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Trachten-Verbote in Münchner Clubs: Wo Gäste zur After-Wiesn unerwünscht sind

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Von: Miriam Haberhauer

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Während der Wiesn-Zeit stürzen sich tausende Trachtenträger ins Münchner Nachtleben. Doch nicht überall sind sie gern gesehen. Wir haben bei den Münchner Club- und Barbesitzern nachgefragt, wie sie zu Gästen in Dirndl und Lederhose stehen.

München – Nach der Wiesn ist vor dem Club. Wenn spätabends die letzte Maß ausgeschenkt wird und die ersten Besucher den Heimweg antreten, geht für viele Feierwütige die Nacht erst so richtig los. Zu Hunderten strömen die meist betrunkenen Oktoberfest-Besucher dann in die umliegenden Clubs und Bars. Einige Besitzer haben deshalb zu drastischen Maßnahmen gegriffen.

Oktoberfest 2022: Trachten-Träger in einigen Münchner Clubs nicht erwünscht

Besonders die Diskotheken und Bars in Laufweite der Theresienwiese und des Hauptbahnhofs bekommen während der Wiesn-Zeit die Besuchermassen zu spüren. Einige Nachtclub- und Barbesitzer haben deshalb ein generelles Verbot von Gästen im Trachten-Outfit ausgesprochen. In anderen hingegen sind die motivierten Partygäste ausdrücklich erwünscht.

„Gäste aus dem Viertel wollen ein normales Abendumfeld haben“, sagt Florian Schönhofer, Chef des Café Kosmos in der Dachauerstraße. Die Kultbar liegt direkt am Münchner Hauptbahnhof, die Theresienwiese ist zu Fuß in knapp 20 Minuten zu erreichen.

Aus Rücksicht auf die Anwohner und wegen wiederholter Problemen mit randalierenden Wiesn-Gästen, entschied der Berchtesgadener schon vor 15 Jahren: Im Café Kosmos herrscht ab sofort Trachtenverbot. „Mittendrin, aber trotzdem weit weg von dem Ganzen“, fühlen sich dort nun auch bekannte Gesichter wohl: Der amerikanische Autor Bret Easton Ellis („American Psycho“) war vor einigen Jahren regelmäßiger Gast.

„Verstehen unseren Club als Safe Space“ – Trachten-Verbot im Bahnwärter Thiel, Harry Klein und Café Kosmos

Auch im Harry Klein am Karlsplatz müssen Trachtenträger draußen bleiben. Der Club wolle zwar „niemanden unter Generalverdacht stellen“, wegen der schlechten Erfahrungen der letzten Jahre sah sich der Betreiber aber zu diesem Schritt gezwungen. Daniel Hahn vom Bahnwärter Thiel stellt klar: „Gäste in Tracht haben es bei uns sehr schwer.“ Die sei nämlich meistens Indiz dafür, dass schon reichlich Alkohol geflossen sei. In der Vergangenheit hatte das immer wieder zu Problemen geführt.

„Wir verstehen unseren Club als Safe Space“, erklärt Hahn. Deshalb habe es für ihn „hohe Priorität, dass sich alle Gäste wohl und sicher fühlen.“ Auch Schönhofer vom Café Kosmos ist eigentlich kein Fan von Verboten: „Im Grunde meines Herzens finde ich so pauschale Regeln auch nicht gut, aber es macht einfach, dass es jeder versteht“, rechtfertigt der Barbesitzer das Verbot.

„Wer ausschaut wie ein Hobbit oder Gartenzwerg bleibt draußen“ – Hemmungslos, Milchbar & Co. freuen sich auf Trachtler

In der Milchbar sind die Oktoberfest-Besucher hingegen ausdrücklich willkommen. Die Security behält es sich hier nach eigener Aussage aber vor, Gäste abzuweisen, wenn diese zu betrunken sind. Auch im Hemmungslos am Ostbahnhof sind die Trachtler „selbstverständlich“ erwünscht: „Das gehört in München einfach dazu“, teilt der Club mit.

„Tracht ist natürlich willkommen, solange sie einem gewissen Niveau entspricht“, verkündigt Sven Künast vom Pimpernel am Sendlinger Tor. Künast stellt klar: „Jeder der ausschaut wie ein Hobbit oder Gartenzwerg in einem Plastikanzug aus dem Kostümverleih, bleibt draußen.“ Auch die 089 Bar freut sich auf Gäste in Dirndl und Lederhose: „Bei uns sind während der Wiesn (natürlich) und auch das ganze Jahr über Menschen in Tracht immer sehr willkommen.“

Wer nach der Wiesn lieber direkt ins Bett fallen will, bekommt hier Tipps für günstige Übernachtungsmöglichkeiten zur Oktoberfest-Zeit. (mlh)

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