Manfred Schauers Tipps

Schichtl-Sprüche fürs ganze Jahr

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Manfred Schauer auf der Schichtl-Bühne.

München - Rhetorik-Trainer? Kommunikations-Coach? Schmarrn! Brauchen wir nicht – wenigstens nicht jetzt. Weil: Wir haben ja den König der Sprücheklopfer da.

Wir dürfen vorstellen (falls man ihn überhaupt noch vorstellen muss): Manfred Schauer (61), den Schichtl von der Wiesn. Bevor er jetzt wieder beim Oktoberfest 16 Tage lang redet, bis die Stimmbänder rauchen, haben wir ihn um eine Nachhilfestunde gebeten. Was sind die besten bairischen Sprüche für alle wichtigen Lebenslagen? Wie wickelt man sein Gegenüber um den Finger – bloß mit Worten? Der Schauer hat da schon ein paar Ideen … Also dann, auf geht’s mitm Schichtl:

Frauen/Männer ansprechen

Für Männer: „Schaun’s, Freilein … A jeder hot a Macke. Derf i de Ihre sei?“

Für Frauen und Männer: „Derf i Sie auf wos ­aufmerksam macha?“ – „Worauf denn?“ – „Auf mi!“

Anrufbeantworter

„Wenn’s jetzt pfeift, is des net Ihr Tinnitus, sondan de Frei­gabe für Ihre Absonderungen. Und bitte redns freindlich. I bin zwar net empfindlich, aba sensibel!“

(Diesen Spruch hat Schauer auch selber auf seinem Anrufbeantworter)

Streiten

„Jetzt gib an Friedn. Sonst gibts in Deina Familie boid a Beerdigung. Aba Du stehst net am Grab …“

(Obacht: Besser nicht verwenden bei körperlich überlegenem Gegenüber)

Vorstellungsgespräch

„Wenn Sie dem Homo ­bavaricus net abgeneigt san und nix gega ­Gewinnoptimierung ham: Nehmas doch mi!“

(Nur zu verwenden bei Vorgesetzten, die Bairisch sprechen oder einen Hang zum Exotischen haben)

Sich entschuldigen

Normal: „Öha!“

Langversion: „Entschuidigns bitte, dass i Ihre Pedale belästigt hob. Es kummt vermutlich nimma vor.“

(Für den Fall, dass Sie jemandem auf die Füße getreten sind)

Angst um die Bude?

Großer Name, Wiesn-Kulturgut, aber leicht ist es trotzdem nicht für den Schichtl. Manfred Schauer sagt: „Der Umsatz ist im Prinzip seit 2001 rückläufig. Vor allem das Abendgeschäft ist schwierig. Die Leute gehen aus dem Bierzelt raus und von da aus ohne Umweg zur U-Bahn.“ Auch am Nachmittag müsse er kämpfen, damit die Kasse einigermaßen klingelt: „Nur 20 Prozent der Leute, die draußen stehen und zuhören, kommen auch rein.“ Wiesn-Betriebe sind ja eigentlich nicht als Verlustgeschäft bekannt, aber dem Schauer scheint’s ernst zu sein. Er sagt: „Den Schichtl gibt’s bloß noch so lang, wie die Leut reingehen …“

Uli Heichele

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