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Wiesn-Rechnung lässt staunen: 53 Euro für eine halbe Ente ohne Beilagen

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Von: Sophia Oberhuber

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Über diese satte Rechnung staunt München: 53 Euro hat eine halbe Bio-Ente auf der Wiesn gekostet – ohne Beilagen. Der Kassenzettel sorgt in den sozialen Netzwerken für Aufruhr.

München - Oktoberfest-Besucher mussten auch schon vor der Pandemie in allen Zelten und an allen Standln mit hohen Preisen rechnen. Ja, für den kleinen Geldbeutel ist das Wiesn-Angebot dünn. In den sozialen Netzwerken kursiert jetzt aber eine Rechnung, die viele Münchner mit offenem Mund staunen lässt: 53 Euro hat demnach eine halbe Bio-Ente auf der Wiesn gekostet – ohne jegliche Beilagen!.

+++ Wiesn-Ente für 53 Euro! Das sagen unsere Leser

Die Rechnung stammt aus der Ammer Hühner- und Entenbraterei, einem der kleineren Wiesn-Zelte. Zur halben Bio-Ente mit Soße haben die Besucher jeweils noch eine Portion Blaukraut und Kartoffelknödel (jeweils 7,20 Euro extra) bestellt. Der Gesamtpreis für das späte Mittagessen betrug schließlich 67,40 Euro pro Person (alles zu den Wiesn-Reservierungen).

Im Hacker-Festzelt zahlt man laut Speisekarte hierfür 29,80 Euro, im Schützenzelt 34,50 Euro und in der Käfer Wiesn-Schänke 39,80 Euro. Die Heimer Enten- und Hühnerbraterei berechnet für das Gericht 39,10 Euro. Alle Angebote sind inklusive der Beilagen – aber laut Karten kein Bio.

Eine halbe Bio-Ente kostet im Ammerzelt auf dem Oktoberfest 53 Euro.
Eine halbe Bio-Ente kostet in der Ammer Hühner- und Entenbraterei auf dem Oktoberfest 53 Euro. © Facebook

Viele Kommentare: „Abzocker-Veranstaltung“ oder „Wucher“

Der teure Genuss: Ist der teils mehr als doppelt so hohe Preis gerechtfertigt? Auf Anfrage beim Ammer-Zelt verweist eine Sprecherin auf die Leitlinien des Betriebes: „Nachhaltigkeit, Qualität, Regionalität und vor allem der Geschmack – das gilt für die Bio-Ente wie für alle anderen Angebote.“ Auf der diesjährigen Wiesn gebe es erstmals eine Ente „aus komplett tierfreundlicher Produktion und Freiland-Haltung“, so die Sprecherin. Das habe der zuständige Kellner auch dem Gast erklärt, der die besagte Rechnung am Montag vorgelegt bekam und dann wegen des hohen Preises nachfragte.

In den Kommentaren unter der Veröffentlichung des Fotos ist von „Abzocker-Veranstaltung“ oder „Wucher“ die Rede. „Das ist Luxus“, schreibt eine Nutzerin. Die Preispolitik sei bedenklich, heißt es an anderer Stelle. Eine Frau verteidigt den Preis: „Ist realistisch. Ist ja nicht nur die Bio-Ente alleine, auch die Lohn- und Energiekosten müssen ja irgendwoher kommen.“ Für eine frische Bio-Gans habe sie bereits vor knapp zehn Jahren 96 Euro beim Metzger gezahlt.

Wiesn-Chef Clemens Baumgärtner: „Bio-Ware hat ihren Preis“

Von „Leben und leben lassen“, spricht ein anderer Nutzer. Klar ist: Das Thema polarisiert. Mehr als 1000 Kommentare befanden sich am frühen Mittwochnachmittag bereits unter der Veröffentlichung, die von knapp 8000 Personen geteilt wurde. Klar ist auch, da sind sich viele Diskutierende in der Kommentar-Spalte unter dem Rechnungs-Foto einig: Die Wiesn ist nun mal die Wiesn – mit der höhere Preise einhergehen, als es in normalen Wirtshäusern der Fall ist. Ein Wurstsalat kostet dann mal schnell zwölf bis 15, ein Kaiserschmarrn 18 oder ein Liter Bier bis zu 13,80 Euro. Wer hingeht, müsse damit rechnen.

Wiesn-Chef Clemens Baumgärtner stellt mit Blick auf die Preispolitik klar: „Bio-Ware hat ihren Preis, deswegen ist sie auch ganz klar teurer als die reguläre Ware.“ Man würde auf dem Oktoberfest aber auch stets konventionelle Ware – also Nicht-Bio-Produkte – anbieten, „damit sich so viele wie möglich die Wiesn leisten können“. VON SOPHIA OBERHUBER

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