1. tz
  2. München
  3. Wiesn

Letzter Wiesn-Zug am Abend: BRB lässt Bürgermeister am Gleis stehen – „Wir konnten es nicht fassen“

Erstellt:

Von: Dieter Dorby

Kommentare

Was für ein Ärger: Der letzte Wiesn-Zug der BRB fiel aus. Die Fahrgäste am Bahnsteig mussten improvisieren.
Was für ein Ärger: Der letzte Wiesn-Zug der BRB fiel aus. Die Fahrgäste am Bahnsteig mussten improvisieren. © Matthias Balk/dpa/Symbolbild

Zugverspätungen oder -ausfälle sind ärgerlich. Noch schlimmer wird es, wenn sie in der Nacht passieren. Schliersees Bürgermeister ist sauer.

Schliersee – Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben, besagt ein Sprichwort. Und den Besuch des Münchner Oktoberfests nicht vor der abendlichen Heimfahrt. Denn dass die bisweilen abenteuerlich enden kann, musste Schliersees Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer Mittwochnacht (21. September) leidvoll feststellen.

Das war passiert: Schliersees Rathauschef war mit drei Bekannten auf der Wiesn. Zurück in die Marktgemeinde sollte es mit dem letzten Zug der Bayerischen Regiobahn (BRB) gehen – Abfahrt 0.10 Uhr in München-Hauptbahnhof. Die Gruppe aus dem Landkreis war pünktlich am Bahnsteig. Wer nicht da war, war der Zug.

Nach Wiesn-Besuch in München zurückgelassen: Fassungslos am Bahnsteig

Stattdessen erschien auf der Anzeigetafel der Hinweis, dass der Zug 40 Minuten Verspätung habe. „Das kann ja passen, haben wir uns gedacht“, berichtet Schnitzenbaumer. Doch nach Ablauf der Wartezeit verschwand der Hinweis, und eine Durchsage erklärte wenig später, dass der Zug gar nicht mehr fahre. Und dazu noch ein „Wir bitten um Entschuldigung“.

(Unser Miesbach-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alle wichtigen Geschichten aus Ihrer Region. Melden Sie sich hier an.)

„Wir konnten es nicht fassen“, sagt Schnitzenbaumer. „Eine kurze Mitteilung, Entschuldigung – das war’s.“ In seinen Augen ist keine ausreichende Kommunikation. „Ich hätte mir zumindest gewünscht, den Grund für den Ausfall zu erfahren und kurze Hinweise, wie die Fahrgäste stattdessen nach Hause kommen sollen.“ Denn der Bahnsteig sei trotz der Uhrzeit voll gewesen. „Da waren Gruppen, die nach Lenggries wollten und nach Bayrischzell.“

Zugausfall nach Wiesn-Besuch: Heimfahrt mit der S-Bahn

Schnitzenbaumer und seine Freunde entschieden sich für die nächstliegende Lösung. Sie fuhren mit der S-Bahn nach Holzkirchen und ließen sich dort von einem Bekannten abholen. Statt um 1 Uhr war der Bürgermeister erst um 2.45 Uhr daheim. „Und auch bei unserem Fahrer war die Freude nicht groß. Aber man hilft sich ja.“

Tags darauf wollte der Rathauschef den Vorfall nicht auf sich beruhen lassen. Er rief bei der Service-Hotline der BRB an. „Aber da konnte ich auch nicht in Erfahrung bringen, warum unser Zug ausgefallen ist.“ Vor allem, warum der Ausfall des Zuges nicht von Anfang an mitgeteilt werden konnte.

Gestrandet am Münchner Hauptbahnhof nach der Wiesn: Deshalb fiel die BRB aus

Wie BRB-Pressereferentin Annette Luckner auf Nachfrage unserer Zeitung berichtet, hatte der Vorfall einen ernsthaften Hintergrund. Bei Deisenhofen fand ein Noteinsatz auf dem Gleis statt. Der Zug, der aus Holzkirchen in Richtung München unterwegs war und um 0.10 Uhr wieder in Richtung Landkreis fahren sollte, kam aus Sicherheitsgründen nicht weiter.

Seitens der BRB habe man der DB Station & Service, die für die Durchsagen in München zuständig ist, mitgeteilt, dass die Fahrgäste auf die S-Bahn ausweichen sollen – eine Ansage, die laut Schnitzenbaumer jedoch nicht umgesetzt wurde. Für Luckner eine ärgerliche Situation: „Wir verstehen die Fahrgäste voll und ganz.“ Das Problem liege vor allem darin, dass Betrieb und Netz eben nicht in einer Hand liegen.

Noch mehr aktuelle Nachrichten aus dem Landkreis Miesbach und der Tegernsee-Region finden Sie auf Merkur.de/Miesbach.

Auch interessant

Kommentare