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Wiesn-Zoff um Festzelt schwelt weiter: Besucher schimpft über „unsäglichen Umgang“

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Von: Miriam Haberhauer

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Der Bräurosl-Festwirt Peter Reichert steht aktuell stark in der Kritik. Auf Google äußerten viele Nutzer ihre Meinung. Wurden negative Bewertungen gelöscht?

München – Die Bräurosl – für die Wiesn 2022 wechselte das Traditions-Festzelt erstmals nach 83 Jahren den Besitzer. Wirt Peter Reichert, bisher für die Schönheitskönigin auf der Oiden Wiesn zuständig, übernahm. Zum Wiesn-Auftakt erstrahlte die Bräurosl dank ihrer radikalen Umgestaltung in neuem Licht. Reichert stand im Fokus – was würde er aus dem Festzelt machen? Die Erwartungen waren hoch.

Oktoberfest 2022: Bräurosl-Festwirt Reichert bereits zu Beginn in der Kritik

Die erste Wiesn-Woche der neuen Bräurosl war von harter Kritik überstrahlt: Langjährige Bedienungen kündigten, Gäste beschwerten sich über kaltes Essen, Lebensmittelkontrolleure stellten Verstöße fest. Nun reagierte auch die Paulaner-Brauerei auf den Vorwurf, die Festkapelle um Josef Menzl hätte nicht für genug Stimmung gesorgt. Abends werden jetzt „Erwin und die Heckflossen“ eingesetzt, die auch auf Partysongs im Repertoire haben.

In den sozialen Medien zeigten sich viele Bräurosl-Gäste von der Entscheidung der Brauerei enttäuscht. Auch in den Google-Rezensionen äußerten viele Oktoberfest-Besucher ihre Meinung – die blieb gespalten. Mittlerweile überwiegen dort die schlechten Bewertungen, das Zelt wird am 23. September mit 2,8 von fünf Sternen bewertet.

„Langweilig und lahm hier!“ – Google-Nutzer finden eindeutige Worte

Immer wieder sprachen die Google-Nutzer dabei die musikalische Untermalung im Festzelt an. Kommentare wie „Einfach nur langweilig und lahm hier!“ oder „Es wird ausschließlich schreckliche Blasmusik gespielt. Wenn ich Tradition möchte, gehe ich auf de Oide Wiesn“ waren zu lesen. Auch einige Stammkunden zeigten sich enttäuscht: „Leider ist das Musik-Konzept schwierig und wurde so nicht kommuniziert. Der neue Wirt legt Wert auf Tradition, es kommt aber keine Stimmung auf, Kapelle spielt vor allem Blasmusik.“

„Langweilige Musik, die keinerlei Stimmung aufkommen lässt“, meinte auch ein anderer Nutzer – und hinterließ eine 1-Stern-Bewertung. Die Entscheidungen des Wirts fanden aber auch Unterstützer: „Ja, auch ich war ein Kritiker der neuen Bräurosl … Aber so wie sie es jetzt machen, ist der Wahnsinn! Der Menzl gibt dermaßen Gas bis um 20 Uhr und dann kommen noch paar Klassiker mit der neuen Band! Weiter so! Besser geht‘s nicht!“

Mit Pferdegespann Pferde Neues Pschorr Bräurosl Festzelt auf der Wiesn Oktoberfest in München
Angespannte Stimmung im Bräurosl-Festzelt: Wirt Reichert steht aktuell massiv in der Kritik. © IMAGO / Smith

Wiesn: Unverständnis für Kompromiss-Vorschlag zu Musik in der „Bräurosl“

Andere Nutzer hatten nichts an der ursprünglichen Blaskapelle auszusetzen, im Gegenteil. Vielmehr kritisierten sie die Reaktion der Brauerei auf die Debatte: „Schade, dass Layla und Ballermanproleten die urwüchsige Stimmung zerstören und eine der besten traditionellen Blasmusikkapellen, die es gibt, diffamieren“, meinte ein Nutzer. Weiter schrieb er: „Noch bedauerlicher, dass der Zeltbetreiber das Spiel mitspielt.“

„Einen Stern gibt es für den unsäglichen Umgang mit der Josef-Menzl-Kapelle“, urteilte ein anderer Wiesn-Besucher, auch wenn Stimmung und Musik klasse“ gewesen seien.

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Oktoberfest-Beben: Negative Kommentare zur „Bräurosl“ angeblich gelöscht

In vielen Bewertungen klang der Vorwurf durch, die Betreiber würden unerwünschte negative Kommentare löschen. „19. September: heute Mittag waren es noch über 140 Bewertungen, Durchschnitt 1,7 Sterne – unfassbar, dass Bewertungen gelöscht werden!“, schrieb jemand.

Mittlerweile sind auf Google nur noch 58 Berichte zu finden. Sollte der Vorwurf stimmen, hätten die Verantwortlichen in der Zwischenzeit demnach mehr als 80 unerwünschte Bewertungen gelöscht. So würde sich auch die Gesamtbewertung des Bräurosl-Festzelts ändern. tz.de hat diesbezüglich bei der Brauerei angefragt und wird deren Statement ergänzen, sobald es vorliegt.

Auch der Hofbräu-Wirt Günter Steinberg steht aktuell in der Kritik: Die erste Folge seines groß angekündigten „Hofbräu TV Wiesn Talk“ ist kurz nach Ausstrahlung aus dem Netz verschwunden. Grund sind umstrittene Aussagen des langjährigen Wiesn-Festwirts. (mlh)

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