Die Tabelle für alle Zelte

Wiesn: Wirtesprecher rechtfertigt Schock-Bierpreise

München - Schon vergangenes Jahr folgte ein Aufschrei, als die Bierpreise für die Wiesn öffentlich wurden. Die Zehn Euro-Marke war geknackt. Am Montag hat das Rathaus die Preise für 2015 bekannt gegeben – und die sind wieder historisch.

Wiesn-Sprecher Toni Roiderer hat schon einiges erlebt, seit er eng mit dem Münchner Oktoberfest verbunden ist. Mittlerweile ist das schon seit 25 Jahren so. Dreimal ist seitdem etwas vorgekommen, da ist den meisten Münchnern der Mund offen stehen geblieben: Die Bierpreise haben sich im Vergleich zum Vorjahr nicht erhöht. Ungewöhnlich. Denn in der Regel erhöhen sich die Preise, doch auch das führt jedes Jahr zu zahlreichen Reaktionen. Jetzt war es wieder soweit: die Verantwortlichen im Rathaus haben die Bierpreise für die Wiesn 2015 bekannt gegeben.

Zwischen 10 und 10,40 Euro wird die Mass Bier demnach kosten. Der Durchschnitt liegt bei 10,22 Euro. Zum ersten Mal also wird auf der Wiesn nirgendwo mehr eine Mass für weniger als zehn Euro zu haben sein. Vergangenes Jahr war der Aufschrei deshalb groß, weil erstmals die Zehn Euro-Marke geknackt wurde. Die Preisspanne reichte von 9,70 Euro bis 10,10 Euro. 10,40 Euro muss der Gast heuer für seine Mass im „Zur Bratwurst“ bezahlen, am billigsten gibt’s das Bier hingegen für 10,10 Euro im Velodrom und dem Herzkasperl-Zelt auf der Oidn Wiesn, außerdem zum Beispiel in der Augustiner-Festhalle und der Haxnbraterei.

Das sagen Facebook- und Twitter-User zum Bierpreis

Für Roiderer ist allerdings keiner der Preise so hoch, dass sich irgendjemand aufregen müsste. Ganz im Gegenteil, er scherzt: „Eigentlich müssten Sie fragen, wie wir es schaffen, die Preise so billig zu halten, wo doch die laufenden Kosten immer teurer werden“. Die Wirte hätten gelernt, zu verzichten – schließlich hat die Stadt die Regeln verschärft. Zum Beispiel, was die Preise für Tisch-Reservierungen angeht. Wie berichtet, hatte Wiesn-Chef Josef Schmid bemängelt, dass die übliche Mindestabnahme von zwei Mass plus einem halben Hendl von den meisten Wirten weit überschritten wurde. Das soll künftig nicht mehr erlaubt sein, „um den Volksfestcharakter zu wahren“.

Wiesn-Bierpreise 2015: Das sagt der Wirtesprecher

Die Bierpreise bestimmt hingegen nicht die Stadt – ihr als Veranstalterin werden sie lediglich für ein letztes Okay vorgelegt und „auf Angemessenheit überprüft“. Für eine Stellungnahme war Wiesn-Chef Josef Schmid gestern auf Anfrage nicht erreichbar.

Doch im Internet gab es gestern bereits einige Reaktionen – die fallen allesamt eher milde aus. „Schuld hat nicht der, der es verlangt – sondern der der es zahlt!“, schreibt zum Beispiel ein User auf merkur.de. Ein weiterer schließt sich ihm an: „20 bis 40 Cent mehr für die Mass sind völlig normal“.

Die Tabelle mit den Getränkepreisen können Sie hier vergrößern.

Die Wiesn-Bierpreise seit 1810

Die Wiesn-Bierpreise seit 1810

Die Vergleichszahlen der vergangenen Jahre belegen das übrigens: Durchschnittlich 3,17 Prozent mehr kostet die Mass heuer. Zum Vergleich: Von 2013 auf 2014 stiegen die Preise um 2,6 Prozent.

Von Franziska Bär

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