Der Wiesn-Knigge unserer Großeltern

Ein Schmuckstück hat uns die tz-Leserin Regina Pfeifer geschickt: einen historischen Wiesn-Führer von1908! Sie fand ihn beim Stöbern auf dem Dachboden. Im Buch stehen interessante „Tipps“. Viel Spaß beim Lesen!

Quartier:

Fremde suchen sich am besten gleich bei Ankunft ein Nachtquartier, denn es kann gar leicht vorkommen, dass später nichts mehr frei ist. Es ist häufig von Nachteil, beim Quartiersuchen sparen zu wollen. Massenquartiere (…) können wir schon gar nicht empfehlen, sie können sehr teuer zu stehen kommen. Man lasse sich lieber Einzelzimmer in den Gasthäusern geben, die ja auch oft billig zu haben sind, und verriegele vor dem Schlafengehen die Türe.– DieschlechteGewohnheit des Aufsuchens von Verwandten und Bekannten in der Stadt, um ein freies Quartier herauszuschinden, sollte sich das Landvolk gründlich abgewöhnen. DieOktoberfest-Gäste vom Lande sollen doch einmal bedenken lernen, dass die Vettern in der Großstadt in der Regel selbst auf das Äußerste beschränkt wohnen, weil eben das Wohnen in der Großstadt sehr teuer ist. Niemals schlage man sein Quartier im Freien auf, denn das könnte einem aus Gesundheits- und Sicherheitsgründen teuer zu stehen kommen.

Jubiläumswiesn: 200 Jahre Oktoberfest

Erinnerung an den legendären Franz Xaver Krenkl, der einst die Kutsche von Kronzprinz Ludwig im Englischen Garten überholte und dabei rief: "Majestät, wea ko, dea ko!" © Heinz Gebhardt
Franz Xaver Krenkl auf Leinwand. © Heinz Gebhardt
Postkarte der Ochsenbraterei. © Heinz Gebhardt
Eine gemalte Darstellung des Opernbrandes von 1823. Das Gebäude wurde auch mit Hilfe einer Oktoberfest-Biersteuer wieder aufgebaut. © Heinz Gebhardt
Oktoberfest 1823. Gemälde von Heinrich Adam, Stadtmuseum. © Heinz Gebhardt
Zwischen 1848 und 1850 wurde der Guss der Bavaria fertiggestellt. Die feierliche Enthüllung fand am 9. Oktober 1850 nach einem Festzug aller Gewerbe und Zünfte zur Theresienwiese statt und geriet erwartungsgemäß zu einer Huldigungsfeier für den abgedankten König Ludwig I. Auf dem Bild ist Erzgiesser Ferdinand von Miller mit der Totenmaske des Bildhauers Ludwig Schwanthaler zu sehen. © Heinz Gebhardt
Sensation in der Ochsenbraterei im Jahr 1881. © Heinz Gebhardt
Der Brand des Weinzelts im Jahr 1887. Es handelt sich um den bis heute größten Brand auf der Wiesn. Ein Bu­den­be­sitzer kam beim Ver­such, sei­ne Geld­kas­set­te zu ret­ten, zu To­de. © Heinz Gebhardt
Postkarte der Jubiläumswiesn von 1910. © Heinz Gebhardt
Eine Postkarte aus dem Jahr 1920. © Heinz Gebhardt
Hans Steyerer, Erfinder des Wiesn-Einzuges. © Heinz Gebhardt
Hans Steyrer 1890 vor seiner Oktoberfest-Bude. © Heinz Gebhardt
Der Wirt Steyerer Hans. © Heinz Gebhardt
Das Hippodrom in den 20er Jahren. © Heinz Gebhardt
Pferderennen auf dem Oktoberfest 1927. © Heinz Gebhardt
Tobbogan 1950. © Heinz Gebhardt
Oktoberfest-Anzapfen 1961. Spezialschlag von Thomas Wimmer. © Heinz Gebhardt
Erstes Oktoberfest-Anzapfen durch OB Thomas Wimmer im Jahr 1950. © Heinz Gebhardt
So wurden 1970 die Tageseinnahmen der Fischer-Vroni zu Bank gebracht. © Heinz Gebhardt/www.muenchenfoto.de
Das Anzapfen im Jahr 1971 geriet für OB Hans-Jochen Vogel ... © Heinz Gebhardt
... zum Bierschaumbad. © Heinz Gebhardt
Gerd Fröbe, Richard Süßmeier und Placido Domingo im Armbrustschützenzelt 1977. © Heinz Gebhardt
Zwiebelschneidert Weinzelt 1980. © Heinz Gebhardt/www.muenchenfoto.de
OB Erich Kiesl sagte 1980: "Obatzt is!" © Heinz Gebhardt
Richard Süßmeier parodiert 1984 Peter Gauweiler. © Heinz Gebhardt
Wiesn-Napoleon Richard Süßmeier © Heinz Gebhardt
Richard Süßmeier als Napoleon. © Heinz Gebhardt
Anzapf-Premiere für OB Christian Ude im Jahr 1992. Dabei ging der zweite Schlag daneben. © Heinz Gebhardt

Warnung vor Taschendieben und Falschspielern:

Der Oktoberfest- Gast verschließe sein Geld und seine Wertsachen in sehr vorsichtiger Weise, denn die ganze einheimische und internationale Gesellschaft der Taschendiebe ist gelegentlich des Oktoberfestes auf den Beinen. Ebenso lasse man sich nicht ein mit jenen aufdringlichen Personen, die sich als Führer und Freunde anbieten. Diese sind in der Regel Gauner, die sich alsbald als Falschspieler oder durch eine andere Gaunerei zum Nachteile des Vertrauensvollen bemerkbar machen.

Warnung vor Dirnen und Zuhältern:

Warnung vor Dirnen und Zuhältern für die männlichen, ländlichen Oktoberfest- Gäste. Den verführerischen Blicken gewisser Frauenzimmer pflegt gar mancher ländliche Festgast zu seinem Nachteile zu folgen. Bezüglich Geld und Wertsachen ist hier äußerste Vorsicht geboten. Niemals lasse man sich mit Personen ein, die gewissen Neigungen Gelegenheit zu verschaffen sich aufdrängen, es sind, in welcher Erscheinung sie auch auftreten, immer Zuhälter oder äußerst Sicherheits- und dem Eigentum gefährliche Dirnen.

Verhalten auf der Straße:

Man halte sich immer rechts auf dem Trottoir (…). Man bleibe niemals in Haufen auf dem Trottoir stehen, was erstens einmal verboten, zweitens aber auch sehr dumm und rücksichtslos ist und den Verkehr kolossal erschwert. Schirme und Stöcke dürfen nur senkrecht, d. h. mit dem Ende zu Boden gerichtet, niemals aber unter der Achsel, d. h. waagrecht getragen werden; erstens ist letzteres verboten und zweitens kann damit viel Unheil gestiftet werden, abgesehen von anderen Unannehmlichkeiten, denen man sich aussetzen kann. Auch als Vollblut-Gescheerter wird man bei Nichtbeachtung dieser Vorschriften angesehen.

tz

Quelle: oktoberfest.bayern

Rubriklistenbild: © Gebhardt

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