Neue heiße Spur

Wiesn-Attentat: Zeugin erinnert sich an abgetrennte Hand

+
Das Bild zeigt eine neue Zeugin zum Oktoberfestattentat im Interview mit BR-Journalist Ulrich Chaussy im ehemaligen Oststadtkrankenhaus von Hannover. Die Frau war zur Zeit des Attentats Krankenschwester in einem Unfallkrankenhaus in Norddeutschland.

München - Aussagen einer neuen Zeugin zum Oktoberfestattentat könnten Hinweise auf mögliche Mittäter oder Hintermänner geben. Es geht um eine abgetrennte Hand.

Eine abgetrennte Hand am Ort des Oktoberfestattentats. Später kommt ein entsprechend verletzter Mann in ein Krankenhaus in Norddeutschland. Irgendwann gibt er zu, er habe ein bisschen mit Sprengstoff gespielt. Gehört beides zusammen?

Der verwüstete Tatort am Eingang zum Oktoberfest im Jahr 1980.

Aussagen einer neuen Zeugin zum Oktoberfestattentat könnten Hinweise auf mögliche Mittäter oder Hintermänner geben. Die Frau war zur Zeit des Attentats am 26. September 1980 Krankenschwester in einem Unfallkrankenhaus in Norddeutschland. Dort sei ein junger Mann mit zerfetztem Unterarm behandelt worden, der sich zunächst weigerte, den Ärzten zu sagen, wie es zu der schweren Verletzung gekommen war, sagte sie in den ARD-„Tagesthemen“ am Dienstagabend.

Ein Handfragment vom Tatort war von den Ermittlern dem Attentäter Gundolf Köhler zugeordnet worden, der bei dem Anschlag starb. Opfervertreter hatten stets angezweifelt, dass die Hand Köhler gehörte.

Entsetzliche Szenen: Blutspuren am Tatort.

Die Krankenschwester berichtete weiter, der Patient mit dem verletzten Arm habe später „lapidar“ gesagt, er hätte „ein bisschen mit Sprengstoff gespielt“, dabei sei das passiert. Er habe keinen Besuch von Familienangehörigen gehabt, nur von Männern. Eines Tages sei der Patient einfach weg gewesen.

ARD-Doku zu Wiesn-Attentat

„Attentäter - Einzeltäter?“, Mittwoch, 21.45 Uhr, ARD

Die Frau hatte sich bei Ulrich Chaussy gemeldet, der als Journalist des Bayerischen Rundfunks seit 1980 in dem Fall recherchiert. In der Dokumentation „Attentäter - Einzeltäter?“ am Mittwoch in der ARD will Chaussy weitere Einzelheiten zu der Hand aufrollen. So wie die Bombe explodierte, nämlich in Köhlers Händen, könne von diesen praktisch nichts übrig geblieben sein, sagt er. Die Bestätigung dafür lieferte laut Chaussy ein ehemaliger Sprengstoffspezialist des Bundeskriminalamtes, der an der Rekonstruktion der Münchner Bombe beteiligt war und in der Dokumentation zu Wort kommt.

Bei dem Anschlag waren 13 Menschen getötet worden, darunter Köhler, früherer Anhänger der dann verbotenen rechtsextremistischen „Wehrsportgruppe Hoffmann“. Die Ermittler schlossen die Akten damals mit der Feststellung, Köhler habe das Attentat aus persönlichem Frust begangen.

Der Generalbundesanwalt hatte im vergangenen Dezember die Ermittlungen wieder aufgenommen. Ein Grund dafür waren Aussagen einer weiteren Zeugin, die ebenfalls die These von mehreren Tätern sowie einem rechtsextremen Hintergrund stärken.

Oktoberfest-Attentat am 26. September 1980

Am 26. September 1980 starben 13 Menschen bei der Explosion einer Bombe am Haupteingang des Münchner Oktoberfests. 211 Menschen wurden teilweise schwer verletzt. © dpa
Gundolf Köhler, einem 21-jährigen Rechtsextremisten, wird die Tat angelastet. Er soll eine Rohrbombe, gefüllt mit über einem Kilo TNT, Nägeln und Schrauben, in einem Mülleimer platziert haben. © dpa
An dieser Einzeltäter-Theorie tauchen immer wieder Zweifel auf. Hinterbliebene, der Anwalt der Opfer, Politiker und Journalisten fordern seit Jahren die Wiederaufnahme der Ermittlungen. © dpa
1997 wurden die letzten Asservate, Bombensplitter und DNA-Material offiziell vernichtet. © dpa
Anfang 2011 hat auch der Bayerische Landtag die Wiederaufnahme der Ermittlungen gefordert. © dpa
Die Generalbundesanwaltschaft lehnt eine Wiederaufnahme seit Jahren ab. © dpa

dpa

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Lidl verkauft gerade Wiesn-Trachten: Ein Begriff dürfte viele erzürnen – Münchner Expertin urteilt gnadenlos
Lidl verkauft gerade Wiesn-Trachten: Ein Begriff dürfte viele erzürnen – Münchner Expertin urteilt gnadenlos
Park + Ride zum Oktoberfest 2018: Vermeiden Sie diese fünf Fehler
Park + Ride zum Oktoberfest 2018: Vermeiden Sie diese fünf Fehler
Aloisius verrät im Messenger, in welches Wiesn-Zelt Sie noch reinkommen
Aloisius verrät im Messenger, in welches Wiesn-Zelt Sie noch reinkommen
Bierpreise auf dem Oktoberfest 2018: Wo kostet die Mass wie viel?
Bierpreise auf dem Oktoberfest 2018: Wo kostet die Mass wie viel?

Kommentare