Klare Ansage bei Bürgerversammlung

Reiter: "Bei Gefahr würde ich die Wiesn absagen"

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Oberbürgermeister Dieter Reiter spricht im Schlösselgarten, SPD-Chefin Claudia Tausend (2.v.r.) hört zu. 

München - Dieter Reiter (SPD) hat sich am Sonntag im Schlösselgarten in Bogenhausen den Fragen der Bürger gestellt. Der Oberbürgermeister diskutierte über Wohnungsbau, Flüchtlinge, die Wiesn und den ÖPNV. 

Das Thermometer hat die 25-Grad-Marke um 11 Uhr gerade übersprungen, da trifft der Oberbürgermeister im Biergarten Schlösselgarten ein. Reiter stoppt am Stand mit SPD-Fanartikeln, die keiner haben will, plauscht kurz mit der lokalen SPD-Prominenz, dann nimmt der OB inmitten der Bürger Platz. Die Gäste zuzeln Weißwürste, die Kellner kommen mit dem Biernachschub kaum hinterher – sicheres Terrain für den Meister der Bürger. Die Moderation der Veranstaltung hat Hans-Ulrich Pfaffmann übernommen, der zum Glück hauptberuflich Landtagsabgeordneter der SDP ist, und sein Geld nicht mit Moderieren verdienen muss. Das Verhältnis der Münchner SPD zu ihren Oberbürgermeistern ist eine Geschichte nicht erwiderter Liebe. So lobt Pfaffmann Reiter in seiner Anmoderation als „besten Bürgermeister“, den man sich vorstellen könne. Der Vielgelobte selbst gibt das Lob an seine Partei natürlich nicht zurück, sondern macht einen Scherz über den TSV 1860 und hat die Lacher auf seiner Seite. Dann beantwortet Reiter 90 Minuten lang Fragen der Bürger. Am Ende gibt es lauten, freundlichen Applaus.

Wohnungsbau

Das Thema, worauf der OB nach eigenem Bekunden am häufigsten angesprochen wird, ist der Wohnungsnotstand in München. Ohne die Zusammenarbeit mit dem Umland, davon ist Reiter fest überzeugt, wird die Wohnungsnot nicht zu lindern sein. Früher blickte die Stadt eher hochnäsig auf die Landkreise herab, doch die Zeit des „Lederhosen-Schnalzens“ sei vorbei, sagt Reiter. Er werde „friedvoll“ mit den Landräten und Bürgermeistern in puncto Wohnungsbau zusammenarbeiten, so wie das bereits heute beim Schulbau passiere. In München selbst ist kaum noch Potential für viele Neubauten vorhanden. Die verbleibenden freien Flächen will Reiter bebauen, „auch wenn das bei den direkten Nachbarn nicht immer gut ankommt“. Überhaupt sei es schwierig, „alle glücklich zu machen“.

Zweckentfremdung

In Bogenhausen ist die Zweckentfremdung von Wohnraum ein großes Thema. Mehrere Bürger sprachen Reiter darauf an. Eine Anwohnerin behauptete, dass 20 Prozent der Wohnungen in Bogenhausen durch Medizintouristen, hauptsächlich aus dem arabischen Raum, besetzt seien, während Familien keine Bleibe fänden. „In den letzten drei Jahren ist keine einzige Wohnung zwangsgeräumt worden.“ Für Reiter ist die Zweckentfremdung „mega ärgerlich“. Die Fachstelle im Sozialreferat, die diese Fälle aufdecken soll, werde personell aufgestockt. Das habe der Stadtrat bereits beschlossen, so der OB, der sich selbst schärfere Strafen für Zweckentfremdung von Wohnraum wünschen würde. „Ich habe Innenminister Herrmann diesbezüglich auch einige Briefe geschrieben und das gefordert.“ Doch der CSU-Politiker habe geantwortet, er sehe das anders. Reiter traf sich sogar mit dem Generalkonsul der Vereinigten Arabischen Emirate und bat diesen, auf seine Landsleute einzuwirken, Hotels in München zu buchen statt Privatwohnungen. „Was soll ich sonst machen, ich kann ja nicht in die Emirate einmarschieren.“ Das Ziel müsse sein, schneller in die Wohnungen zu kommen und Bußgelder zu verhängen. Allerdings sei das Zweckentfremdungsrecht sehr vorsichtig gestaltet, denn das Recht auf Eigentum werde durch das Grundgesetz geschützt. Reiter versprach, weitere Gespräche mit dem „konsularischen Chor“ zu führen.

Oktoberfest

Ob er Angst habe, heuer auf die Wiesn zu gehen, wollte ein Mann wissen. „Ich werde nicht mehr oder weniger Angst haben als in den Jahren zuvor. Mich ängstigt allein das Anzapfen“, sagte Reiter. Auch er höre in seinem persönlichen Umfeld, dass Münchner aus Sorge nicht auf das Oktoberfest gehen wollten. „Dann gehen sie eben nicht. Na und.“ 2011 habe die Stadt überlegt, wegen konkreter Drohungen die Wiesn nicht stattfinden zu lassen. Sollten ihm Argumente vorliegen, dass es konkrete Gefahren gäbe, „würde ich die Wiesn absagen“. Reiter: „Ich würde niemals sechs Millionen Leute in Gefahr bringen.“ Derzeit gebe es aber keine Erkenntnisse über Anschlagspläne. Das neue Sicherheitskonzept werde den Zutritt auf die Festwiese „etwas unkommoder“ machen, räumte der OB ein.

Flüchtlinge

Ob München nochmals einen Ansturm flüchtender Menschen bewältigen muss wie im Vorjahr? Diese Frage konnte der Oberbürgermeister nicht beantworten. „Die Sachlage ändert sich im Wochen-Rhythmus.“ Es bleibe abzuwarten, wie sich die Flüchtlingspolitik der Kanzlerin entwickle. Reiter forderte, den „Wahnsinns-Krieg“ in Syrien zu beenden. Dann könnten die Menschen auch wieder heimkehren. „Wir müssen eine Situation schaffen, vor der die Menschen nicht fliehen müssen.“

Die schönsten Bilder vom Oktoberfest

Oktoberfest 2015 Anfang bis Ende
Mit dem "Ozapf is" von Oberbürgermeister Dieter Reiter fällt der Startschuss. Mit nur zwei Schlägen zapfte Reiter heuer an. © dpa
Oktoberfest 2015 Anfang bis Ende
Die Mass danach schmeckte deshalb umso besser. © dpa
Oktoberfest 2015 Anfang bis Ende
Schönes Wetter: Eine Seltenheit auf dem Oktoberfest 2015. © dpa
Oktoberfest 2015 Anfang bis Ende
Das traditionelle Standkonzert der Oktoberfestkapellen auf den Treppenstufen der Bavaria. © dpa
Oktoberfest 2015 Anfang bis Ende
Das traditionelle Standkonzert der Oktoberfestkapellen auf den Treppenstufen der Bavaria. © dpa
Oktoberfest 2015 Anfang bis Ende
Beinahe ruhig und friedlich wirkt das Riesenrad in der Nacht. © dpa
Oktoberfest 2015 Anfang bis Ende
Auch wenn 2015 weniger Besucher gekommen sind, voll ist es immer noch. © dpa
Oktoberfest 2015 Anfang bis Ende
Enges Gedränge - und das wegen eines Gerstensaftes. © dpa
Oktoberfest 2015 Anfang bis Ende
Diese Polizistinnen nehmen den Wiesn-Wahnsinn gelassen. © dpa
Oktoberfest 2015 Anfang bis Ende
Feiern bis zur letzten Runde: Besucher auf dem Oktoberfest 2015. © dpa
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Feiern bis zur letzten Runde: Besucher auf dem Oktoberfest 2015. © dpa
Oktoberfest 2015 Anfang bis Ende
Zuckerwatte schmeckt auf einem Volksfest doch am Besten. © dpa
Oktoberfest 2015 Anfang bis Ende
Goldgelb und frisch gezapft: Das berühmte bairische Bier auf dem Oktoberfest. © dpa
Oktoberfest 2015 Anfang bis Ende
Traditionsrunde. © dpa
Oktoberfest 2015 Anfang bis Ende
Auch wenn 2015 weniger Besucher gekommen sind, voll ist es immer noch. © dpa
Oktoberfest 2015 Anfang bis Ende
Die Lichter der Fahrgeschäfte am Abend versetzen die Gäste des Oktoberfest immer wieder in Verzückung.  © dpa
Oktoberfest 2015 Anfang bis Ende
Hals über Kopf ins Getümmel stürzen, das ist die Devise. © dpa
Oktoberfest 2015 Anfang bis Ende
Ein schönes Mitbringsel: Ein Herz vom Oktoberfest. © dpa
Oktoberfest 2015 Anfang bis Ende
Im sogenannten "Himmel der Bayern" ist die Stimmung ausgelassen. © dpa
Oktoberfest 2015 Anfang bis Ende
Damenrunde nach dem traditionellen Trachten- und Schützenumzug. © dpa
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Damen nach dem traditionellen Trachten- und Schützenumzug. © dpa
Oktoberfest 2015 Anfang bis Ende
Diese Frisur ist zwar weniger traditionell dafür umso kreativer. © dpa
Oktoberfest 2015 Anfang bis Ende
Der traditionelle Trachten- und Schützenumzug. © dpa
Oktoberfest 2015 Anfang bis Ende
"Willkommen zum Oktoberfest". © dpa
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Der traditionelle Trachten- und Schützenumzug. © dpa
Oktoberfest 2015 Anfang bis Ende
Auch wenn mal ein paar Tropfen vom Himmel kommen, die Herzerl-Verkäufer sind gewappnet. © dpa
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Lichterspiele auf dem Oktoberfest 2015. © dpa
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Blick von den Stufen der Bavaria auf das abendliche Oktoberfest. © dpa
Oktoberfest 2015 Anfang bis Ende
Untern den Wolken, aber dem Himmel so nah: Das kann man nur im Kettenkarussell erleben. © dpa
Oktoberfest 2015 Anfang bis Ende
Leuchtend bunt in der Nacht: Das Oktoberfest 2015. © dpa
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Nur nicht die Fassung verlieren und ins Taumeln geraten. Das Fahrgeschäft "Taumler" ist tatsächlich wörtlich zu verstehen. © dpa
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Im Fahrgeschäft "Topspin" wissen die Fahrgäste nie genau , wie nass sie werden. Auch das zählt zum Nervenkitzel. © dpa
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In den traditionellen bairischen Farben präsentiert sich der Himmel über dem Riesenrad. © dpa
Oktoberfest 2015 Anfang bis Ende
Das gefragteste Schmankerl auf dem Oktoberfest: Ein knusprig gebratenes halbes Hendl. © dpa
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Ein Knochenjob: Damit die Wiesn-Gäste immer genug zu trinken haben, müssen sich die Bedienungen einiges aufladen. © dpa
Oktoberfest 2015 Anfang bis Ende
Leere Bänke und Tische im Schottenhamel Zelt kann man so auch nur vor dem Start des 182. Oktoberfestes bewundern. © dpa
Oktoberfest 2015 Anfang bis Ende
Süßer Klassiker: Die Lebkuchenherzen auf dem Oktoberfest. © dpa

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