Viele Wiesn-Wirte planen Raucherbalkon

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Im Hippodrom konnte auch heuer geraucht werden – auf dem neuen Balkon auf der Rückseite des Zeltes.

München  - Wer darf, der baut: Noch bis zum Jahresende können die Wiesn-Wirte bei der Stadt Um- oder Anbauten für Raucher an den Zelten beantragen. Doch nicht jeder wird seinen rauchenden Gästen derlei bieten können.

Nach dem totalen Rauchverbot war es das Thema: Welche Lösung finden die Wiesn-Wirte für ihre rauchenden Gäste? Wiedereinlass-Karten waren in vielen Zelten das Rezept. Für das kommende Jahr will mancher Wiesn-Wirt nun einen Raucherbalkon bauen. Aber nicht jeder darf das, denn die Regeln sind streng.

Laut Wirtschaftsreferat dürfen Balkons, Marquisen oder Vordächer, die die Raucher vor Regen schützen, nur auf den von den Wirten genutzten Flächen errichtet werden – den Festhallen, Gärten oder dem Küchenhof. Zusätzliche Sitzplätze dürfen nicht entstehen, Feuerwehr und Lokalbaukommission müssen zustimmen und achten darauf, dass die Rettungswege durch einen Anbau nicht schmaler werden.

Rauchverbote in den Bundesländern

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Hans Stadtmüller, Wirt der Fischer-Vroni, ist zuversichtlich, dass in seinem Fall der Brandschutz kein größeres Problem ist und will sich auf der Nordseite seines Zelts einen kleinen Balkon genehmigen lassen: „Für die Gäste auf der Empore haben wir noch nichts“, sagt Stadtmüller.

Auch Löwenbräu-Chef Wiggerl Hagn rechnet damit, dass die Feuerwehrzufahrt vor seinem Zelt breit genug ist – und möchte einen Balkon auf der Rückseite des Zeltes: „Wir können da noch zwei Meter rausrucken.“ Zwar habe die Umsetzung des Rauchverbots während der Jubiläums-Wiesn unterm Strich gut funktioniert, „aber ein Balkon ist einfach ein Service am Gast“. Ein Service, den sich das Augustinerzelt und das Hippodrom schon heuer leisteten – mit Erfolg: „Wo die Möglichkeit besteht, kann man einen Balkon empfehlen. Die Gäste haben ihn gut angenommen“, sagt Hippodrom-Wirt Sepp Krätz.

Auch Ricky Steinberg vom Hofbräu-Zelt würde wohl einen Raucherbereich einrichten, wenn er könnte: „Es macht keinen Sinn, einen Teil des Biergartens einzuzäunen, wenn ich kein Dach drüber bauen darf. Allerdings würde ich einen Balkon bevorzugen, wenn die Stadt uns entgegenkäme“, betont er. Einen Wettbewerbs-Nachteil gegenüber Zelten mit Balkon sieht er aber nicht: „Die Gäste hatten die Möglichkeit des Wiedereinlasses, das hat sehr gut funktioniert.“

Toni Roiderer, Hacker-Chef und Wiesn-Wirte-Sprecher ist genauso entspannt – ihm bleibt aber auch nichts anderes übrig: „Wir haben nicht die bauliche Möglichkeit für einen Balkon. Aber es ist doch eh jeder froh, wenn er überhaupt einen Platz kriegt auf der Wiesn."

Da klingt Renate Heide aber anders: „Ich hoffe doch, dass die Stadt nicht mit zweierlei Maß misst“, sagt die Wirtin der Bräurosl, die sich derzeit keine großen Chancen auf eine Genehmigung ausmalt.

Die Stadt hält es für unproblematisch, dass nur manche Wirte einen Raucherbalkon bieten können: „Wettbewerbsnachteile entstehen den Wirten mit Sicherheit nicht“, sagt Wolfgang Nickl vom Wirtschaftsreferat. An den Richtlinien zum Brandschutz gebe es kein Rütteln. Aber „es ist Stil des Referats, die Wünsche der Wirte zu besprechen und zu schauen, was möglich ist.“ Deshalb werde das Referat zu Gesprächen einladen. Wirte-Sprecher Roiderer: „Wir schauen nach Möglichkeiten, die Situation von 2010 nochmal zu verbessern.“

Von Bettina Stuhlweissenburg

Quelle: Oktoberfest live

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