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„Weiß auch nicht, was der Eintritt kostet“: Neuer Wiesn-Container lässt sogar OB Reiter staunen

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Von: Marius Epp

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Dieter Reiter bei der offiziellen Vorstellung des neuen CT-Containers auf der Wiesn.
Dieter Reiter (l.) bei der offiziellen Vorstellung des neuen CT-Containers auf der Wiesn. © IMAGO/Straubmeier

Ein neuartiger Container auf der Wiesn weckt bei vielen Interesse. Dessen Besuch wünscht München-OB Dieter Reiter niemandem.

München - Das gab es noch nie: Auf der Wiesn steht in diesem Jahr ein grauer Container, in dem sich ein Computertomograph (CT) befindet. So können verletzte Wiesn-Gäste erstmals direkt auf dem Festgelände mit moderner Bildgebung untersucht werden.

An der Sanitäts-Wiesnwache wurde ein Computertomograph (CT) aufgebaut. Mobile CTs seien sonst nur im Rahmen der Katastrophenmedizin im Einsatz, sagte Viktoria Bogner-Flatz von der Ärztlichen Leitung Rettungsdienst der Stadt München am Donnerstag. Den ersten Wiesn-Tag begleiten wir hier im Live-Ticker.

Wiesn-Neuerung: CT direkt auf dem Festgelände - Kliniken sollen entlastet werden

Mit dem CT sollen die Münchner Kliniken entlastet werden, „die zwei Jahre im Rahmen der Pandemie ihr Bestes gegeben haben“, sagte Bogner-Flatz. Denn stets zur Wiesn-Zeit steige die Zahl der Notaufnahmen um 30 Prozent. Auch die Sanitäter rüsteten vor der Wiesn auf.

Es gehe vor allem um die Diagnostik bei Kopfverletzungen. Die Kopfplatzwunde, die man sehe, sei für die Versorgung durch die Ärzte kein größeres Problem. „Aber die Hirnblutung, die sie nicht sehen, ist potenziell lebensgefährlich.“ Das könne nun binnen Minuten im CT diagnostiziert werden - und vielen Patienten, die nur die Platzwunde haben, den Weg ins Krankenhaus sparen.

München-OB Reiter witzelt über Wiesn-CT: „Weiß nicht, was der Eintritt kostet“

Jede zusätzliche Einweisung von der Wiesn belaste die Kliniken, sagte Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) bei der Vorstellung des Containers mit dem Gerät an der Wiesn-Sanitätswache. Er wünsche niemandem, dass er den Container mit dem Gerät besuchen müsse. „Ich weiß auch nicht, was der Eintritt kostet, aber ich ahne, dass es nicht ganz günstig sein wird - jedenfalls für uns.“ Dennoch werde überlegt, das Gerät der Firma Siemens auch in Zukunft auf die Wiesn zu holen.

Der mobile CT-Container erregte schon im Vorfeld des Oktoberfests Aufsehen, vor allem in den sozialen Medien. Obwohl es sich zweifellos um eine sinnvolle Maßnahme zur Entlastung der Kliniken handelt, schütteln viele Twitter-User den Kopf. „Inzwischen bekommt man fast keine Termine mehr bei Fachärzten, wenn du dir aber einen Bierkrug auf den Kopf hauen lässt, bekommst du sofort ein CT von deinem Schädel“, kritisiert ein User.

Wiesn: Gemischte Reaktionen zu CT-Container auf dem Oktoberfest - „Das ist ein Scherz, oder?“

Andere reagieren ungläubig: „Das ist ein Scherz, oder?“ Auch generelle Wiesn-Kritiker melden sich. „Ein CT auf dem Oktoberfest... Dieses Massenbesäufnis ist einfach nur krank.“ Es gibt aber genauso positives Feedback: „Wie praktisch ist das denn bitte?“, freut sich zum Beispiel ein User, für „absolut sinnvoll“ befindet es ein weiterer.

Einer weniger akuten, eher optionalen medizinischen Behandlung unterzogen sich einige Münchner vor der Wiesn.

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