Wiesn-Hit: Über den Wolken

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Reinhard Mey

Was haben die Ex-Bundespräsident-Kandidatin Gesine Schwan und Deutschlands Vorzeige-Liedermacher Reinhard Mey gemein?

Sie waren auf dem Französischen Gymnasium Berlin zusammen in einer Klasse. Dann trennten sich ihre Wege, aber steil aufwärts ging es für beide, wenn bei Reinhard Mey auch über Umwege. Bevor sich der am 21. Dezember 1942 geborene Mey ganz der Musik zuwandte, begann er erst einmal eine Lehre zum Industriekaufmann und später ein BWL-Studium. War’s beides nicht. Bis heute ist der sympathische Sänger mit jeder Menge Niveau sehr gut im Geschäft.

Seinen größten Hit freilich hatte er schon 1974 mit Über den ­Wolken, und der ist ­tatsächlich bierzelttauglich. Was man bei diesem wunderschönen, wehmütigen Text gar nicht vermuten würde. Aber der Traum vom Fliegen, von der großen Freiheit ohne Sorgen wird ja nicht unbedingt schwächer, wenn man auf der Bierbank steht und dem Himmel ein bisserl näher ist als auf dem Bürostuhl.

Zudem hat Dieter Thomas Kuhn in der Hochphase des deutschen Schlagers 1997 ein Cover vorgelegt, das zum zarten Mitsingen nach „Wolken“ einlädt. Über den Wolken hat übrigens 2005 bei der Wahl Unsere Besten im ZDF den vierten Platz in der Sparte „Jahrhundert­hits“ erreicht. Kernig!

M. B.

Über den Wolken (Liedtext):

Wind Nord/Ost Startbahn null drei,

Bis hier hör’ ich die Motoren.

Wie ein Pfeil zieht sie vorbei,

Und es dröhnt in meinen Ohren.

Und der nasse Asphalt bebt,

Wie ein Schleier staubt der Regen,

Bis sie abhebt, und sie schwebt

Der Sonne entgegen.

---

Über den Wolken muss die Freiheit

Wohl grenzenlos sein.

Alle Ängste, alle Sorgen, sagt man,

Blieben darunter verborgen, und dann

Würde, was und groß und wichtig erscheint,

Plötzlich nichtig und klein.

---

Ich seh’ ihr noch lange nach,

Seh’ sie die Wolken erklimmen,

Bis die Lichter nach und nach

Ganz im Regengrau verschwimmen.

Meine Augen haben schon

Jenen winz’gen Punkt verloren.

Nur von fern klingt monoton

Das Summen der Motoren.

---

Über den Wolken muss die Freiheit

Wohl grenzenlos sein.

Alle Ängste, alle Sorgen, sagt man,

Blieben darunter verborgen, und dann

Würde, was und groß und wichtig erscheint,

Plötzlich nichtig und klein.

---

Dann ist alles still. Ich geh’,

Regen durchdringt meine Jacke,

Irgend jemand kocht Kaffee

In der Luftaufsichtsbaracke.

In den Pfützen schwimmt Benzin,

Schillernd wie ein Regenbogen.

Wolken spiegeln sich darin. Ich wär’ gern mitgeflogen.

---

Über den Wolken muss die Freiheit

Wohl grenzenlos sein.

Alle Ängste, alle Sorgen, sagt man,

Blieben darunter verborgen, und dann

Würde, was und groß und wichtig erscheint,

Plötzlich nichtig und klein.

Quelle: Oktoberfest live

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