1. tz
  2. München
  3. Wiesn

Organisationstalent auf der Wiesn: „Hier bin ich genau richtig“

Erstellt:

Von: Leoni Billina

Kommentare

Leopold arbeitet als Controller in Kufflers Weinzelt – am Essens-Pass hat er das Gewusel im Blick
Leopold arbeitet als Controller in Kufflers Weinzelt – am Essens-Pass hat er das Gewusel bei Bedienungen und Köchen im Blick © Privat

In unserer großen Oktoberfest-Serie erfahren Sie die Comeback-Geschichten der unterschiedlichsten Mitarbeiter auf der Wiesn. Heute geht´s um das Team der Halali-Bar.

München - Wenn Leopold Schilling über die Wiesn redet, lässt man sich leicht von seiner Begeisterung anstecken. „Und erst der Geruch!“, schwärmt er, „gebrannte Mandeln, Zuckerglasur, Bier, Hendl – das verschmilzt alles zu einem sympathischen Mix. Da denkt man sich nur noch: Hier bin ich genau richtig.“

Das erste Mal auf der Wiesn gearbeitet hat der 27-Jährige 2015. Damals noch Student, dachte er sich, es sei doch ganz witzig, mal auf dem Oktoberfest zu arbeiten, eine interessante Erfahrung und zeitlich passend in die Semesterferien. Einen Job bekam er dann bei Stephan Kuffler im Weinzelt – die Position eines Controllers war gerade frei. Jetzt steht bereits Leopolds sechste Wiesn an – und er kann es kaum noch abwarten.

Oktoberfest: Ein Job zwischen Kellnern und Köchen

Seinen Job kann man sich so vorstellen: „Ich stehe am Essens-Pass, die Küche vor mir und hinter mir die Schänke.“ Also dort, wo die Bedienungen die Speisen abholen und an die Tische bringen. „Ich bin das Sprachrohr zwischen Kellner und Küche.“

Insgesamt gibt es am Essens-Pass drei Controller, einen für kalte Gerichte, einen für Hendl und Enten und einen für die anderen warmen Gerichte, die von der Karte bestellt werden. Leopolds Revier.

Bei seiner Arbeit kommt es vor allem drauf an, dass er den Überblick behält, seine Augen auf allem hat, was am Pass passiert – und alle Bedienungen mit Namen kennt. „Man muss immer alle schnell ansprechen können, wenn sie an einem vorbeiflitzen“, sagt er und lacht. Er achtet drauf, dass am Essens-Pass alles rund läuft, die jeweiligen Teller für die Tische richtig zusammen sortiert sind und jede Bedienung sich dann auch die richtigen Speisen schnappt. Ansonsten wäre Chaos angesagt. „Stressig ist es schon, vor allem aber punktuell. Besonders viel los ist natürlich immer nach den Reservierungswechseln.“ Die Gäste kommen, setzen sich an die Tische und bestellen ihr Essen – und dann geht’s rund, für die Köche, die Bedienungen und den Controller.

Er kommt für die Wiesn extra in die Heimat zurück

Leopold ist mittlerweile mit seinem Studium fertig und arbeitet in einem Hotel in Paris. Seinen Job auf der Wiesn wollte er aber auch nach seinem Umzug nicht aufgeben. Deshalb nimmt er sich extra Urlaub – Urlaub, um zu arbeiten. Allerdings: „Irgendwie ist es für mich schon auch Urlaub, weil es doch etwas anderes ist als mein Alltag in Frankreich. Und ich mache den Wiesn-Job einfach wahnsinnig gern.“ Mal eine Mittagspause in Ruhe auf der Oiden Wiesn – für ihn immer was besonderes, erzählt er.

Besonders schön sei für ihn der erste Tag: Alle sind aufgeregt, das Wiedersehen ein großes Hallo, endlich geht es los. Schon nach der Halbzeit fange er an drüber nachzudenken, dass der ganze Spaß schon bald wieder vorbei ist. „Man arbeitet 17 Tage von morgens bis abends, da fliegt die Zeit förmlich vorbei. Leider.“ Wenn sich die Wiesn dann dem Ende neigt, hat er immer denselben Gedanken: „Schade, dass es nur 17 Tage sind.“

Auch interessant

Kommentare