Abschied vom Oktoberfest

Wiesn: Das Ende der Ära Wildmoser

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Nach 35 Jahren ist Schluss mit der Entenbraterei auf der Wiesn.

München - Eine Ära geht zu Ende: Die Familie Wildmoser verabschiedet sich nach 35 Jahren von der Wiesn. Das berichtet die Süddeutsche Zeitung in ihrer heutigen Ausgabe.

Die Entenbraterei Wildmoser wird sich für das kommende Jahr nicht mehr für die Wiesn bewerben. „Es stimmt, wir steigen aus der klassischen Gastronomie aus“, bestätigte Werner Kasper, Ehemann von Wildmoser-Tochter Eva gegenüber der SZ. Auch das Lokal König Ludwig an der Messe in Riem soll laut Familie aufgelöst werden. Die Investitionen im Lokal sowie in der Entenbraterei wären in den kommenden Jahren zu hoch geworden. Die Familie entschied sich also gegen das Weitermachen. Die Entenbraterei auf dem Oktoberfest hatte der 2010 verstorbene Großgastronom und ehemalige Präsident des TSV 1860, Karl-Heinz Wildmoser, begründet. Das erste Mal auf der Wiesn war die Entenbraterei im Jahr 1981. 

Karl-Heinz Wildmoser starb im Jahr 2010.

Wildmoser, gelernter Metzger, hatte von Hacker-Pschorr den Donisl am Marienplatz gepachtet, auch führte er zeitweise den Pschorr-Keller an der Theresienhöhe, die Pschorr-Hallen an der Neuhauser Straße, aus denen später Karstadt am Dom wurde, und das Hotel Leoni am Starnberger See. 1981 erwarb er das Gasthaus Hinterbrühl in Thalkirchen und bewarb sich erstmals zusammen mit seiner Frau Theres für das Oktoberfest mit einer Hühner- und Entenbraterei. Das war der Höhepunkt von Wildmosers Gastro-Imperium. Die Entenbraterei Wildmoser gehört zu den größeren unter den kleinen Wiesnzelten. 320 Gästen bietet sie Platz. Nach dem Tod von Karl-Heinz Wildmoser übernahmen seine Frau Theres und seine Tochter Eva Kasper das Zelt und führten es weiter, zusammen mit Evas Mann Werner. 

Theres Wildmoser bei der Beerdigung ihres Mannes.

Das Zelt ist bereits 40 Jahre alt, eine Renovierung wäre nötig gewesen. Zudem sagte Werner Kasper gegenüber der Süddeutschen Zeitung, dass der Sohn des Paares inzwischen sein Studium abgeschlossen „und einen schönen Beruf gefunden habe, so dass es keine weitere Generation der Wirtefamilie gebe, die in die Gastronomie einsteigen möchte. Eine unübliche Entscheidung für eine Wiesn-Wirtefamilie. Die meisten Nachkommen übernehmen die Wiesn-Zelte ihrer Eltern. Nicht so bei den Wildmosers. Die Ära Wildmoser endet - und macht Platz für einen neuen Wirt. 

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