Prozess um Glas-Attacke

Wiesn: Dieser Polizist rettete Thomas das Leben

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Sie sind Freunde geworden: Polizist Torsten Hiljanen und Wiesnopfer Thomas Krenn, der eine tiefe Narbe (kl. Foto) davontrug

München - Der Beamte Torsten Hiljanen (31) hat dem 27-jährigen Thomas Krenn das Leben gerettet, als er nach einer Bierglas-Attacke auf der Wiesn zu verbluten drohte.

Der eine ist Polizist, der andere Opfer einer Bluttat. Der Beamte Torsten Hiljanen (31) hat dem 27-jährigen Thomas Krenn das Leben gerettet, als er nach einer Bierglas-Attacke auf der Wiesn zu verbluten drohte. Sie sind inzwischen dicke Freunde geworden. Und gestern sahen sie sich wieder – als Zeugen vor Gericht.

Auf der Anklagebank saß Mario S. (34). Dieser hat dem Feuerwehrmann ohne Grund ein Weißbierglas ins Gesicht gerammt! Ein Splitter schlitzte die Halsschlagader des Opfers auf.

Schlug mit einem Weißbierglas zu: Mario S.

Die unfassbare Tat am Abend des 3. Oktober vor der Bräurosl hatte der Polizeibeamte Christian B. (39) beobachtet, als er mit Kollegen einen Rowdy zur Wiesnwache bringen wollte. „Das Opfer tippte ihm auf die Schulter“, so der Beamte im Zeugenstand. „Der Angeklagte hat mit einer Drehbewegung sofort zugeschlagen, das Opfer ging sofort zu Boden.“ Es stellte sich heraus, dass Mario S. seinem Opfer ein Weißbierglas ins Gesicht gerammt hatte.

„Das Blut schoss wie ein Springbrunnen aus dem Hals des Opfers“, so Polizist Christian B. „Es war wie in einem schlechten Horrorfilm.“ Während der Beamte den Täter festnahm, kümmerte sich Hiljanen sofort um den Blutenden.

„Ich habe wenig Ahnung von erster Hilfe“, sagt Hiljanen. Ihm sei aber klar gewesen, dass er das Herausspritzen des Blutes aus der Schlagader unterbinden musste. Mit der Hand drückte der Polizeibeamte auf die Arterie, bis der Notarzt eintraf. „Mir kam die Zeit unendlich lang vor“, so der Beamte, der Angst hatte, dass der bewusstlose Thomas Krenn unter seinen Händen sterben könnte. Rechtsmediziner Prof. Randolph Penning lobte den Einsatz des Polizisten: „Kompliment für die Maßnahmen!“

Krenn, der schon zwei Liter Blut verloren hatte, wurde durch eine Notoperation gerettet. „Die Ärzte haben ein Stück Schlauch eingesetzt“, erzählt Krenn. Doch seit dem Vorfall könne er seine rechte Hand nicht mehr richtig bewegen.

Der Tatort vor der Bräurosl auf dem Oktoberfest: Polizisten suchen nach Spuren.

Der angeklagte Schausteller behauptete, sich an die Tat nicht mehr erinnern zu können: „Ich war sehr betrunken.“ Allerdings wisse er noch genau, dass ihm kurz zuvor jemand an der Schulter gepackt habe. Er müsse sich wohl mit dem Weißbier in der Hand reflexartig gedreht haben, so Mario S. Richterin Karin Jung ungläubig: „So ein Filmriss ausgerechnet bei der Tat ist eher ungewöhnlich.“

Auf den Rat seines Verteidigers Michael Adams entschuldigte sich Mario S., der seit der Tat in Stadelheim sitzt, bei seinem Opfer. Krenn kühl: „Ich nehme es zur Kenntnis.“ Der Prozess wurde bis 14. März vertagt.

Eberhard Unfried

Quelle: Oktoberfest live

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