Wiesn 2019: Alle Infos zu den Wirten

„Mal richtig leerdenken“: Toni Winklhofer vom Festzelt Tradition bleibt auf dem Teppich

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Das Festzelt Tradition.

Vor dem Oktoberfest 2019 stellen wir Ihnen die Wiesn-Wirte vor. Lesen Sie hier, wie Toni Winklhofer vom Festzelt Tradition seinen Ausgleich findet. Außerdem gibt‘s alle Infos zum Zelt.

München - Die Vorfreude steigt: Am 21. September startet die Wiesn.  In unserer großen Oktoberfest-Serie erfahren Sie, was die Wiesn-Wirte fernab des Oktoberfests so treiben. Wir durften die Gastronomen je einen Tag lang begleiten – beim Einkaufen, beim Garteln, ganz privat. Heute verraten wir, warum Toni Winklhofer vom Festzelt Tradition auf der Oidn Wiesn gerne staubsaugt.

Manchmal sind Toni Winklhofers Gedanken wie ein Prosit: laut grölend und unumgehbar. Vor allem, wenn die Wiesnzeit wieder näher rückt, posaunt dem 70-jährigen Wirt des Festzelts Tradition viel durch den Kopf. Doch er hat ein Mittel, um das Bedenken-Orchester zum Ausklingen zu bringen: Winklhofer sortiert seine Gedanken, indem er zu Hause Ordnung schafft. „Wenn ich im Haus oder Garten arbeite, dann kann ich mich mal so richtig leerdenken“, sagt Winklhofer, während er an einer gelben Blume herumschneidet. Schnapp – Winklhofer atmet etwas länger aus – und vielleicht ist er gerade mehr als nur ein faules Blatt losgeworden …

Das Festzelt Tradition: Die Wirtefamilie.

Der Rasen von Winklhofers Garten ist kurz gemäht, die Blumen betten sich entlang des Mauerrands. „In unserem Ferienhaus in Salzburg arbeitet er auch ununterbrochen – mal an den Pflanzen, mal renoviert er das Baumhaus für unsere Enkel. Er braucht das“, erzählt Christine Winklhofer (68), während sie ihren Mann verliebt anschaut. So muss sie ihn auch schon bei ihrer Hochzeit vor 48 Jahren angeschaut haben. Die Pflege ist bei den Winklhofers auch eine Selbstpflege. Beim Gärtnern beispielsweise geht es eher ums eigene Wohl als um das der Pflanzen: „Meine Frau entscheidet, welche Pflanzen hübsch sind, und alles, was meine Behandlung überlebt, darf bleiben“, lacht Winklhofer.

Entspannung findet der Wirt des Festzelts Tradition aber auch beim Lesen oder wenn er gemeinsam Zeit mit seiner Frau Christine verbringt.

Und auch im Haus lässt der Wirt seine Seele werkeln – beim Staubsaugen oder Staubwischen. Ein Paar Socken liegt vergessen in einer Ecke – es wirkt wie ein Unruhestifter in dem Haus, in dem selbst die Kisten auf dem Dachboden säuberlich aufgereiht stehen. „Ich finde es wichtig, auch die Hausarbeit aufzuteilen“, sagt Winklhofer. Dabei schaut er seine Frau erwartungsvoll an, und man überlegt, ob Winklhofer gerne saugt, um zu entspannen, oder weil er seiner Frau eine Freude machen will.

Etwas später, als es um das Geheimnis einer glücklichen Ehe geht, verrät der Wiesn-Wirt augenzwinkernd: „Ein Freund meint immer: happy wife, happy life.“ Frohe Frau, frohes Leben – ein Grundsatz, der Winklhofer bei aller Ironie seiner Aussage nicht ganz fremd ist. Und irgendwie wird klar: Ordnung, das ist bei den Winklhofers Entspannung, gegenseitige Wertschätzung und zu einem kleinen Teil auch ein Mittel zum Zweck.

Toni Winklhofer kann sich am besten beim Garteln „leerdenken“.

Das Zelt in Kürze

  • Bierpreis: 11,40 Euro
  • Die Brauerei: Augustiner
  • Halbes Hendl: 11,65 Euro
  • Schmankerl: Zahlreiche vegetarische Gerichte, für Veganer gibt’s heuer ein Kartoffelgulasch (9,80 Euro).
  • Günstig essen: Wochentags (Mo-Fr) gibt es Mittagsschmankerl: z. B. Reisfleisch vom Wiesnhendl für 10,20 Euro.
  • Sitzplätze: 5000 innen, 2800 im Garten, zusätzlich 200 im Weißbiergarten. Der Eintritt auf das Gelände der Oidn Wiesn kostet 3 Euro (mit Wiedereintritt).
  • Musik: Münchner Oktoberfestmusikanten unter der Leitung von Wolfgang Grünbauer und täglich wechselnde Gastkapellen aus verschiedenen Trachtengauen. Sonntag von 12 bis 13 Uhr Frühschoppen des BR (Livesendung) unter anderem mit Blaskapellen, Trachtengruppen, Goaßlschalzern. Täglich ab 14.30 Uhr kleiner Trachtenumzug durch die Oide Wiesn, danach zweistündiges Trachtenprogramm.
  • Heuer neu: Der „Maurer-Montag“ lebt im Festzelt Tradition als „Handwerker-Montag“ auf. Handwerker, die am zweiten Wiesn-Montag, 30. September, von 10 bis 12 Uhr in ihrer Berufskleidung kommen, lädt das Zelt auf zwei Weißwürste und eine Brezn ein.
Entspannung findet der Wirt des Festzelts Tradition aber auch beim Lesen.

Die Wirtefamilie

Das Festzelt Tradition wird von zwei Wirte-Ehepaaren geführt: Einmal von Christine (68) und Toni Winklhofer (70), unter Mithilfe der Söhne Christian (48) mit Frau Petra (46) und Thomas (45) mit Frau Isabella (43). Das andere Wirtepaar des Zelts sind Toni Winklhofers Schwager Peter (63) und Schwägerin Margot (61) Wieser. Beide ­Familien zusammen betreiben auch den Ratskeller München am Marienplatz. Das Festzelt wurde im Jahr 2013 neu gebaut. Ihre Premiere auf der Wiesn feierten die Wirte-Familien schon im Jahr 2000 mit ­einem kleineren Zelt auf dem ZLF.

Stéphanie Mercier

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