Zwei Jahre nach Wiederaufnahme der Ermittlungen

Wiesn-Attentat: Anwalt fordert Ablösung von Soko-Leiter

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Ein Sarg wird am 26.09.1980 vom verwüsteten Tatort weggetragen.

München - Zwei Jahre nach der Wiederaufnahme der Ermittlungen zum Oktoberfest-Attentat von 1980 fordert Opferanwalt Werner Dietrich die Ablösung des Soko-Leiters beim Bayerischen Landeskriminalamt.

Zudem beantragte er beim Generalbundesanwalt Peter Frank, die Ermittlungen an ein anderes Landeskriminalamt abzugeben. Eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft sagte jedoch, es gebe keinerlei Anhaltspunkte, dass nicht sachgerecht ermittelt werde.

Der Münchner Soko-Chef ist nach dpa-Informationen aus Ermittlerkreisen einer von sechs LKA-Beamten, gegen die in Nürnberg im Zusammenhang mit einem V-Mann-Einsatz im Rockermilieu ermittelt wird. Was konkret dem Soko-Chef vorgeworfen wird, ist nicht bekannt.

Dennoch: Seine Mandanten seien der Ansicht, dass ein durch ein Ermittlungsverfahren vorbelasteter Beamter als Leiter der Soko nicht geeignet sei, schrieb Dietrich an den Generalbundesanwalt. Dietrich vertritt 15 Opfer von damals. Auf einen seiner Wiederaufnahmeanträge hin waren Ermittlungen am 11. Dezember 2014 neu gestartet worden.

Am 26. September 1980 hatte eine Bombe am Oktoberfest-Haupteingang 12 Wiesn-Besucher in den Tod gerissen und mehr als 200 verletzt. Es war der blutigste rechtsradikale Terroranschlag in der Geschichte der Bundesrepublik. Angehörige, Opfervertreter, aber auch Politiker verschiedener Parteien hatten stets bezweifelt, dass der bei der Explosion ebenso getötete rechtsradikale Bombenleger Gundolf Köhler ein Einzeltäter war und die Tat aus rein privaten Motiven beging.

dpa

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