Die Wiesn 2010 von ihrer unschönen Seite

Um Gottes Willen: Die hässlichen Szenen an der Paulskirche

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Ein Wiesn-Besucher pinkelt an die Fassade der Paulskirche

München - Wenn es um menschliche Bedürfnisse geht, dann scheint vielen Besuchern der Wiesn 2010 nichts heilig zu sein. Sie benutzen die Paulskirche regelmäßig als Toilette und Mülleimer.

Wo sich sonst Gläubige zum Gebet hinknien, findet man in diesen Tagen abgenagte Hendlbeine und andere Essensreste. Außerdem finden sich hier Zigarettenkippen sowie Scherben von Maßkrügen. Und zudem ist es einer der Lieblingsplätze der Bettler und Penner! Nicht nur das Innere der Kirche ist total verdreckt.

Urin, Kot und Erbrochenes schon auf der Vortreppe

Noch schlimmer geht es draußen zu. „Die Leute pinkeln gegen die Wände, erledigen größere Geschäfte in der Grünanlage oder an den Ecken der Kirche“, sagt Michael Metzler, er als Messner der Pfarrei für Ordnung auf dem Gelände am St.-Pauls-Platz 11 sorgt. Normalerweise kehrt er nur zweimal pro Woche die Treppen zur Kirche. Heuer muss der kompletten Platz jeden Morgen von Erbrochenem, Urin, Kot, angebissenen Semmeln, angeknabberten Haxn und anderem Dreck befreit werden. „Nur mit Fegen ist es meist nicht getan. Der Gestank ist teilweise so entsetzlich, dass ich die Aufgänge täglich nass aufwischen muss“, berichtet Metzler.

Bayern oder Ballermann: Wiesn-Zelte im Vergleich

Für die Prominenz: Das Hippodrom steht direkt am Haupteingang zur Wiesn und versteht sich als Promi-Zelt. Hier kuschelt Heino mit Hannelore, und vor dem Eingang stehen Marianne und Michael mit dem gemeinen Volk in der Schlange. © 
Für die Prominenz: Noch exklusiver geht es in Käfer's Wiesnschänke zu. Hier geben sich Fußballer des FC Bayern ebenso die Ehre wie Werbe-Ikone Verona Pooth oder Ralph Siegel. Im vergangenen Jahr feierten Lothar Matthäus und seine vierte Frau Liliana noch zusammen. Neben der Wiesn-Maß gibt es auch Wein und Champagner. © 
Für die Jugend: Eröffnet wird das größte Volksfest der Welt traditionell im Schottenhamel. Hier sticht Münchens Oberbürgermeister Christian Ude alle Jahre wieder vor den Augen der bayerischen Politprominenz das erste Fass an. Überwiegend strömen junge, feierfreudige Menschen aus München und Umgebung in das Zelt © 
Für die  Jugend: Ebenso beliebt beim Nachwuchs ist das Hacker-Festzelt mit dem Namen “Himmel der Bayern“. Mit seiner weiß-blauen Decke und kleinen Wölkchen ist es eines der schönsten Zelte auf der Wiesn. © 
Für die Reiferen: Bei der Fischer Vroni gibt es eine bayerische Spezialität, die sich kein Wiesn-Besucher entgehen lassen sollte: leckeren Steckerlfisch. In diesem vergleichsweise kleinen Festzelt feiern gerne ältere Gäste, aber auch Touristen. © 
Für die Reiferen: Im Pschorr-Traditionszelt Bräurosl geht es ebenfalls vergleichsweise urig und gemütlich zu - mit Ausnahme des ersten Wiesn-Sonntags. Dann feiern hier tausende Homosexuelle den “GaySunday“. Der Name Bräurosl stammt von der Tochter des früheren Brauereibesitzers Pschorr. © 
Für die Touristen aus aller Welt: Mit einer Fläche von mehr als 5000 Quadratmetern ist das Hofbräu-Festzelt nach eigenen Angaben das zweitgrößte Festzelt auf der Wiesn - und wohl das lauteste. Schon am frühen Morgen, bevor die Musik anfängt, ist das Gröhlen aus dem Zelt auf dem ganzen Festplatz zu hören. Hier treffen sich vor allem Touristen aus aller Welt, die das Bier schon aus dem Hofbräuhaus kennen - und lieben. Hier wird getrunken, getanzt, gesungen und geknutscht. © 
Für die Münchner: Das Augustiner-Zelt liegt schräg gegenüber des Hofbräu-Zelts. Während auf der anderen Straßenseite Australier, Italiener und Japaner um die Wette trinken, feiern im Zelt der ältesten Münchner Brauerei vor allem Münchner sich selbst und die bayerische Gemütlichkeit. Nur hier wird das Bier noch aus traditionellen Holzfässern gezapft, den Hirschen. Doch auch im Augustiner tanzt man auf den Bierbänken, die rund 6000 Besuchern Platz bieten. Zur Jubiläums-Wiesn bekommt das Augustiner-Zelt zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg wieder einen 25 Meter hohen Turm. © 
Für die übrigen Bayern: Das Armbrustschützenzelt stand schon im Jahr 1895 auf dem Oktoberfest, die Boxen und Balkone sind nach heimischen Tieren benannt: Von A wie Adler bis W wie Wildsau. Hier wird die Schützen-Tradition hochgehalten. In einem Zeltanbau gibt es eine 30 Meter lange Schießbahn, auf der seit 1935 während der Wiesn die Deutschen Armbrust-Meisterschaften ausgeschossen werden. © 
Für die übrigen Bayern: Auch im Schützenzelt werden urbayerische Gemütlichkeit und Feierfreude in Ehren gehalten. Zum Löwenbräu-Bier wird die Spezialität des Hauses serviert: in Malzbier gebratenes Spanferkel. © 
Für die übrigen Bayern: Zünftig geht es in der Ochsenbraterei zu. Ein großer Ochse am Spieß ist nicht nur die Dekoration über dem Eingang, sondern auch die wichtigste Attraktion im Innern dieses Festzelts. Seit fast 130 Jahren werden hier jedes Jahr ganze Ochsen am Stück gebraten. Auf einer großen Tafel lesen die Gäste den Namen des Ochsen, der sich gerade am Spieß dreht. © 
Für jeden: Gaudi für jeden, egal woher, egal wie alt, heißt es in der Löwenbräu-Festhalle. Ein großer Löwe über dem Eingang brüllt “Löööööwenbrääääu“ und zieht damit Einheimische und “Zuagroaste“ gleichermaßen an. Mit mehr als 8000 Plätzen gehört die Festhalle zu den größeren Zelten. © 
Für jeden: Das Winzerer Fähndl kommt in diesem Jahr in neuem Gewand daher. Zur Jubiläums-Wiesn leistete sich die Paulaner-Brauerei einen kompletten Neubau. Als erstes Festzelt bekommt das Winzerer Fähndl eine zentrale Bierversorgung: Eine Ringleitung im Boden garantiert, dass der Bierfluss nicht ins Stocken gerät. © 
Für Biermuffel: Auf dem größten Bierfest der Welt gibt es tatsächlich ein Festzelt, in dem das Bier nicht in Maß-Krügen ausgeschenkt wird: Im Weinzelt gibt es nur Paulaner-Weißbier, Wein und Champagner. Gesungen und gefeiert wird hier trotzdem. “Fesche Madln haben ihren Spaß an den vielen Bars und fesche Burschen an den Madln“, wirbt die Homepage. © 

Paulskirche als Obdachlosenheim

Natürlich sei das kein neues Phänomen, aber eklig sei es doch alle Jahre wieder. Der Dreck ist allerdings zurzeit nicht das einzige Problem des Mesners: Er muss sich auch mit zahlreichen Obdachlosen, Bettlern und wilden Campern auseinandersetzen. Die katholische Kirche versteht sich zwar als Zufluchtsort von Bedürftigen. Allerdings ist damit nicht gemeint, dass sich Obdachlose dauerhaft im und am Gotteshaus niederlassen können. „Ein Herr schläft schon seit mehreren Wochen in einem der Aufgänge“, sagt Metzler.

Obwohl der Mann niemanden stört, werde er langsam zum Problem. Der Grund: Er hat sich schon seit längerer Zeit nicht gewaschen und belästigt daher die Kirchenbesucher mit seinem stechenden Körpergeruch. Außerdem hat Metzler auch schon Tüten mit stinkenden Kleidern und Eimer mit Essensresten in der Grünanlage gefunden. „Diese Sachen gehören vermutlich Obdachlosen und nicht Wiesn-Besuchern“, sagt der Mesner.

Woran erkennt man einen echten Münchner?

Münchner Einheimischentest
Wie erkennt man eigentlich einen echten Münchner bzw. eine echte Münchnerin? Lederhosen oder Dirndl ist längst kein Erkennungszeichen mehr. Deshalb hier ein paar (nicht ganz ernstgemeinte) Kriterien, die ein Einheimischer erfüllen muss: © dpa
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Wie erkennt man eigentlich einen echten Münchner bzw. eine echte Münchnerin? Lederhosen oder Dirndl ist längst kein Erkennungszeichen mehr. Deshalb hier ein paar (nicht ganz ernstgemeinte) Kriterien, die ein Einheimischer erfüllen muss: © dpa
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Wie erkennt man eigentlich einen echten Münchner bzw. eine echte Münchnerin? Lederhosen oder Dirndl ist längst kein Erkennungszeichen mehr. Deshalb hier ein paar (nicht ganz ernstgemeinte) Kriterien, die ein Einheimischer erfüllen muss: © dpa
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Wiesn-Besucher werfen Masskrüge auf den Schulhof

Mit Obdachlosen hat die Marieluise-Fleißer-Schule an der Schwanthalerstraße 87 zwar kein Problem, aber auch sie haben während des Oktoberfests mit anderen ungewünschten Besuchern und Dreck zu kämpfen. Hier sorgt Hausverwalter Clarance Lippert, seit 20 Jahren für Ordnung. „Die Wiesn-Gänger klettern über den Zaun. Dann urinieren und koten sie auf unseren Schulhof. Das ist widerlich“, beschreibt Lippert. Schlimmer noch sei allerdings, dass regelmäßig Maßkrüge über die Mauern geworfen werden, was teilweise auch gefährlich für die Kinder werden kann.

In den vergangenen Jahren habe Lippert auch öfters erlebt, dass sich Betrunkene in die Büsche rund um den Schulhof gelegt haben. Aus diesem Grund sucht der Hausverwalter schon morgens um 7 Uhr das gesamte Gelände der Realschule ab und reinigt den Hof. In das Gebäude rein kommt zum Glück niemand und die Toiletten werden vorsichtshalber abgeschlossen. „Die Schüler, die mal müssen, bekommen den Schlüssel von den Lehrkräften“, sagt Lippert.

Eine Abriegelung kommt für die Paulskirche allerdings nicht in Frage, denn während des Oktoberfestes gibt es hier Turmbesteigungen. Interessierte können von Montag bis Freitag zwischen 14 und 21 Uhr, sowie samstags ab 11 bis 21 Uhr und sonntags von 9.30 bis 21 Uhr vom Kirchturm aus den Blick auf die Wiesn genießen.

Tanja Wolff

Quelle: oktoberfest.bayern

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