KVR-Referent: Warum wir die Raucher-Promis nicht bestrafen

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Kippen und Aschenbecher auf dem Tisch: Stefan Effenberg nimmt das Rauchverbot wohl nicht ernst. Genauso wenig Schauspieler Ralf Möller. Er ließ sich seine Zigarre schmecken.

München - Bilder von rauchenden Stars auf der Wiesn sorgten in den vergangenen Tagen für Diskussionen. Jetzt erklärt KVR-Referent Wilfried Blume-Beyerle, warum die Promis ungestraft davon kommen.

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Noch am Montag hatte KVR-Referent Wilfried Blume-Beyerle gegen die rauchenden Promis auf der Wiesn gewettert: „Einige B- und C-Klasse-Promis haben es offenbar nötig, die Wiesn als Resonanzboden für ihre Profilierungssucht zu benutzen“, schimpfte der oberste städtische Ordnungshüter, nachdem am mittleren Wiesn-Wochenende Stefan Effenberg und Ralf Möller rauchend im Käferzelt für die Fotografen posierten. Und in Richtung Wirte wetterte der Münchner KVR-Chef: „Ich kann ihnen nur raten, alles dafür zu tun, dass sich solche Szenen nicht wiederholen.“

Die Wiesn-Promis vom Donnerstag

Promis Oktoberfest Donnerstag
Schauspieler Ralf Möller (bekannt aus Filmen wie Gladiator) kümmerte sich nicht um das Rauchverbot im Käfer. © Jantz
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Er stand in einer dichten Rauchwolke. © Jantz
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Vom Kellner bekam er schließlich die rote Karte - scheinbar aber nicht ganz ernst gemeint. © Jantz
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Auch Stefan Effenberg zündete sich im Käfer eine Kippe an. © babiradpicture/O.Schmitt
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Schauspieler Christian K. Schaeffer macht es besser: Er umgeht das Rauchverbot mit einer elektronischen Zigarette. © Jantz
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Michaela Schaffrath: So brav kennt man die ehemalige Pornodarstellerin von früher nicht. © Jantz
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Sie lässt sich ihr Bier im Hippodrom schmecken... © Jantz
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... und hat viel zu lachen. © Jantz
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Die Stars der ARD-Soap Marienhof beim Bavaria Film Empfang im Hippodrom: Antonio Putigamo, Mirco Wallraf, Sandra Koltai und Hendrik Borgmann. © Jantz
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Ex-Nationaltorwart und Sky-Experte Jens Lehmann sieht schon leicht mitgenommen aus... © Jantz
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... besser gleich mal die Augen zumachen. © Jantz
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Barbara Meier, Germany's-next-Topmodel-Gewinnerin der zweiten Staffel, feiert am Donnerstag im Käfer. © Jantz
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Will Barbara Meier das nächste Bond Girl werden? © Jantz
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Erfolgsregisseur Bernd Eichinger mit seiner Ehefrau Katha im Hippodrom. © Jantz
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Die Schauspielerinnen Carin C. Tietze und Katharina Abt. © Jantz
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Carin C. Tietze lässt sich zu ihrer Mass Bier eine Wiesn-Breze schmecken. © Jantz
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Schauspieler Christian Wolff (bekannt aus zahlreichen TV-Filmen und Serien wie Forsthaus Falkenau) feierte mit seiner Ehefrau Marina beim Bavaria Film Empfang im Hippodrom. © Jantz
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Karin Thaler hat beim Bavaria Film Empfang im Hippodrom so richtig Spaß. © Jantz
Promis Oktoberfest Donnerstag
Die Schauspielerin aus Rosenheim Cops versuchte sich im Masskrug-Stemmen... © Jantz
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Die Schauspielerin aus Rosenheim Cops versuchte sich im Masskrug-Stemmen... © Jantz
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Michaela May ist ein echter Wiesn-Fan. © Jantz
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Und auch in Sachen Dirndl ist sie eine echte Expertin. © Jantz
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Schauspielerin Michaela Merten und ihr Ehemann Pierre. © Jantz
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Auch Oliver Berben (Sohn von Iris Berben) feierte wieder auf der Wiesn. © Jantz
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Nina Ruge und Sänger Leslie Mandoki (Dschinghis Khan) © Jantz
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Regine Sixt, Leslie Mandoki und Nina Ruge beim Bavaria Film Wiesn Empfang im Hippodrom. © Jantz
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Moderatorin Nina Ruge hatte sichtlich Spaß. © Jantz
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Der Medienunternehmer Thomas Haffe und seine Frau Gabriele. © Jantz
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Schauspieler und Regisseur Uli Lommel mit seiner Begleitung Thea. © Jantz
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Schauspielerin Sinta Weisz im knallgrünen Dirndl. © Jantz
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Uschi Glas und ihr Ehemann im Hippodrom. © Jantz
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Uschi Glas und ihr Ehemann im Hippodrom. © Jantz
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Die Schauspielerin und Musicaldarstellerin Eva Maria Grein zeigt viel Bein. © Jantz
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Das gefällt auch ihrem Ehemann Christoph von Friedl. © Jantz

Das KVR hatte beschlossen, Verstöße gegen das Rauchverbot auf der Wiesn 2010 noch nicht zu sanktionieren. Angesichts der provokant qualmenden Promis meldete sich Blume-Beyerle – ebenso wie OB Ude und Wiesn-Chefin Weishäupl – aber doch zu Wort. „Wir wollen nicht den Eindruck erwecken, dass der kleine Mann nicht rauchen darf, wir Verstöße bei Promis aber tolerieren“, sagte Blume-Beyerle der tz.

Doch im Endeffekt bleibt ihm nichts anderes übrig: „Was sollen wir tun? Herr Möller und Herr Effenberg haben eine Ordnungswidrigkeit begangen. Wir könnten ihnen pro nachweislich im Zelt gerauchter Zigarette fünf Euro Bußgeld aufbrummen. Da lachen die sich doch ins Fäustchen.“ 

Rauchverbote in den Bundesländern

Gesetze zum Nichtraucherschutz gibt es in allen Bundesländern. Ursprünglich unterschieden sich die Regelungen deutlich. Eines der schärfsten Rauchverbote hatte Bayern. © dpa
Dann wurden in der Gastronomie mehr und mehr Ausnahmen zugelassen. So dürfen inzwischen vielerorts separate Raucherräume eingerichtet werden. © dpa
Von August an gilt in Bayern aber wieder ein striktes Rauchverbot. Ein Überblick: © dpa
BADEN-WÜRTTEMBERG: Gaststätten müssen rauchfrei sein, können aber abgeschlossene Raucherräume einrichten. Rauchen in Einraumkneipen, ist erlaubt. In Diskotheken darf nur in vollständig abgetrennten Nebenräumen ohne Tanzfläche gequalmt werden, wenn sie nicht von Jugendlichen besucht werden. Das Rauchen in Festzelten ist erlaubt. © dpa
BAYERN: Von August an ist Qualmen in Gaststätten, Kneipen und Bierzelten ausnahmslos verboten. © dpa
Auf dem Oktoberfest darf in diesem Jahr noch geraucht werden, im nächsten nicht mehr. © dpa
BERLIN: Rauchen ist nur in abgetrennten Raucherräumen von Restaurants und Kneipen erlaubt sowie in Kneipen, die kleiner als 75 Quadratmeter sind. Clubs und Diskotheken, die auch von unter 18-Jährigen besucht werden, müssen rauchfrei sein. Wenn nur Erwachsene Zutritt haben, dürfen separate Raucherräume eingerichtet werden. © dpa
In Shisha(Wasserpfeifen)-Gaststätten ohne Alkoholausschank darf geraucht werden, wenn Minderjährige draußenbleiben. © dpa
BRANDENBURG: In Brandenburg darf geraucht werden, wenn die Gastfläche nicht größer als 75 Quadratmeter ist, kein abgetrennter Nebenraum existiert und keine zubereiteten Speisen angeboten werden. Das Lokal muss als Rauchergaststätte gekennzeichnet sein. Bei größeren Einheiten darf ein Raum für Raucher abgetrennt werden. © dpa
BREMEN: In Gaststätten und Diskotheken sind separate Raucherräume erlaubt, wenn Minderjährige keinen Zutritt haben. In Einraumgaststätten bis 75 Quadratmeter darf geraucht werden, wenn sie als Raucherkneipe gekennzeichnet sind und unter 18-Jährige keinen Eintritt haben. In Festzelten, auf Jahrmärkten und Volksfesten müssen Nichtraucher den blauen Dunst ertragen. © dpa
HAMBURG: Qualmen ist in Kneipen, Restaurants und Diskotheken verboten, wenn dort Essen angeboten wird. Gaststätten, in denen es kein Essen gibt, können separate Raucherräume einrichten. In Lokalen ohne Essensangebot, die nur einen Raum und eine Gastfläche von weniger als 75 Quadratmeter haben, kann Rauchen erlaubt sein, wenn unter 18-Jährige keinen Zutritt haben © dpa
HESSEN: In Einraumkneipen darf gequalmt werden, in größeren Gaststätten und Diskotheken nur in Nebenräumen. In Festzelten, die nur vorübergehend betrieben werden, gilt das gesetzliche Rauchverbot nicht. © dpa
MECKLENBURG-VORPOMMERN: Tabakqualm ist in Kneipen und Restaurants nur in separaten Nebenräumen erlaubt. Für Einraumkneipen gelten Ausnahmen. In Diskotheken darf generell nicht geraucht werden. © dpa
NIEDERSACHSEN: In Restaurants, Kneipen und Diskotheken ist Rauchen nur in abgetrennten Räumen erlaubt. In Einraumkneipen darf geraucht werden, wenn dort kein Essen serviert wird. Die Kneipe muss als Rauchergaststätte gekennzeichnet werden, Jugendliche unter 18 Jahren haben keinen Zutritt. © dpa
NORDRHEIN-WESTFALEN: Rauchen ist in Einraumgaststätten erlaubt, die nicht größer als 75 Quadratmeter sind. Sie müssen als Raucherkneipen gekennzeichnet sein, Jugendlichen unter 18 Jahren dürfen keinen Zutritt haben, und in solchen Kneipen dürfen keine zubereiteten Speisen serviert werden. In Diskotheken darf nur in abgetrennten Räumen gequalmt werden. © dpa
SAARLAND: Der blaue Dunst ist derzeit nur in separaten Nebenräumen, in einer inhabergeführten Gaststätte oder einer Gaststätte mit einem Schankraum unter 75 Quadratmetern ohne Speisenangebot erlaubt. Nach einem neuen Gesetz soll das Rauchen bald in allen Gastronomiebetrieben grundsätzlich verboten sein. Die Regel sollte ursprünglich von Juli an gelten, wurde aber Ende Juni vom Verfassungsgerichtshof nach Klagen von Gastwirten vorläufig gestoppt. Die Richter wollen im kommenden Jahr in der Sache entscheiden. © dpa
SACHSEN: Kneipen können einen separaten Raucherraum einrichten. Außerdem dürfen Einraum-Gaststätten, Spielhallen und Diskotheken ihren Gästen das Qualmen erlauben, wenn Minderjährige keinen Zutritt haben. Zulässig ist das Rauchen außerdem bei geschlossenen Gesellschaften wie bei Familienfeiern. © dpa
SACHSEN-ANHALT: Gaststätten können einen Raucherraum einrichten, Jugendliche dürfen diesen nicht betreten. In Einraumkneipen darf gequalmt werden, in Nebenräumen von Diskotheken nur, wenn Minderjährige generell keinen Zutritt haben. © dpa
SCHLESWIG-HOLSTEIN: Gequalmt wird in Einraumkneipen und in Nebenräumen von Gaststätten. In diese Nebenräume dürfen nur Erwachsene. Vorübergehend aufgestellte Festzelte sind vom Rauchverbot ausgenommen. © dpa
THÜRINGEN: Thüringen hat sein Nichtraucherschutzgesetz im Juni abgeschwächt. Damit darf in Einraumkneipen wieder offiziell geraucht werden. In größeren Gaststätten ist der Griff zum Glimmstängel nur in separaten Raucherräumen erlaubt. © dpa

Einmalig? Stefan Effenberg hat am mittleren Wiesn-Samstag, als die Qualm-Fotos von ihm entstanden, nicht zum ersten Mal bei Käfer geraucht. Fotos mit ausgedrückten Kippen im Glas beweisen, dass bereits am Eröffnungssamstag am Effenberg-Tisch gequalmt worden ist. Michael Käfer: „Er macht zwar guten Umsatz, aber dann kommt er halt in Zukunft nicht mehr zu uns. Gerade Prominente sollten sich an das Rauchverbot halten.“ Promis gibt es auch im Hippodrom viele. Wirt Sepp Krätz musste sich vorwerfen lassen, dass Lilly Becker am vergangenen Samstagabend bei ihm geraucht haben soll. „Ich verwehre mich dagegen! Ich war zwei Stunden selbst am Tisch von Boris und Lilly Becker gesessen – das stimmt nicht“, wehrt sich Krätz gegen den Rüffel von Blume-Beyerle. Wie Kollege Käfer hat er einen Anhörungsbogen vom KVR bekommen. „Ich habe betont, dass die Vorwürfe nicht zutreffen.“ Trotzdem gibt Krätz der Stadt recht: „Es gehört sich nicht, dass sich ein paar Affen vor die Kameras stellen und qualmen!“ Und warum sollen die dafür nicht Post vom KVR bekommen, Herr Blume-Beyerle?

Simone Herzner

Qualmen trotz Verbots: Die Folgen für Gast und Wirt

Nichtraucher-Wiesn: Die Regeln für alle Zelte

Das Nichtraucherschutzgesetz sieht vor, dass Wirt und Gast bei Zuwiderhandlung gegen das Rauchverbot in Gaststätten wegen einer Ordnungswidrigkeit ­belangt werden. Der Bußgeld­rahmen liegt zwischen 5 und 1000 Euro. „Nach dem Opportunitätsprinzip liegt es in unserem Ermessen, ob wir im Einzelfall ­tätig werden“, erklärt KVR-Chef Wilfried Blume-Beyerle. Und weiter: „Es ist immer leichter, den Wirt zu bestrafen als den Gast. Wenn ein Bezirksinspektor einen Gast beim Rauchen erwischt, dieser sich aber weigert, sich auszuweisen, müsste der Kontrolleur die Polizei zu Hilfe ziehen. Das wäre für fünf Euro Bußgeld ein unverhältnismäßig hoher Aufwand.“ Für die Wiesn 2010 hat das KVR beschlossen, etwaige Verstöße nicht zu ahnden. Der Umkehrschluss gilt aber nicht: Trotz Duldung durch die Behörden ist das Nichtraucherschutzgesetz auch auf der Wiesn offiziell in Kraft.

Quelle: oktoberfest.bayern

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