Hier feiert der Feind der Raucher auf der Wiesn

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Am Sonntag stieß Sebastian Frankenberger mit Apfelschorle im Herzkasperlzelt mit der Wiesn-Besucherin Ute Strohmeyer an. Am 12.9. hatte er gegenüber der tz eine einjährige Bierzelt-Pause angekündigt

München - Erst Mitte August hatte S­ebastian Frankenberger (28), der Initiator des Nichtraucher-Volksentscheids in Bayern, eine einjährige Bierzelt-Pause angekündigt. Nun ist er auf der Wiesn aufgetaucht.

Frankenberger hatte eigentlich ein Abstinenz-Versprechen abgegeben. Zu groß waren Zorn und Hass, die dem Passauer entgegen schlugen, wenn er auf Festen auftauchte. Sonntagabend, Herzkasperlzelt: Frankenberger prostet fröhlich anderen Gästen zu. Der Anti-Raucher-Papst auf der Wiesn: Wieso hat er sein Abstinenz-Gelübde gebrochen?

„Nein, nein, mein Versprechen gilt trotzdem noch“. erklärt er der tz. „Ich war ja schließlich nur auf der historischen Wiesn und nicht auf dem normalen Oktoberfest.“ Aber die historische Wiesn sei eine so „einmalige Sache, dass ich mir das nicht entgehen lassen wollte“. Im Herzkasperlzelt hätte er viel Zuspruch erhalten. „Ich bin sehr freundlich empfangen worden, es war sehr schön dort.“ Das historische Wiesn-Bier hat er dennoch nicht probiert. „Ich trinke ja keinen Alkohol und hatte eine Apfelschorle in meinem Krug“, verrät er.

Rauchverbote in den Bundesländern

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Später machte sich Frankenberger doch noch auf zum großen Oktoberfest. Rein beruflich, natürlich: Der Politiker hatte eine Termin mit münchen.tv im Hofbräuzelt. Dort hat Frankenberger den ganzen bayerischen Volkszorn zu spüren bekommen. „Du bist ja der Depp vom Rauchverbot!“, waren die zitierfähigsten Zurufe, die ihm entgegenschlugen, als er durch den Hintereingang ­geschleust wurde.

Deswegen wird er auch nicht dabei sein, wenn seine Freunde demnächst im Schottenhamel feiern. „Da gehe ich sicher nicht mit!“ Wenn, dann wird er sich heuer höchstens noch einmal dem „Zauber der historischen Wiesn“ hingeben. „Da ist es spwieso viel schöner, denn dort herrscht nicht diese Bier- und Sauflaune wie in den anderen, großen Zelten!“ Wirte-Sprecher Toni Roiderer (Hackerzelt) schwillt bei solchen Aussagen der Kamm. „Der Frankenberger hat genug angestellt. Des wundert mich nicht, dass der kein Bier trinkt, weil er die bayerische Lebensfreude nicht kennt. Der soll aufhören mit seiner Provoziererei, der hat uns ja den ganzen Schmarrn hier eingebrockt. Der soll daheim bleiben, im Keller sitzen und Wasser trinken!“

Generell ist Roiderer aber mit der Umsetzung des Rauchverbots zufrieden. „Natürlich gibt es ein paar schwarze Schafe unter den Gästen. Aber man darf nicht vergessen, dass es für uns das erste Mal ist. Und wir üben ja eigentlich nur, weil es für heuer ja sogar noch eine Ausnahmegenehmigung gegeben hätte. Da kann man nicht am ersten Tag nach vier Stunden Bilanz ziehen.“ Die neue Regelung müsse sich erst noch einspielen, im Grunde sei aber alles im „grünen Bereich“.

Was Roiderer aber stört, sind die Vergleiche mit anderen bayerischen Festen, bei denen die Umsetzung so wunderbar geklappt hätte. „Man kann halt nicht jedes Dorffest mit der Wiesn vergleichen!“

Stefan Dorner

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Quelle: Oktoberfest live

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