"Idealer Ort, um seine Lust auszuleben"

So schmutzig geht es auf - und nach - der Wiesn zu

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Liebesdamen im Caesars World Laufhaus.

Massn und Madln, Trachten und Wadln – das ist die Wiesn! Ein Leckerbissen, auch in Sachen Flirten und Sex. Denn wer über die Theresienwiese schlendert, macht sich schick und hat Lust: auf Feiern und Flirten.

„Auf einem Volksfest fallen die Schranken von Moral und Gewissen. Die Wiesn ist dann der ideale Ort, um seine Lust auszuleben“, sagt Wolfgang Herkert vom Dating-Portal lovepoint.de. Aber wie versext ist die Wiesn wirklich? Was ist erlaubt, was nicht? Wie rüsten sich Bordelle, was erleben Liebesdamen? Die tz nennt die spannendsten Fakten:

Obandln

Flirten, tanzen, knutschen: Mehr als jeder zweite Besucher will’s zur Wiesn wissen, hat lovepoint.de in einer Umfrage herausgefunden. Deshalb zieht jeder zweite Mann und jede dritte Frau lieber alleine durch die Zelte! Männer mit Drei-Tage-Bart oder Schnauzer haben laut friend-scout24.de die besten Chancen. Das Dating-Portal elitepartner.de rät ihnen, spendabel zu sein, um Frauen zu erobern. Tipp für Damen: den reizvollen Augenaufschlag – den versteht man weltweit. Auch das Handy hilft: „Flirt-Apps werden zur Wiesn-Zeit besonders gerne genutzt“, sagt Dating-Experte Chris Pleines von zu-zweit.de. Damit kann man Singles im Festzelt orten!

Sex auf der Wiesn

Jeder Dritte hatte laut lovepoint.de bereits Sex auf einem Volksfest. Und: 36 Prozent aller Frauen und 71 Prozent der Männer sind spontanem Wiesn-Sex nicht abgeneigt – gerne auch mit Fremden. Offiziell ist Sex auf der Wiesn aber verboten – so wie auch sonst überall im öffentlichen Raum. „Damit soll eine Belästigung der Allgemeinheit verhindert werden“, sagt Polizeisprecher Werner Kraus. Lässt ein Pärchen sich erwischen, kann es für die Ordnungswidrigkeit eine Geldbuße kassieren – aber nur dann, wenn die beiden auch jemand anzeigt. „Als Tatbestand kommt auch Erregung öffentlichen Ärgernisses in Betracht.“ Zum Beispiel beim Sex im Zelt – das kann im schlimmsten Fall sogar eine Freiheitsstrafe nach sich ziehen. Das gilt übrigens auch fürs Blankziehen. Im Zelt gibt’s dafür meist ein Johlen – oder die Ordner schreiten ein!

Kondome

An der U-Bahn-Station Theresienwiese und am Esperantoplatz stehen je ein Erste-Hilfe-Automat – dort kann man auch Kondome kaufen. Verboten ist aber, dass Werbemenschen Gummis verschenken. „Auf der Wiesn ist laut Verordnung grundsätzlich das Verteilen von Waren jeglicher Art an Besucher nicht erlaubt“, sagt Wiesn-Sprecherin Gabriele Papke. Auch die Stadt verteilt keine Gratis-Kondome.

Homosexuelle

Für sie ist die Rosa Wiesn längst Kult! In der Fischer Vroni, in der Bräurosl und im Schottenhamel-Zelt feiern Homosexuelle am liebsten und treffen dort auf Gleichgesinnte. Papke zufolge handelt es sich aber nicht um offizielle Veranstaltungen. „Die Rosa Wiesn ist aus der Szene heraus entstanden.“

Prostituierte

Rund 2800 Liebesdamen arbeiten über das Jahr verteilt in München – täglich sind es laut Polizei zwischen 500 und 800. Zur Wiesn sind es fast doppelt so viele! „Wir schätzen, dass sich die Zahl auf 1000 bis 1200 erhöht“, sagt Kraus. Sie dürfen natürlich auf das Festgelände gehen, dort aber keine potenziellen Freier ansprechen. Das ist nur in den offiziellen Anbahnungszonen erlaubt, wie etwa in der Ingolstädter oder Hansastraße.

Bordelle

Zur Wiesn rüsten die Sex-Klubs kräftig auf und locken mit Sonderangeboten, Mottopartys und Frauen aus der ganzen Welt. Ob sie mehr Eintritt verlangen, ist ihnen überlassen – das kontrollieren die Behörden nicht. Hure Annabell sagt: „Viele Freier kommen betrunken und sind sehr enthemmt.“ Laut Polizei wird das beim Bezahlen per Karte teils ausgenutzt. „Bei Betrunkenen wird dann unbemerkt eine Null an den Betrag gehängt“, sagt Kraus. Der Betrug werde aus Scham aber selten angezeigt.

Puff-Taxler

Die Masche liegt im Trend: Bordellbetreiber bieten Taxlern dafür eine Kopfgeldprämie, dass sie ihnen Kunden bringen und zahlen bis zu 150 Euro. Der Polizei ist das bekannt, sie kann aber nichts dagegen tun. Denn rechtlich ist die Förderung der Prostitution seit 2002 nicht mehr verboten und das Taxigeld erlaubt.

Porno-Drehs

Die 300 Polizisten der Wiesn-Wache werden auch heuer wieder ganz genau hinschauen, ob auf dem Festgelände heimlich Pornos gedreht werden – das kam zuletzt nämlich häufiger vor. „Solche Drehanfragen sind grundsätzlich nicht genehmigungsfähig“, sagt Papke. Meist filmen die Darsteller heimlich. Und wissen: „Eine lückenlose Überwachung des Festareals ist nicht möglich.“ Auch der Polizei bleibt nur, die Drehs zu unterbinden, wenn sie auffallen. „Wir stellen die Personalien der Personen fest und erstatten unter Umständen eine Anzeige.“ Auch hier wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses oder Belästigung. Aber: Verhaftet wird man deswegen nicht. „Es ist kein Kapitaldelikt“, erklärt Polizeisprecher Kraus. Einen Platzverweis gibt es aber schon! Mit dem Dreh riskieren die Porno-Darsteller also ihren gesamten Wiesn-Besuch.

Andreas Thieme

 

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Pornodrehs und ein Promi-Strip: So freizügig ist die Wiesn

Quelle: lust-tz

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