Vroni und winkt
Roswitha Hageneder hat in der Fischer Vroni den Überblick © Oliver Bodmer

In unserer Oktoberfest-Serie erfahren Sie die Comeback-Geschichten der unterschiedlichsten Mitarbeiter auf der Wiesn. Heute geht‘s ins Festzelt Fischer-Vroni.

München - Auf der Wiesn, in der Fischer-Vroni, unter der Treppe zur Galerie, hat sie ihr kleines Reich – beziehungsweise Büro. Roswitha Hageneder (61) arbeitet seit 1993 in der Fischer-Vroni. Angefangen hat sie als Steckerlfisch-Verkäuferin, mittlerweile ist sie im Büro vor allem zuständig für die Einstellungen des Festpersonals.

Auch Roswitha hat die Wiesn in den vergangenen zwei Jahren schmerzlich vermisst. Wobei es bei ihr fast sowas wie Fügung war: „Ich hatte eine Schulterverletzung, daher bin ich mir gar nicht mal sicher, ob ich überhaupt hätte arbeiten können“, erzählt sie. Jetzt ist sie wieder fit, der Wiesn steht also nichts mehr im Weg.

Wiesn-Geschichte: Ein Zufall brachte sie in die Fischer-Vroni

Dass es sie vor fast 30 Jahren in das Festzelt Fischer-Vroni verschlagen hat, war eigentlich Zufall. „Beim Steckerlfischverkauf war eine Kassiererin ausgefallen und ich wurde gefragt, ob ich nicht einspringen möchte.“ So kam’s dann – und heuer ist sie noch immer für die Wirtefamilie Stadtmüller tätig.

Bevor es losgeht, kümmert sie sich um die Einstellung des Festpersonals – Küchenleute, Steckerlfischverkäufer, Spüler, Hausmeister… Alles in allem um die 150 Leute. Trotz der zwei Jahre Pandemie-Pause hat sie viele alte Hasen wieder für sich gewinnen können. „Zuerst haben wir wenig Rückmeldungen von den Leuten bekommen – aber als wir sie dann angerufen haben, haben viele sofort gesagt: ‚Ich bin doch schon so lang dabei, natürlich komme ich wieder‘!“, erzählt sie.

Wenn das Personal steht und die Wiesn anfängt, sitzt sie in ihrem kleinen Büro unter der Treppe zur Galerie. Über der Tür hängt ein Schild mit der Aufschrift „Rosi“. Während es draußen hoch her geht, ist ihre Tür zu – für die Mitarbeiter steht sie allerdings immer offen. „Mir ist es wichtig, dass hier eine gute Atmosphäre herrscht. Daher sage ich immer allen, dass sie jederzeit zu mir kommen können, wenn bei jemanden der Schuh drückt.“ Von ihrem kleinen Büro aus kümmert sie sich um den laufenden Betrieb – Lieferscheine kontrollieren, Abrechnungen durchführen, Reparaturen absprechen.

Oktoberfest in der Fischer-Vroni: Durch und durch eine Wiesn-Familie

Hilfe hat sie dabei unter anderem von ihrer Schwester, die in der Küchenkontrolle und im Büro der Fischer-Vroni arbeitet. „Überhaupt sind wir eigentlich ein kleiner Familienbetrieb im Familienbetrieb“, sagt Roswitha Hageneder und lacht. Neben ihrer Schwester arbeitet auch ihre Tochter dort, als Bedienung, einer ihrer Söhne sitzt draußen an der Kasse beim Steckerlfisch. Auch ihr zweiter Sohn hat während seines Studiums bei der Wirtefamilie Stadtmüller gejobbt. Der Neffe und die Freundin – sie alle hat Roswitha Hageneder aufs Oktoberfest gebracht. „Die übernachten dann auch immer bei uns – da ist die Bude voll!“

Für die anstehende Wiesn freut sie sich vor allem, die Leute nach nun fast drei Jahren wieder zu sehen. „Und ich hoffe, dass es eine ruhige, schöne Wiesn wird. Und sich einfach jeder freut, der kommt.“

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