Wiesn-Bedienungen um Tausende Euros erleichtert

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Geldbeutel weg! Bei Hackerzelt-Kellner Florian (26) haben die Diebe sogar eine Zange benutzt.

München - Es geschah am selben Abend, kurz hintereinander. Kellner Florian und Bedienung Nina stehen plötzlich ohne Geldbörse da. Insgesamt fehlen tausende Euro. Wiesnwirt Stefan Kuffler und Bedienungen beider Zelte sind sich sicher: Das waren Profis.

Montagabend, 22.45 Uhr, Hackerzelt: Kellner Florian D. (26) hat eine böse Vorahnung – die Kette baumelt verdächtig leicht. Er tastet bis zu ihrem Ende. Nichts! Da hängt kein Geldbeutel mehr dran. Da müssen 600 bis 800 Euro von den letzten Stunden drinnen gewesen sein.

23.45 Uhr, Weinzelt: Bedienung Nina N. (27) will zum Geldbeutel an ihrem Haken greifen – und greift ins Leere. Mehrere tausend Euro, fort.

Auch Weinzelt-Bedienung Nina (27) wurde beklaut.

Klau-Alarm auf der Wiesn! Offenbar sind ein oder mehrere Kettenzwicker unterwegs. Ihre Opfer: Die Bedienungen mit ihren prall gefüllten Geldbeuteln am späten Abend. Die Täter müssen Profis sein. Beide Bedienungen haben den Diebstahl erst viele Minuten später bemerkt. „Man hat mir einfach einen Ring von der Sicherheitskette mit einer Zange durchgezwickt“, erzählt Florian. „Da rackerst du dich stundenlang ab – und stehst ohne Geld da …“ Boxen-Kollegin Arife (31): „Wir hatten schon Schankschluss und standen im Gang. Ich stand daneben – niemand hat etwas Auffälliges bemerkt. Die Diebe werden immer dreister: Sie haben sogar einen leeren Bedienungsschlitten geklaut.“ Die beiden fragen sich außerdem, wie ­Florians Börse letztlich in die Käfer-Schänke gelangen konnte. Dort nämlich wurde die Börse wohl noch am selben Abend abgegeben. Leer.

Bayern oder Ballermann: Wiesn-Zelte im Vergleich

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Der Geldbeutel wurde von der Kette entfernt.

Auch Weinzelt-Wirt Stefan Kuffler kommen diese Taten merkwürdig vor. „Ich kenne das Geschäft seit 26 Jahren, da kommen Diebstähle öfter vor. Aber normalerweise werden Geldbeutel im Getümmel weggerissen. Diesmal ist irgendwas komisch, das war sehr professionell.“ Deshalb habe er den Vorfall der Polizei gemeldet und sie gewarnt. Eine Anzeige liegt dem zuständigen Kommissariat aber noch nicht vor.

Kellner Florian aus dem Hackerzelt ist ein echter Pechvogel: Einen Tag nach dem Geldbeutel-Klau wird kurz vor Dienstschluss sein Rucksack mit Jacke und Autoschlüssel gestohlen. „Ich habe ihn auf den Tisch gelegt und die Bank saubergemacht. Da war weit und breit keinen Gast mehr zu sehen. Und trotzdem: Als ich kurz nicht hingeschaut habe, war der Rucksack weg.“

Den Verdienstausfall bekommen beide Bedienungen nicht mehr rein. Der Schaden des Fürstenfeldbruckers Florian aber hält sich zumindest in Grenzen: Seine Kollegen haben einen Topf aufgestellt, in dem sie für ihn zusammenlegen. 150 Euro seiner knapp 800 Euro hat er so wieder bekommen. „Diese Solidarität hat mich echt überrascht und gefreut. So hat die Sache wenigstens doch noch etwas Gutes.“ Sowohl Florian als auch Nina werden von nun an ganz genau hinschauen. Und beide haben sich ein weiteres Vorhängeschloss für ihre Kette besorgt.

N. Bautz, J. Welte

Quelle: Oktoberfest live

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