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Löwenbräu-Zelt vor dem Aus

Wiesn-Wirt nach Vorwürfen schockiert: „Gelte als der Betrüger der Stadt“

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Wiggerl Hagn, hier beim Einzug der Wiesn-Wirte im Jahr 2011, hat derzeit wenig Grund zum Lachen. Die unkorrekte Abrechnung bei der Umsatzpacht hängt ihm nach. Hagn fürchtet sogar um sein Löwenbräuzelt auf dem Oktoberfest.

Er ist angeschlagen, seine Stimme klingt müde. Der ganze Streit um die Umsatzpacht nimmt Wiesn-Wirt Wiggerl Hagn schwer mit.

München - „Mein Ruf ist jetzt schon ruiniert“, stellt der 79-Jährige traurig fest. „Ich gelte als der Betrüger der Stadt und kann mich nicht mal wehren.“

Das Problem von Wiesn-Wirt Wiggerl Hagn

Hagns Problem: Im Stadtrat wird derzeit heiß diskutiert, ob man den Chef des Löwenbräuzelts noch mal zum Oktoberfest zulässt. Es geht um zwei Millionen Euro Umsatz, die Hagn nach der Wiesn 2017 zu wenig angegeben haben soll. Der Verlust für die Stadt: genau 110.000 Euro. Der Wiesn-Wirt gesteht seinen Fehler ein: „Aber der ist nicht absichtlich passiert. Ich wäre doch blöd, wenn ich betrügen würde.“ Die Summe habe er zudem längst nachgezahlt.

Wie es zu dem Fehlbetrag kam? Unter anderem hatte Hagn die Freimarken der Brauerei, die diese verschenkt, nicht bei der Umsatzpacht angegeben, was er aber hätte tun müssen – inklusive Bedienungsgeld. „Ich hatte auch einen neuen Steuerberater“, erklärt der dienstälteste Wiesn-Wirt. „Das war natürlich nicht hilfreich. Ich mach diese Bilanz-Arbeit ja nicht selber.“ Im Februar fragte der Wirt dann bei der Stadt nach, ob die komplexe Abrechnung geprüft werden kann – um gleich Missverständnisse auszuräumen. „Ich wollte ja keine riesige Nachzahlung machen müssen“, sagt Hagn. Die Antwort der Stadt: Man stehe für keine Gespräche zur Verfügung.

Wiesn-Wirt Wiggerl Hagn bangt um sein Lebenswerk

Jetzt bangt Wiggerl Hagn um sein Lebenswerk. Seit 63 Jahren ist er auf dem Oktoberfest, jeder Münchner kennt ihn. „Das wäre ein Schlag für mich und meine Familie, wenn ich das verlieren würde“, erklärt der Gastronom ganz offen. Wer darüber entscheidet? Die Brauerei schlägt jedes Jahr ihren Wiesn-Wirt fürs jeweilige Zelt vor – der Stadtrat winkt den dann durch. Oder eben nicht. Hagn: „Viele sprechen mich schon wegen dieser Geschichte an. Ich verstehe nicht, wer das nach außen getragen hat. Jedenfalls hat man mir damit unglaublich geschadet.“ Wie am Mittwoch berichtet, lässt die Stadt nun wegen des Hagn-Falls die Abrechnungen aller großen Wiesn-Wirte noch mal kontrollieren, vermutlich durch die externen Prüfer, die schon Hagns Unterlagen analysiert haben. Ergebnis gibt es noch keines. Insider sind sich aber einig: Die Regeln für die Umsatzpacht, die 5,1 Prozent beträgt, seien viel zu kompliziert. 

Bangt um sein geliebtes Löwenbräuzelt: Wiggerl Hagn (78).

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Der Fall Wiggerl Hagn (79) ist abgeschlossen, Tochter Stephanie Spendler (52) soll das Löwenbräuzelt übernehmen. Aber beim neuen Wiesn-Chef Clemens Baumgärtner ist der Ärger noch nicht ganz verraucht.

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