Er entließ sich selbst aus der Klinik

Schichtl: Samstag Zusammenbruch, Sonntag Comeback!

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Sonntagvormittag: Manfred Schauer ist schon wieder im Einsatz.

München - Manfred Schauer (61), der Schichtl von der Wiesn, hat am Samstag einen Schreck-Abend hingelegt: Kreislauf-Kollaps auf der Außenbühne, Krankenwagen, Klinik!

Er hat’s ja eh mit Wundern aller Art – grad so, wie’s draußen an seinem ­Theater angeschrieben steht … Manfred Schauer (61), der Schichtl von der Wiesn, hat am Samstag einen Schreck-Abend hingelegt: Kreislauf-Kollaps auf der Außenbühne, Krankenwagen, Klinik! Und am Sonntag in der Früh stand er schon wieder auf der Bühne. Weiter geht’s beim Schichtl!

Der Samstagabend auf der Wiesn, gegen acht: Jede Menge Publikum drängt sich draußen vor dem Schichtl-Theater. Schauer tobt über die Bühne wie gewohnt, gibt seine Sprüche zum Besten, um die Leute anzulocken. Bis auf einmal nix mehr geht … Schauer: „Mir ist komisch geworden. Ich hab nicht mehr reden können. Ich hab das Mikrofon weitergegeben und bin runter von der Bühne.“

Ein Schwächeanfall! In der zugehörigen Schichtl-Wirtschaft fragen sie über Lautsprecher: „Ist ein Arzt da?“ Wobei gleich drauf sowieso ein Krankenwagen kommt und Schauer ins Krankenhaus nach Großhadern bringt. Der Schichtl sagt: „Die Ärzte haben mich dort zwei, drei Stunden lang gründlich untersucht und wollten mich eigentlich über Nacht drin behalten. Aber ich hab mir gedacht: Im Krankenhaus werd ich ja erst krank. Wenn ich nur die ganzen Schläuche sehe … Ich hab also unterschrieben, und eine meiner Mitarbeiterinnen hat mich heimgefahren. So gegen halb eins in der Nacht war ich daheim.“

"Zu wenig gegessen und getrunken, dafür zu viel gearbeitet."

Die Ursache für den Kollaps? Schauer: „Eine Überdosis Wiesn-Begeisterung! Ich habe einfach zu wenig gegessen und getrunken, gleichzeitig zu viel gearbeitet. Innerhalb von einer Woche habe ich drei Kilo abgenommen.“

Dagegen tut er jetzt was: „Ich werde mir wieder Zeit nehmen zum Essen. Und ich werde genug trinken.“ Kein Problem: Schauer sitzt ja eh an der Quelle beziehungsweise an der Küche – in seinem Zelt gibt’s zum Beispiel reschen Schweinsbraten. Und dann: Wieder rein ins Getümmel und rauf auf die Schichtl-Bühne!

Gestern Vormittag, pünktlich zur ersten Vorstellung, tanzt er wieder auf der Bühne, begrüßt das Publikum mit „Habedi­ehre“. Und wer nicht weiß, was am Samstagabend passiert ist, der merkt dem Schichtl nullkommanix an. Ganz der Alte ist er, wie er sagt: „Es geht mir gut. Und ich kann nicht anders als mit Vollgas. Normalerweise arbeite ich während der Wiesn 13 Stunden am Tag. Ab jetzt mach ich aber 14 Stunden am Tag, damit ich die Zeit aufhole, die ich am Samstag verloren habe.“

Michi Glorius ist der Schichtl-Stellvertreter

Bei der letzten Parade stand am Samstagabend Michi Glorius als Schichtl auf der Bühne.

Manfred Schauer lag noch nicht im Krankenwagen, da stand sein Stellvertreter schon parat. Seine Kollegen hatten Michi Glorius (48) informiert, dass er jetzt die Parade auf der Bühne übernehmen müsse. „Der Schichtl läuft weiter. Wie in jedem Unternehmen gibt’s bei uns einen Notfallplan, wenn jemand ausfällt“, sagte Glorius kurz nach dem Zusammenbruch seines Chefs. 2007 stand er zum ersten Mal auf der Schichtl-Bühne. Seitdem wechselt er sich mit Schauer bei den Paraden ab. Den meisten Zuschauern fiel am Samstagabend deshalb gar nicht auf, dass da einer fehlte, nämlich der echte Schichtl …

„Habt’s scho Eintrittskarten kauft? Bis Wiesn-Ende deaft’s damit aa S- und U-Bahn fahren. Aber lasst’s eich ned erwischen“, rief er dem Publikum zu, das später mit dem Henker zur Vorstellung verschwand.

Apropos Henker: Der ist in der vergangenen Woche auch schon mal ausgefallen, brauchte einen Stellvertreter aus dem Schichtl-Kabinett. Schauer sagt: „Was wir beim Schichtl schaffen, das schaffen wir gemeinsam. Das ist eine Mannschaft mit elf Leuten!“ BEA

Uli Heichele

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