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Corona-Regeln zur Wiesn: So kompliziert könnte Reise durch München werden

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Reisende am Hauptbahnhof in München
Wer mit Zug oder S-Bahn zum Oktoberfest kommt, wird Maske tragen müssen. © Lennart Preiss/dpa

Alles sieht danach aus, dass das Oktoberfest in diesem Jahr wieder stattfindet. Der Regel-Wirrwarr um die Wiesn sorgt im Vorfeld allerdings für Spott.

München - Nach zwei Jahren Pause findet 2022 endlich wieder eine Wiesn statt. Eine Maskenpflicht wird es dort nicht geben, selbst der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) kündigte bereits an, das Oktoberfest ohne Atemschutzmaske besuchen zu wollen. Jeder solle „eigenverantwortlich entscheiden, ob und wie er die Wiesn besucht“, sagte er der Bild. Allerdings könnten die Wiesn-Regeln vor allem bei internationalen Besuchern für Verwirrung sorgen. Denn auch im Flugzeug ist die Maskenpflicht nun gefallen, in den öffentlichen Verkehrsmitteln wie Bus und Bahn hingegen nicht.

Oktoberfest: Regel-Wirrwarr um die Maskenpflicht - Viel Spott auf Twitter

Die Corona-Pandemie ist noch nicht vorbei, doch das größte Volksfest der Welt findet statt. Während sich die meisten Wiesn-Fans einfach auf das Oktoberfest freuen, hagelt es von anderen Spott über die Wiesn-Regeln. Ein Flickenteppich seien die Bestimmungen, lautet der Vorwurf - und unlogisch dazu. „Im Zug ab der deutschen Grenze mit Maskenpflicht zum Oktoberfest fahren, um sich dort mit hunderttausenden Menschen körpernah ohne Maskenpflicht volllaufen zu lassen. Das ist vollkommen logisch!“, schrieb ein Twitter-Nutzer am Dienstag.

Corona-Regeln zur Wiesn: Keine Maskenpflicht im Flugzeug, in der S-Bahn gilt sie aber

Ein weiterer pflichtet dem inhaltlich bei. „Ich fliege ohne Maske nach München, nehme dann den Zug vom Flughafen zum Oktoberfest mit Maske, um dann mit Zehntausenden zu saufen - ohne Maske“, fasste er die Regeln zusammen. Am Dienstag war die Maskenpflicht im Flugzeug gefallen, Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) waren auf ihrem Flug nach Kanada schon zuvor ohne Maske unterwegs.

Nun meldete sich auch die Bus- und Bahnbranche zu den unterschiedlichen Vorgaben zu Corona-Masken im Verkehr zu Wort. Mit nachvollziehbaren Regelungen habe dies nichts mehr zu tun, kritisierte der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen am Dienstag in Berlin. „Im Flugzeug, wo die Passagiere stundenlang dicht an dicht sitzen, ohne sich bewegen, ausweichen oder aussteigen zu können, soll künftig keine Maskenpflicht mehr nötig sein“, sagte Hauptgeschäftsführer Oliver Wolff. „Aber im Fernzug, wo man sich permanent bewegen kann, wo es Ausweichflächen und alle 30 bis 60 Minuten Haltepunkte gibt, bei denen die Türen geöffnet werden und ein Luftaustausch mit Frischluft stattfindet, soll weiterhin verpflichtend eine Maske getragen werden.“

Wiesn 2022: Was für eine Beibehaltung der Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln spricht

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Der überfüllter Bahnsteig des Bahnhofs Hackerbrücke in München mit an- und abreisenden Wiesn-Besuchern im Jahr 2017. © Ralph Peters / Imago

In München soll es auch Menschen geben, die mit dem Oktoberfest so gar nichts anzufangen wissen, die aber gleichzeitig nicht um die Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln herumkommen. Wer kein Auto hat und auf dem Weg zur Arbeit oder in die Uni tausenden Wiesn-Besuchern auf engstem Raum begegnet, hat keine Chance auszuweichen oder einen Mindestabstand einzuhalten. Für Anwohner, die das Oktoberfest meiden, werden S-Bahn und Co. so zur Ansteckungsgefahr. Denn anders als eine Flugreise oder ein Wiesn-Besuch lässt sich der Weg zur Arbeit schlecht vermeiden.

Angesichts der Menschenmassen zu Wiesn-Zeiten - etwa beim S-Bahnhof Hackerbrücke - kann die Maskenpflicht Unbeteiligte schützen. Denn diverse wissenschaftliche Studien ergaben: Masken wirken. Etwa die des Corona-Expertengremiums, wenngleich die Wissenschaftler darauf verweisen, dass die Gesichtsmaske korrekt getragen werden muss, um eine Wirkung zu haben. Eine Überblickstudie, die 2020 in der renommierten Fachzeitschrift The Lancet veröffentlicht wurde, bestätigte ebenfalls, dass Masken das Infektionsrisiko deutlich senken. Kürzlich wurde zudem bekannt: Selbst häufiges Maskentragen schadet nicht.

Vor Oktoberfest-Anstich in München: Söder spricht von „derzeit stabiler“ Corona-Lage

Auf dem Oktoberfest jedenfalls können Besucher auch ohne Maske und Mindestabstand feiern. Die Corona-Lage sei „derzeit stabil“, hatte Söder dazu gesagt und es gebe „keine wachsende Belastung in den Krankenhäusern“. Die Wiesn findet vom 17. September bis zum 3. Oktober statt, Mediziner rechnen danach mit einer „Wiesn-Welle“.

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