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Wiesn-Sanitätsdienst im Stress: Erste „Alkohol-Leiche“ um 9 Uhr morgens, „Bierbank-Brexit“ am Abend

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Der ersten Wiesn-Donnerstag war sehr belebt, die Sanitäter hatten viel zu tun. Die Aicher Ambulanz teilte den skurrilsten Vorfall. © ©aicherambulanzunion

Die Sanitätsdienste hatten am Donnerstag so viel zu tun wie noch nie seit Beginn der diesjährigen Wiesn. Unter den Patienten war auch ein dauerschimpfender Schotte mit Gleichgewichtsproblemen.

München - Die Wiesn in München sorgt jedes Jahr für skurrile Vorfälle. Die Einsatzkräfte sind oft am nächsten dran und bekommen das erratische Verhalten der meist alkoholisierten Oktoberfest-Besucher aus erster Hand mit. Glücklicherweise behalten die Helfer die unterhaltsamsten Geschehnisse nicht nur für sich. Während die Polizei München unter dem Hashtag #Wiesnschmankerl auf Twitter vom Oktoberfest berichtet, gibt die Aicher Ambulanz (Sanitätsdienst) Pressemitteilungen heraus. Demnach war Donnerstag der bislang einsatzreichste Tag - auch von einem „Bierbank-Brexit“ eines „dauerschimpfenden“ Schotten war die Rede.

Oktoberfest: Erster hochalkoholisierter Patient trudelt um 9.00 Uhr morgens ein

Sanitäter und Polizisten sind mit Extremsituationen vertraut. Doch das Oktoberfest mit seinen Millionen Besuchern und dem oft übermäßigen Bierkonsum stellt eine besondere Belastung dar. Wenigstens ist im Dienst auch oft für gute Unterhaltung gesorgt, etwa wenn die Betrunkenen - meist unfreiwillig - für Lachnummern sorgen. Am Donnerstag herrschte Traumwetter in München, entsprechend voll war es auf der Wiesn. Die kühle Mass im Biergarten oder schunkelnd im Zelt schmeckte dem ein oder anderen offenbar besonders gut. Insgesamt 332 Patienten versorgten die Sanitäter und Ärzte auf der Aicher-Sanitätsstation - es war der bisher einsatzreichste Tag seit dem Start der diesjährigen Wiesn. Los ging es bereits um 9.00 Uhr morgens mit dem ersten hochalkoholisierten Patienten. „Er war wohl noch vom Vortag gut bedient“, vermuteten die Einsatzkräfte.

Gratis Kurs englischer Schimpfwörter von einem Schotten ohne Schottenrock

Insgesamt 206 ärztliche Versorgungen waren am Donnerstag nötig, davon 21 chirurgische Wunderversorgungen. 86 Mal kam die Trage zum Einsatz - ein „Fahrgast“ blieb dabei besonders in Erinnerung. Helfer transportierten einen Schotten am Donnerstagabend gegen 20.30 Uhr vom Hofbräu-Zelt in die Sanitätsstation. Der Patient fiel vor allem durch sein „unaufhörliches Schimpfen“ auf. „Die ganze Fahrt in der Aicher-Rettungs-Rikscha durften sich die Rettungssanitäter allerlei englischsprachige Wörter anhören“, hieß es in dem Bericht zum Vorfall. Offensichtlich erhielten die Einsatzkräfte einen gratis Kurs in englischen Schimpfwörtern, zu dem sie sich allerdings nicht angemeldet hatten.

Der Mann Ende 30 hatte sich zuvor eine Platzwunde am Kopf zugezogen. Auf die Frage des behandelnden Arztes, warum er denn keinen Schottenrock trage, erklärte der Patient, „dass ihm am Vortag einer seiner Banknachbarn ‚draufgekotzt‘ hätte“, - ein womöglich recht gängiges Oktoberfest-Problem. Doch der Schotte ließ sich nicht beirren und kam am Donnerstag mit einer Hose statt eines Schottenrocks bekleidet erneut auf die Wiesn. Offenbar ein fataler Fehler, lässt zumindest die Mitteilung der Sanitäter vermuten. „Und siehe da, ohne seinen ‚Fallschirm‘ an der Hüfte hatte es ihn beim Singen doch glatt von der Bierbank gehauen. Er wollte cool von der Bierbank springen und sei dann aber blöd von selbiger heruntergefallen“. Das Fazit der Sanitäter zum „Bierbank-Brexit“ fällt dann schon fast poetisch aus: „Wenn ein Schotte ohne Schottenrock rockt, dann wird von der Bierbank gefallen, statt darauf ‚gehockt‘“.

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