Die Wiesn kennt keine (Schulden-)Krise

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Auf der Wiesn wird auch heuer vermutlich nicht gespart!

München - Die Wies'n-Wirte können aufatmen. Nach Einschätzung der Unicredit-Bank wird die EU-Schuldenkrise keine nennenswerte Aufwirkungen auf die Beliebtheit des diesjährigen Oktoberfests haben.

“Trotz der widrigen Situation an den Finanzmärkten stehen die Chancen auf eine erneut hohe Nachfrage in diesem Jahr sehr gut“, urteilten die Unicredit-Experten am Donnerstag. Zwar war in den vergangenen Jahren mit etwa 17 Prozent Italienern der Anteil der ausländischen Besucher aus einem Euro-Krisenstaat relativ hoch. Und auch die Länder der auf Rang zwei und drei gelisteten Besuchernationen USA und Großbritannien seien nicht frei von Problemen, räumten die Unicredit-Analysten ein.

“Danach folgen aber einige außerordentlich solide Volkswirtschaften. Vor allem das aufgrund der hohen Rohstoffpreise boomende Australien stellt trotz seiner räumlichen Distanz einen sehr hohen Auslandsbesucheranteil von über zehn Prozent.“ Zudem hätten die Schweizer, die aufgrund des sehr starken Franken eine hohe Kaufkraft für das Oktoberfest aufwiesen, mit sieben Prozent einen “wesentlichen Anteil“.

Wiesn 2011: Die Bierpreise aus den großen Zelten

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Insgesamt sei der Anteil ausländischer Besucher an den Oktoberfestgästen mit 19 Prozent jedoch relativ gering. Mehr als 70 Prozent der Besucher kämen für gewöhnlich aus Bayern. Von wesentlicher größerer Bedeutung für das Oktoberfest sei deshalb die deutsche und bayerische Binnenkonjunktur.

Die gute Konjunktur wirkt sich nach Einschätzung der Experten auch auf die Wies'n-Inflationsrate aus. “Dies unterstreicht unser Wies'n-Besucherpreisindex (WBPI)“, schreiben die Analysten. Darin werden die Kosten eines Wies'n-Besuchs vereinfachend folgendermaßen zusammengefasst: eine Fahrkarte der Münchner Verkehrsbetriebe, der Genuss von zwei Maß Bier sowie der Verzehr eines halben Brathähnchens (Hendl). Der WBPI verzeichnete nach den Unicredit-Berechnungen seit 1985 einen durchschnittlichen Anstieg von 3,8 Prozent jährlich. Damit sei er doppelt so hoch wie die Verbraucherpreisinflation von 1,9 Prozent.

lby

Quelle: Oktoberfest live

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