Der Wiesn-Bierpreis: So steigt er seit 1810

München - Steigt der Bierpreis nur ein Jahr nicht, schäumt der Münchner vor Freude schier über. Das ist aber leider sehr selten der Fall – wie unsere große Bierpreisstatistik zeigt.

Update vom 13. Juli 2017: Was kostet die Mass in diesem Jahr auf der Wiesn? Hier finden Sie eine Übersicht der Bierpreise in den Festzelten zum Oktoberfest 2017.

Natürlich ist er gestiegen. Was sonst. Zwischen 8,70 und 9,20 Euro kostet heuer die Mass Bier auf dem Oktoberfest. Jedes Jahr Ende Mai wird er mit Spannung erwartet, der Bierpreis. Dann gehen die Diskussionen los, warum er steigt, warum er hätte nicht steigen müssen oder dürfen. Und dass das Bier auf dem Oktoberfest sowieso viel zu teuer sei. So geht das in München Jahr ein, Jahr aus. Früher da war das einmal anders. 1810 kostet die Mass braunes Wiesn-Bier drei Kreuzer. Zum Vergleich: Ein Pfund Geräuchteres gibt’s für 13 Kreuzer. Ein ordentlicher Bierrausch ist noch ziemlich günstig. In den nächsten beiden Jahrzehnten bleibt der Bierpreis recht stabil, in den darauffolgenden zehn Jahren verdoppelt er sich allerdings im Vergleich zum Gründungsjahr.

Die Wiesn-Bierpreise seit 1810

Die Wiesn-Bierpreise seit 1810

Mitte des 19. Jahrhunderts beginnt das Gerangel der Wiesn-Wirte mit der Stadt um einen moderaten Bierpreis. 1865 hebt eine königliche Verordnung schließlich den Biertarif auf. In der Zeit von König Ludwig II. und in der Prinzregentenzeit werden für die Mass rund 25 Pfennige verlangt. Ein Schweinsbraten mit Knödel schlägt mit 30 bis 35 Pfennig zu Buche. Zum 100. Geburtstag der Wiesn 1910 wird ein Bierpreis von 38 Pfennig vermeldet, 1922 kündigt sich die Inflation an: Die Mass kostet 50 Mark, das Hendl 500 Mark. Ein Jahr später werden bei einem der Ersatzfeste 21 Millionen Mark fürs Bier verlangt. 1925 ist der Bierpreis bereinigt: Ein Liter kostet eine Mark, 1933 wird der Bierpreis heruntergesetzt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg gibt’s 1949 die erste Mass Vollbier für 1,70 D-Mark. Da verdient ein Baufacharbeiter gerade mal 1,39 D-Mark in der Stunde. 1950 sinkt – bis heute rätselhaft – der Preis um ein Zehnerl. Das ist und bleibt einmalig. Seitdem steigt der Bierpreis kontinuierlich an. Nur 2003 wird eine Nullrunde eingelegt. Wiesn-Stadtrat Helmut Schmid: „Die Diskussion um den Bierpreis gehört in München dazu wie die Gespräche übers Wetter.“

Quelle: Oktoberfest live

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