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Wiesn 2022: Kälte, Regen und keine Gasheizung – Kaum Gäste in den Biergärten

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Von: Leoni Billina, Phillip Plesch

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Warm eingepackt: Bedienungen im Biergarten des Paulaner-Zelts
Warm eingepackt: Bedienungen im Biergarten des Paulaner-Zelts. © Leonie Billina

Das Wiesn-Wetter stimmt die Veranstalter wenig freudig. Wir haben uns in den Biergärten der Zelte umgesehen, wo es an Gas-Heizstrahlern fehlt.

+++ Hier geht es zur aktuellen Prognose fürs Oktoberfest-Wetter.

München – Bibbern statt Bierseligkeit: In den Außenbereichen der Wiesn-Zelte zeigt sich heuer ein ganz anderes Bild als gewohnt. Das liegt am greisligen Wetter an den ersten Oktoberfest-Tagen – aber auch daran, dass die Wirte wegen der Energiekrise in diesem Jahr auf Gas-Heizstrahler in den Biergärten verzichten. Deswegen bleiben im Freien viele Tische leer, während drin die Party tobt. Und den Bedienungen in den Außenbereichen geht’s nass nei, auch finanziell. Denn wenig Gäste bedeuten wenig Verdienst. Hintergrund: Kellnerinnen und Kellner sind immer einem bestimmten Bereich zugeteilt. Der gravierendste Unterschied: drinnen oder draußen… Wir haben uns umgeschaut, wie es den Biergarten-Bedienungen bisher ergangen ist.

Wiesn-Wetter 2022 bislang mau – das spüren die Biergärten: „Wir machen uns warme Gedanken“

Manche nehmen’s mit Humor. Manuel, Biergarten-Kellner vom Paulaner-Zelt, sagt: „Wir machen uns warme Gedanken.“ Dabei ist die Lage frostig. Ein Kollege hat zum Beispiel an einem der ersten Wiesn-Tage nur zwei Mass verkauft! Rafa, der drei Jacken übereinander trägt, sagt: „Du hast deine Standard-Ausgaben, und es kommt nichts rein …“ Kollegin Helena trägt Skiunterwäsche – und sagt frustriert: „Bis jetzt ging richtig wenig.“

Oktoberfest 2022: Gas-Heizstrahler fehlen – Auch Corona wirkt sich aus

Die Biergarten-Bedienungen am Hackerzelt stört vor allem eines: „Uns fehlen die Gas-Heizstrahler!“ Man merkt, dass viele Gäste wegen der frischen Temperaturen gar nicht erst kommen. „Der Verkauf bisher ist nicht der Rede wert“, sagt Bedienung Elke. Anders als in den Vor-Corona-Jahren. „Ansonsten hat man mit Heizung auch Mittagsgeschäft gehabt, das hatten wir dieses Jahr quasi gar nicht“, klagt Vroni. Und am Abend wird’s sowieso frostig, auch bei schönem Wetter.

Das schlägt heuer besonders zu Buche, wo viele Besucher wegen Corona eigentlich lieber im Freien sitzen würden, als mit Tausenden im Zelt zu feiern. Zwar soll sich die Sonne jetzt durchsetzen, doch: „Es ist einfach zu kalt, da kannst du auch kein Bier mehr trinken“, sagt Bedienung Gerda. Kollegin Vroni ergänzt süffisant: „Glühwein verkaufen wir halt nicht …“

Besonders bitter: So manche Bedienung nimmt sich extra Urlaub, um auf der Wiesn arbeiten zu können. Wenn dann kein Geld reinkommt, gelten die Worte: kalt erwischt.

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