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„Depperl-Kombination Lederhosn und Bayern-Trikot“: Münchner Kult-Kneipe stellt sechs Wiesn-Regeln auf

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Von: Antonio José Riether

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Das „Stadion an der Schleißheimer Straße“ will den Stress mit betankten Wiesn-Besuchern auf ein Minimum reduzieren und stellte darum deutliche Oktoberfest-Regeln auf.

München - Während der Wiesn haben viele Restaurants, Bars und Clubs spezielle Regeln für Besucher. Meist geht es dabei um den Zustand der Besucher, manchmal lediglich um die Tracht, die weiß Gott nicht überall gerne gesehen ist. Die Münchner Kult-Kneipe „Stadion an der Schleißheimer Straße“ beweist während des Oktoberfests, dass man die Leitlinien durchaus heiter an den Gast bringen kann. In diesem Jahr wurde der Leidfaden (sic!) um einen Layla-Paragrafen bereichert.

Wiesn-Regeln: Münchner Kult-Kneipe teilt „kleine Hinweise“ für die kommenden Wochen

Das ‚Stadion‘, wie es im Münchner Volksmund genannt wird, ist eine Institution in der Maxvorstadt. Aus einer „Bierlaunen-Idee“ entstand das Lokal im Jahr 2006, dabei wollte Inhaber Holger Britzius eigentlich nur verhindern, dass seine Lieblingskneipe „Vollmond“ aus dem Viertel verschwindet. Der Exil-Karlsruher machte es sich in den Folgejahren zur Aufgabe, eine gemütliche Kneipe für Fußballfans aufzubauen - mit beachtlichem Erfolg. Heute genießt das Lokal bundesweit einen guten Ruf, wurde 2019 gar als „Fußballkneipe des Jahres“ ausgezeichnet. Klar, dass sich einige Wiesn-Besucher hier das ein oder andere Kaltgetränk genehmigen wollen.

Bierdurstige Fußballfans, die von der Theresienwiese kommen, müssen sich auf sechs „kleine Hinweise“ einstellen, wie das „Stadion“ auf seiner Facebook-Seite mitteilt. Den ersten dürfte jeder verstehen: „Ganz offensichtlich schon voll? Dann ist auch bei uns voll“. Die zweite lautet: „Wer drinnen oder draußen rumkotzt, fliegt wie ein Flieger“ – angelehnt an das allseits bekannte „Fliegerlied“, das auch gerne im Festzelt gespielt wird.

Wer an dieser Stelle denkt, dass der Flieger-Gag aus Sympathie zur Musikrichtung angeschrieben steht, wird spätestens beim Lesen der dritten Regel enttäuscht. „Die ‚Best of Wiesn-Hits 2001 bis 2017‘ haben wir verlegt und Laila heißt nur die Katze vom Koch“, heißt es da. Das bezieht sich natürlich auf den Hit „Layla“. Das „Stadion“ bleibt also, wie jedes Jahr, auch während der Wiesn weit entfernt von Ballermann-Musik und viel kritisierten, misogynen Mallorca-Trällerliedchen.

Oktoberfest: Bei der korrekten Aussprache der Oktoberfest-Mass kennt das „Stadion“ keinen Spaß

Die vierte Regel dürfte besonders Fans des FC Bayern übel aufstoßen: „Eintritt in der Depperl-Kombination Lederhosn und Bayern-Trikot vorbehalten“, schreibt die Kneipe, die sich während der Wiesn offenbar als letzte Bastion des guten Geschmacks versteht. Der fünfte Punkt im „Stadion“-Regelwerk ist klarer definiert als jede Handspiel-Entscheidung aus dem Kölner Keller: „Pissen nebenan in den Hauseingängen kostet 50 Euro (Kartenzahlung akzeptiert)“. Wer spricht bei der bargeldlosen Option noch von der Servicewüste Deutschland?

Fußball Fans in MünchenDas Stadion an der Schleißheimer Straße ist die wohl bekannteste Fußballkneipe Deutschlands.
Das „Stadion an der Schleißheimer Straße“ ist die wohl bekannteste Fußballkneipe Deutschlands. © Tobias Hase/dpa

„Traditionen sind ja dazu da, dass sie traditionell zur Tradition werden“, schreibt das „Stadion“ über den Facebook-Post. Und was ist schon traditioneller, als die bairische Mundart? Zwar ist die Geschäftsführer-Doppelspitze bestehend aus Holger und Michel klar in Baden-Württemberg verwurzelt, dennoch wird hier penibel auf die bairische Aussprache geachtet. „Äußerungen wie „Wir waren auf den Wiesen“ oder „eine Maaas Pils bitte“ ziehen heftige Verhöhnungen nach sich“, gibt das „Stadion“ bekannt. Ob die mündlichen Fauxpas der Herkunft oder doch der alkoholbedingten Beeinträchtigung des zerebralen Sprachzentrums geschuldet sind, ist dabei wohl irrelevant. (ajr)

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